Die erste Feier verpasst Michael Schilling erlebt Teninger Aufstieg zu Hause

Felix Gieger

Der "Dino" ist zurück: Vier Jahre nach dem Abstieg hat die SG Köndringen/Teningen den Aufstieg in die Dritte Liga perfekt gemacht. Beim Spiel in Fellbach fehlte jedoch Trainer Michael Schilling, er verfolgte das Spiel von zu Hause aus.

Am frühen Sonntagmorgen um vier Uhr erreichte Michael Schilling, Trainer der SG Köndringen/Teningen, eine Nachricht seiner Spieler. "Sie haben per Whatsapp am Montag trainingsfrei gefordert. Dieser Bitte bin ich natürlich nachgekommen", erzählte Schilling am Sonntagnachmittag gut gelaunt im Gespräch mit der LZ.

Denn am Samstagabend hatten die SG-Spieler souverän in Fellbach gewonnen und damit den Aufstieg in die Dritte Liga klargemacht. Ausgerechnet bei diesem Spiel musste Schilling wegen einer Rippenverletzung passen. "Es war das erste Spiel, bei dem ich nicht dabei war", sagte er. Zu Hause in Altenheim – vor seiner Zeit bei der SG war er Trainer beim TuS Altenheim – wollte er die Partie via Livestream verfolgen. Doch die Technik streikte, so musste er sich mit dem Liveticker auf der Verbandshomepage begnügen. "Irgendwann hat sich die Situation dann entspannt", berichtete Schilling, beim 40:29-Sieg gab sich der Tabellenführer keine Blöße und gewann deutlich.

Dieser Sieg alleine reichte jedoch noch nicht für den Aufstieg, erst durch den Schutterwälder Erfolg gegen den Tabellendritten Herrenberg war der Aufstieg schon am fünftletzten Spieltag in trockenen Tüchern. "Ich habe es fast schon ein bisschen orakelt, Schutterwald macht es in letzter Zeit sehr gut", kommentierte Schilling den Sieg des abstiegsgefährdeten TuS. Nach dessen Bekanntwerden kannte die Freude keine Grenzen mehr, der Spielbericht der SG trägt die Überschrift "Teninger Ekstase in Fellbach".

Per Videochat bei der Aufstiegsfeier mit dabei

Schilling selbst konnte den Feierlichkeiten nur per Telefon und Videochat beiwohnen, "aber für die anderen war es eine lange Heimfahrt". Sein Schwiegersohn Philipp Grangé, SG-Teammanager und Ex-Keeper in Altenheim, sei irgendwann nachts nach Hause gekommen, berichtete Schilling, der am Sonntag fit und ausgeruht war.

Eine "seltsame Situation" war es am Samstagabend dennoch für ihn, als er quasi im Home-Office den Aufstieg miterlebte und die erste Party verpasste. "Aber wir haben noch genügend Zeit, um zu feiern", sagt Schilling. Zumal er mit seiner Mannschaft noch ein weiteres großes Ziel in dieser Saison hat. Zwar ist der Aufstieg nun eingetütet, die Meisterschaft ist jedoch noch nicht sicher. Doch auch hier sieht es gut aus. Die Teninger gehen mit vier Punkten Vorsprung und dem gewonnen direkten Vergleich gegen Baden-Baden in den Saisonendspurt, in dem drei der vier Spiele in eigener Halle stattfinden.

"Und dann muss man definitiv auch schon auf Morgen schauen", blickt Schilling schon auf die Drittliga-Saison hinaus. "Da kommt deutlich mehr auf uns zu", weiß der Trainer. Zunächst aber gilt der Blick dem Teilziel zwei – der Meisterschaft. Sollte es dann soweit sein, ist sich Schilling bewusst, dass er am Sonntag danach sicher nicht ganz so gut erholt sein wird, wie nach dem Teninger Aufstieg, den von zu Hause aus verfolgt hat.

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