Dezember war viel zu heiß Wärmewelle an Weihnachten treibt Temperaturen in die Höhe

Franz Schmalz
Das Wolfacher Schloss – vom Käpflefelsen aus aufgenommen – war am Silvestertag teils von Nebel umhüllt. Die Temperaturen im Dezember waren an vielen Tagen sehr mild. Foto: Schmalz

Der Dezember ist im Schnitt zu warm gewesen. Auch die Sonne hat in diesem Monat in Wolfach keine Glanzleistung vollbracht. Dafür wurde der Schwarzwald von starken Winden weitestgehend verschont.

Lange Zeit schien es, dass der letzte Monat des Jahres 2021 einem in etwa jahreszeitlichen Temperaturverlauf entsprechen würde, doch dann kam mit Weihnachten eine richtige Wärmewelle auf, welche das Monatsmittel deutlich über den langjährigen Durchschnitt hob. Auch beim Niederschlag schien zunächst wieder ein Defizit in Aussicht, doch reichte es am Ende für eine normale Regenmenge. Nicht befriedigend war die Ausbeute an Sonnenstunden, hier fehlte doch ein gutes Viertel zur durchschnittlichen Dauer.

Am Monatsbeginn tauten bei regnerischem und mildem Wetter die letzten Reste des gefallenen Novemberschnees weg. Das niederschlagsreiche Wetter dauerte bis zum Ende des ersten Monatsdrittels weiter an, bei Tagestemperaturen von meist etwas weniger als fünf Grad fiel der Niederschlag in tieferen Lagen meist als Regen, vorübergehend auch als Schnee- oder Schneeregen ohne aber eine Schneedecke ausbilden zu können. Nach Ende des ersten Monatsdrittels stabilisierte sich die Wetterlage. Hoher Luftdruck erst über Mitteleuropa, dann mehr über Nordeuropa, brachte trockenes aber auch zunehmend kälteres Wetter mit, am 22. blieb das Thermometer erstmals in diesem Winter den ganzen Tag im Frostbereich.

Sogar zweistellige Werte wurden erreicht

Wer nun allerdings gehofft hatte, diese trockene Kälte würde über die Feiertage Bestand haben, sah sich schon zwei Tage später getäuscht. Massive Warmluft aus Südwesten sorgte schon an Heiligabend für eine deutliche Milderung, über die Feiertage wurden Tagestemperaturen nahe 10 Grad plus gemessen. Ab 28. bis zum Jahresende wurden sogar zweistellige Werte bis 14 Grad erreicht.

An Silvester hatte es die Sonne schwer, sich gegen den Talnebel durchzusetzen, in der Silvesternacht selber verdichtete sich der Nebel weiter.

Dieser Wärmeschub hat bewirkt, dass die Monatsmitteltemperatur im Dezember mit +4,1 Grad um +1,4 Grad über dem Durchschnitt von 1991 bis 2020 lag. Nimmt man das zur Ermittlung des Klimawandels benutzte Klimamittel der Jahre 1961 bis 1990, war der Dezember sogar um +2,7 Grad zu warm. Alle Dezembermonate der letzten vier Jahre waren damit zwischen 2,5 und 3,0 Grad zu warm.

Bis zum 23. neigten die Temperaturabweichungen nur wenig zu extremen Ausschlägen, wechselweise war es meist um etwa zwei Grad zu warm oder zu kalt. Nur um 0,4 Grad war der Monat bis zum 23. leicht zu warm. Die letzten Tage waren dann bis zehn Grad über dem Durchschnitt temperiert. Mit +12,7 Grad entsprach das Tagesmittel am 30. Dezember einem Durchschnittswert, der normalerweise für Ende April oder Anfang Mai typisch ist.

Die Niederschlagstätigkeit konzentrierte sich im Dezember auf das erste und das letzte Monatsdrittel. Dazwischen gab es eine zwölftägige Niederschlagspause, bevor ab Heiligabend wieder eine regenreiche Wetterlage einsetzte und am Ende mit 124,5 Liter eine durchschnittliche Niederschlagsmenge erreicht wurde. Wie oft, konnte sich in den Tälern keine dauerhafte Schneedecke ausbilden. An zwei Tagen wurde Blitz und Donner beobachtet.

Probleme hatte auch die Sonne, sich gegen die häufige Bewölkung durchzusetzen. So blieb die Sonnenscheindauer auf 30, 2 Stunden begrenzt, was nicht einmal drei Viertel des normalen Sonnenstundenwertes entsprach. Insgesamt blieben 16 Tage ohne jeden Sonnenblick, der sonnigste Tag war der 22. mit 5,3 registrierten Sonnenstunden.

Wie schon im November zeigte sich das Wetter eher von der windschwachen Seite. Orkane oder schwere Stürme verschonten den Schwarzwald weitgehend, lediglich drei Windtage gab es im Dezember.