Digitalisierung zu langsam Mahlberger Grundschul-Rektorin klagt an

Michael Masson
Johanna Hermann wünscht sich eine schnellere Digitalisierung. Foto: Archiv

Ausbau: Johanna Hermann kämpft in Mahlberg mit unerwarteten Verzögerungen

Alles andere als zufrieden ist Mahlbergs Rektorin Johanna Hermann mit dem schleppenden Fortgang der Digitalisierung an ihrer Grundschule. Die sollte eigentlich schon nach den Sommerferien abgeschlossen gewesen sein. Doch daraus wurde nichts.

Mahlberg - Schon im Herbst 2019 hatte sich der Mahlberger Gemeinderat als Schulträger dazu entschlossen, die fällige Sanierung eines Werkraums zugunsten einer dringlicheren Digitalisierung der Grundschule zurückzustellen. Die verfügte bislang über einen unzureichenden W-Lan-Netzanschluss. Wenn nur zwei Klassen gleichzeitig im Internet arbeiteten, stiegen die Verbindungen aus. Darum sollte die Situation unbedingt noch während der Sommerferien verbessert werden. Doch die damit beauftragte Firma meldete zahlreiche Probleme bei der Materiallieferung und klagte zudem über Personalengpässe.

Die Folge: Nach den Ferien fielen ab Mitte September an der Grundschule manche Internet-Funktionen auch für die Verwaltung aus, gelegentlich hatte wegen der schleppenden Verkabelungsarbeiten selbst die Rektorin mit einer toten Telefonleitung zu kämpfen. Strom fiel aus, zeitweise funktionierten weder Schul-Sprechanlage noch Pausengong. Und: Vorhandene Schüler-Tablets waren nur eingeschränkt nutzbar.

"Wir haben versucht, so kreativ wie möglich mit der Lage umzugehen", so berichtete Hermann. Jedoch: Das verzögerte Verlegen von Kabeln und die offenliegendem Klassenzimmer-Decken habe den Schulalltag sehr belastet. Noch immer sind die technischen Arbeiten im Gebäude nicht abgeschlossen und sollen nach neuem Stand voraussichtlich erst diesen Monat ihr Ende finden. Bis dahin stapeln sich noch allerlei Kabel, Stecker und sonstige Bauteile im längst zum Material-Lager umfunktionierten Lernmittel-Raum.

Auch Mahlbergs Bürgermeister Dietmar Benz ist verstimmt, nicht nur wegen der Verzögerungen bei der mit den Arbeiten beauftragten Firma. Bei einem vor Kurzem erfolgten Gespräch mit der Grünen-Landtagsabgeordneten und Staatssekretärin für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, Sandra Boser (wir werden noch berichten), beklagte er, dass man für die längst fällige Schul-Digitalisierung vor Ort zwar 60 000 Euro an Landes-Zuschussmitteln zugesagt bekommen habe, jedoch auf restlich verbleibenden 220 000 Euro sitzen bleibe. Das sei als kleine Gemeinde wie Mahlberg recht schwer zu stemmen.

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