Die »Linde« in Gutach Hotelneubau soll kein "Klotz" werden

Evelyn Jehle
Der Umbau der "Linde" beschäftigt den Gemeinderat. Foto: Jehle

In einem mehrteiligen Beschluss hat der Gutacher Gemeinderat in der Sitzung am Mittwoch den Bebauungsplan "Gasthaus Linde" auf den Weg gebracht. Damit sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden.

Gutach - "Kurz vor Weihnachten haben wir eine neue Planung bekommen, die den Neubau einige Meter nach Norden und Osten verschiebt", erläuterte Ralf Burkart vom Planungsbüro Fischer.

Öffentliche Parkplätze werden später festgelegt

Seinen Ausführungen nach geraten die geplanten Parkplätze durch die Verschiebung etwas in den Biotopbereich, was voraussichtlich Ausgleichsmaßnahmen mit sich bringe. Die sich an diese Stellflächen anschließenden öffentlichen Parkplätze kann die Gemeinde laut Burkart zu einem späteren Zeitpunkt nach Bedarf festlegen.

Zweistufiges Verfahren nötig

"Das Planungsgebiet liegt nicht vollständig innerhalb der bebauten Ortslage und erfordert deshalb ein zweistufiges Verfahren", erklärte der Planer. Dies wiederum erfordere die Erstellung eines Umweltberichts. Weiterhin sei der Bereich des Gasthauses im Flächennutzungsplan (FNP) als Wohnfläche ausgewiesen. Deshalb müsse der FNP mit einer Fläche als "Sondergebiet Hotel" angepasst werden. "Gemäß dem aktuellen Entwurf ist der Umbau und die Sanierung des Bestandsgebäudes geplant, wobei die Kubatur und Dachlandschaft des Gebäudekomplexes im Wesentlichen beibehalten wird", so Burkart.

Markanter Mammutbaum bleibt

Vorgesehen seien im Bestand der Gastronomiebereich mit etwa 300 Quadratmeter sowie 25 Zimmer in den Obergeschossen und eine Pächterwohnung. Der viergeschossige Neubau mit den Hotelzimmern werde abgesetzt vom Bestandsgebäude errichtet. "Dadurch kann der markante Mammutbaum erhalten werden", ergänzte Burkart seine Erläuterungen. Im Neubau seien 39 Zimmer und vier Ferienwohnungen konzipiert.

Flachdach oder Solaranlagen

Das obere Geschoss werde als Attikageschoss errichtet. "Die Außenwände des Attikageschosses werden um die Tiefe der Balkone im ersten und zweiten Obergeschoss zurückgesetzt", konkretisierte der Planer das Vorhaben. Durch die geänderte Ästhetik solle auch dem Wunsch der Gemeinde entsprochen werden, dass der Neubau nicht "als Klotz" wahrgenommen werde. Ob das Flachdach begrünt oder bei Bedarf – falls zulässig – Solaranlagen installiert werden, wird laut Burkart noch abgeklärt. Gemeinderat Jürgen Wälde (FWV) regte an, die Dächerlandschaft eher anzugleichen und die Dachschräge des historischen Gebäudes auch beim Neubau bis zu einem gewissen Punkt mit aufzunehmen. Eckert erinnerte an die Äußerung von Bauherr Wolfgang Scheidtweiler, dass dem Gebäudeensemble anzusehen sein darf, dass es mit der Zeit gewachsen ist. Außerdem sei das Attikageschoss bereits eine Wegentwicklung vom "viereckigen Kasten".

Bürger können zwei Mal Stellung beziehen

Aufgrund des zweistufigen Verfahrens erhalten Bürger und Behörden zwei Mal Gelegenheit, Stellung zu dem Vorhaben zu beziehen. "Wir gehen mit der vorliegenden Fassung in die erste Runde der Beteiligung der Öffentlichkeit", informierte Burkart über das weitere Vorgehen. Parallel dazu werde der Umwelt- und Artenschutzbericht erstellt. Nach Abwägen der eingegangenen Stellungnahmen gehe es in die zweite Runde der Offenlage, in der nochmals die Belange aller Beteiligten gehört werden.

Beschlüsse

Mit einer Enthaltung (Jürgen Wälde, FWV) billigte der Gutacher Gemeinderat den Entwurf. Auch mit einer Enthaltung (ebenfalls Wälde) fasste der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss, einstimmig beschloss das Gremium die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden sowie sonstiger Träger öffentlicher Belange. Die Entwürfe der Bauleitplanung liegen für die Dauer eines Monats öffentlich aus.