Die Sommerpause war kurz Start ins Ungewisse für die Landesligisten der Region

Thorsten Mühl und Felix Gieger
Im Juni spielten der SV Rust (in Blau) und der FSV Seelbach noch in der Bezirksliga gegeneinander. Am Wochenende starten beide als Aufsteiger in die Landesliga-Saison und wollen die Klasse halten. Foto: Wendling

Nach einer kurzen und nicht immer einfachen Vorbereitung starten die Landesligisten der Region in die neue Saison. Vor dem ersten Spieltag ist vieles noch unklar. Nur eines steht schon fest: das große Ziel ist der Klassenerhalt.

FV Langenwinkel – SV Niederschopfheim (Sonntag, 15 Uhr). Die ersten Saisonwochen stellen sich aus Sicht der Hausherren herausfordernd dar. Die hohe Niederlage in der Pokal-Qualifikation bei Bezirksligist Rammersweier offenbarte noch einige Problemfelder. Intern wurden kritische Worte zur Leistung gefunden, nun gilt es für den FVL, sich auf dem Platz zu finden. Trainer Klaus Stefan muss bis Monatsmitte auf mehrere Stammkräfte verzichten, die aufgrund von Sperren, Urlaub oder Verletzungen nicht zur Verfügung stehen. "Keine Wunschkonstellation, aber diese Probleme haben andere Mannschaften zu dieser Zeit auch. Wir müssen zusammen versuchen, das Bestmögliche aus dieser Ausgangslage zu machen. Dafür ist jeder Spieler gefordert", so Stefan.

FVL verpflichtet noch einen Spieler

Zuletzt verpflichtete der Verein mit Miloud Maalmi noch einen weiteren Neuzugang. Der 32-jährige Franzose, in der Szene vor allem bekannt aus seiner Zeit beim SV Rust und beim SC Kappel, war zuletzt über einige Jahre in seiner Heimat, vor allem in Sachen Futsal, aktiv. "Er benötigt noch ein wenig Anlaufzeit, auch in Sachen Fitness. Wir versprechen uns Impulse von ihm, weil er mit seiner Erfahrung und seiner Kommunikationsfreudigkeit gerade den jungen Spielern helfen kann", skizziert Stefan.

Der erste Gegner stellt bereits eine anspruchsvolle Hürde dar. "Niederschopfheim hat sich personell gut verstärkt, will außerdem nach vergleichsweise schwacher Rückrunde zeigen, was in der Mannschaft steckt. Das wird gleich ein echter Brocken, gegen den wir uns aber nicht verstecken wollen", kündigt Stefan an. Auf der Gegenseite will der neue Coach Jan Herdrich direkt zum Auftakt punkten, am Ende hofft man beim SVN auf einen Platz unter den ersten Acht.

SV Rust – FV Würmersheim (Sonntag, 15 Uhr). Aufsteiger Rust startet mit einem Heimspiel. Die Mannschaft von Trainer Christian Saban durchläuft in der noch laufenden Vorbereitung einen normalen Prozess. "Die Pause nach den Aufstiegsspielen war zeitlich zu kurz. Wir werden Zeit brauchen, bis alles ineinander greift", so Saban angesichts der für alle Vereine momentan nicht einfachen personellen Ausgangslage. In den ersten Wochen der Saison will der Aufsteiger sich einerseits das Geschehen betrachten, um die Klasse kennenzulernen.

Das bedeutet aber nicht, angenehmer Gegner sein zu wollen. Im Gegenteil: "Wir gehen jedes Spiel so an, dass wir gewinnen wollen. Es wird möglicherweise noch etwas dauern, um endgültig anzukommen, aber unsere Gegner sollen merken, dass wir dagegen halten können", hat sich der SVR-Coach vorgenommen. Ab Oktober habe sich die Liga soweit sortiert, dass man genauer sagen könne, wo der Weg hinführe.

Die Landesliga bedeute "eine schwierige Aufgabe", andererseits aber auch rein spielerisch nochmals ein Plus an sportlicher Herausforderung. "Alle Mannschaften in dieser Klasse können und wollen Fußball spielen. Das war auch unser Ansatz in der vergangenen Saison. Von daher denke ich schon, dass uns diese Liga entgegenkommen kann. Das heißt zugleich aber auch, dass die Mannschaft weiterhin als Kollektiv stark sein und füreinander arbeiten muss", verlangt Saban.

In diesem haben auch die neuen Akteure, beispielsweise Janosch Bologna oder Omar Cantürk, in den vergangenen 14 Tagen bereits gute Eindrücke hinterlassen. "Sie werden für uns wichtig werden im Saisonverlauf, benötigen aber auch noch ihre Zeit", ist Saban bewusst. Auftaktgegner Würmersheim stuft er als "junge, kompakte Mannschaft, der alles zuzutrauen ist" ein. Der Ansatz auf eigenem Platz soll sein, "dass wir schnell in unser Spiel finden wollen, den Gegner vielleicht phasenweise auch bespielen müssen. Aber es wird auf jeden Fall was drin sein", sagt Rusts Coach optimistisch. Im Kader sind zwei, drei Akteure angeschlagen, dennoch spricht Saban von "einer günstigen personellen Ausgangslage".

Seelbach startet gegen ein Top-Fünf-Team

FV Schutterwald – FSV Seelbach (Freitag, 19 Uhr).Es ist ein Start ins Ungewisse für den Aufsteiger aus Seelbach. "Ich habe kein genaues Bild über die Leistungsstärke unserer Mannschaft", sagt der neue Trainer Oliver Dewes. Die Vorbereitung war geprägt von Abwesenheiten, nur in der vergangenen Woche konnte man nahezu vollständig trainieren. Doch das ist nun vorbei, ab dem heutigen Abend geht es um Punkte in der Liga. "Wir freuen uns auf das Spiel und dass es losgeht", sagt Dewes. Die Zielsetzung ist dabei denkbar einfach: für den FSV geht es nur um den Klasserhalt, nicht anderes.

Den Auftaktgegner aus Schutterwald schätzt Dewes dabei als potenzielles Top-Fünf-Team ein, die Favoritenrolle dürfte damit klar verteilt sein. Dennoch geht es für den Trainer vom ersten Spiel an um das Ergebnis. Seine Hoffnung: in den ersten vier Spielen fünf bis sechs Punkte zu sammeln, um nicht direkt unten reinzurutschen. Bislang hat man sich in Seelbach jedoch nicht allzu viel mit den Gegner beschäftigt, vielmehr steht die eigene Leistung im Fokus. "Wir müssen erst mal schauen, dass wir ein System eingespielt bekommen", sagt Dewes.

Für seine Mannschaft ist die Landesliga Neuland, dementsprechend ist man beim FSV "heiß auf’s erste Spiel". Personell steht im Kader zwar noch das ein oder andere Fragenzeichen, grundsätzlich ist Dewes aber optimistisch.

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