Dreharbeiten bei den Tierrettern SWR-Beitrag soll finanzielles Aus verhindern

Alessandra Hamsch
Hängebauchschwein Rosi kommt beim SWR groß raus. Die Tierretter hatten sie einst bei Appenweier eingefangen. 14 Tage später bekam sie neun Jungschweine. Foto: Hamsch

Das SWR drehte für die Show "natürlich!" einen Tag lang bei den Ichenheimer Tierrettern. Der Verein erhofft sich dadurch wieder mehr in die Köpfe der Menschen zu kommen. Finanziell steht die Ichenheimer Organisation vor dem Aus.

Neuried - Schwein Rosi kommt groß raus. Ein Kamerateam, ein Tonmann und eine Moderatorin, folgen der Sau auf dem Gelände der Tierretter in Ichenheim und fangen es in ihren Filmaufnahmen auf. Bei dem SWR-Beitrag soll es um die kritische Lage der Ichenheimer Organisation gehen. Um den Tierschutzverein, der sich ausschließlich durch Spenden finanziert, steht es gar nicht gut.

"Unser Verein hat derzeit 400 Mitglieder, wir bräuchten aber mindestens 1200 Mitglieder, um allein die Mitarbeiter finanzieren zu können", sagt de Vorsitzender Karlheinz Meier gegenüber unserer Zeitung.

Die Tierretter gibt es schon seit 34 Jahren

Die Tierretter gibt es jetzt schon seit 34 Jahren. Meier berichtet, dass in dieser Zeit mehr als 50 Kamerateams über die Auffangstation berichtet hätten. "Gebracht hatte es bis jetzt allerdings nichts." Im Gegenteil: Die Sendungen hätten meist zur Folge gehabt, dass wieder mehr Tiere zur Obhut überbracht wurden, nicht aber die erhoffte finanzielle Unterstützung. Aber gerade letzteres werde dringend gebraucht. "Futter, Mitarbeiter, Arztrechnungen – es summiert sich."

Kann das SWR-Team dies ändern? Die stellvertretende Vorsitzende Monika Ehrlacher bleibt skeptisch.

Insgesamt waren am Dienstag eine Moderatorin, eine Redakteurin, zwei Kameramänner, ein Tontechniker und zwei Assistenten vor Ort. Um 9 Uhr hat das Team mit dem Dreh begonnen. Am späten Nachmittag ging es dann wieder zurück nach Mainz. Die Ausstrahlung sei am Ende knappe sieben Minuten lang, heißt es von Seiten des Filmteams. Redakteurin Angelika Scheffler-Ronen wird am Ende alle Szenen zusammen schneiden und eine Folge der Fernsehshow "natürlich!" produzieren. Für den Schnitt brauche sie drei Tage.

Moderatorin Ulrike Nehrbaß interviewte am Dienstag erst einmal die Tierretter zu ihrer finanziellen Notlage. Ehrlacher schilderte vor der Kamera die prekäre Situation. Große Angst habe sie, dass durch den Ukraine-Krieg und die Pandemie die Tiere vollkommen vergessen würden.

"Jetzt kommen bald wieder vermehrt die Wildtiere", erzählt sie. Die jungen Fundtiere werden vom Verein wieder aufgepäppelt und am Ende im Wildtierpark Allensbach ausgewildert. "Oft bringen die Tiere Krankheiten mit, was für uns wieder sehr hohe Behandlungskosten bedeutet", sagt Ehrlacher.

Der Verein sei auch von der Gemeinde enttäuscht. Im Gegensatz zu lokalen Tierheimen bekomme die Ichenheimer Organisation keine Unterstützung von Gemeindeseite aus. "Dabei sind wir der einzige Verein von Lörrach bis Karlsruhe, der Wildtiere aufnehmen darf", sagt Ehrlacher. Insgesamt sind derzeit 160 Tiere in Ichenheim. "Wie es weitergehen wird mit uns, bleibt ungewiss", so Ehrlacher.

Sendung

Die Show "natürlich!" ist ein Umwelt- und Naturmagazin für den Südwesten. Jede Folge zeigt Natur, gibt Tipps für Umweltschutz und Nachhaltigkeit und beschäftigt sich auch mit dem, was unser Ökosystem bedroht. Die Show wird wöchentlich ausgestrahlt. Die Folge mit den Tierrettern in Ichenheim ist am Dienstag, 26. April, ab 18.15 Uhr zu sehen.

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