Debatte um Neubau Nonnenweier will Schule bei sich

Jasmin Lehmann
Für die Nonnenweierer ist klar: Die neue Grundschule sollte in ihrem Ortsteil gebaut werden. Einen großen Vorteil sehen die Räte darin, dass keine zusätzliche Halle nötig ist, da die Burkhard-Michael-Halle genutzt werden kann. Foto: Hamsch

Ortschaftsrat sieht an Neubau an der Halle die meisten Vorteile

Nonnenweier - Bereits in der Frageviertelstunde ist das Thema Schulentwicklung von Bürgern angesprochen worden. Unter anderem hatte ein Bürger sich über die Möglichkeiten des Ausgleichs für die landwirtschaftliche Fläche, die verloren ginge, erkundigt. Es würden immer Ausgleichsmaßnahmen geschaffen, versicherte Ortsvorsteherin Dagmar Frenk. Zudem forderte der Bürger, dass die Anwohner auch über das erhöhte Verkehrsaufkommen informiert werden. Der Planungsstand, so Bürgermeister Wolfgang Brucker, sei für einen speziellen Standort noch nicht so ausgereift, um in intensive Gespräche zu gehen. Weitere Fragen des Bürgers drehten sich um die möglichen Synergieeffekte zwischen Grundschule und weiterführender Schule und, wie die Ortsvorsteherin dies explizit an ihrem Arbeitsort in Ichenheim erlebe. Hier verwies Frenk darauf, derartige Fragen im Zwiegespräch zu beantworten, in Ichenheim gebe es allerdings keine Kooperation zwischen Real- und Grundschule.

Wie auch in den Gremien der anderen Ortsteile stellten Bürgermeister Brucker und Achim Rehm vom Bauamt die verschiedenen Möglichkeiten vor. In Frage käme ein Gelände in Nonnenweier an der Burkhardt-Michael-Halle, ein Gelände am Sportplatz in Allmannsweier oder ein Gelände bei der Gemeinschaftsschule in Ottenheim.

Michael Schiff (CDU) betonte, dass zwar Synergieeffekte genutzt werden könnten, aber das Wohl der Kinder im Vordergrund stehen sollten. Schiff stellte in Frage, ob die Kinder vor den älteren Schülern geschützt werden sollten, insbesondere da es ihm zu Ohren kam, dass es Fälle von "Abzocke" oder anderem kriminellen Verhalten gab. "Wir sind im Hinblick auf die Prävention gut aufgestellt", antwortete die Ottenheimer Schulleiterin Angelika Walter, räumte gleichzeitig aber ein, dass es Vorkommnisse, wie sie an allen anderen weiterführenden Schulen vorkommen, gab.

Andreas Biegert (FWV) ging auf den Punkt Versiegelung ein. In Nonnenweier sehe er dies als den geringsten Punkt an, da der Parkplatz bereits versiegelt sei. Zudem würde er befürworten, die jüngeren und älteren Schüler zu trennen. Auch Matthias Janssen (CDU) plädierte für einen Standort, "der nicht Ottenheim ist". In Nonnenweier sieht er die Vorteile, dass die Halle vorhanden sei und der Ort zentral liege.

Auch die Verpflegung in der Mensa sorgte für Fragen bei den Räten. Ob dies in Ottenheim zu bewältigen sei, stellten einige Räte in Frage. Stand heute würden die Kapazitäten ausreichen, so Brucker. Die Kapazitäten könnten jedoch auch ohne weiteren Anbau erweitert werden. Ortsvorsteherin Frenk sah einen Anbau jedoch als wahrscheinlich an.

Carolin Markstahler (SPD) betonte, dass es das Leben oftmals schwieriger machen würde, wenn viele Absprachen hinsichtlich der Synergien getroffen werden müssten. Kooperationen mit den Kindergärten sah sie im Grundschulbereich als wichtiger an, als mit einer weiterführenden Schule. Daniel Häß (SPD) ging auf den Flächenverbrauch der verschiedenen Alternativen ein und kam zu dem Ergebnis, dass der Flächenverbrauch in Nonnenweier den geringsten Einschnitt darstellen würde.

Zum Abschluss sprach sich auch die Nonnenweierer Ortsvorsteherin Frenk für den Standort Nonnenweier aus. Aus ihrer Erfahrung konnte sie aus verschiedenen Perspektiven berichten – insbesondere sei es nahezu ein luxuriöses Problem, über sogar drei mögliche Standorte diskutieren zu können. Auch hob sie hervor, dass die Hortbetreuung seit einigen Jahren beim Diakonissenhaus läge und dies reibungslos laufen würde. Diese Kooperation würde im Zuge eines Neubaus in Ottenheim möglicherweise aufgegeben. Weiter ging sie auf die Vorzüge der Hallen ein. Abschließend schlug sie den Bogen zum Gemeindeentwicklungskonzept, woraus hervorging, dass die Gemeinde Schwanau vier starke Ortsteile hätte und keinen Kernort, weswegen sie es in Frage stellte, die Schule ebenso nach Ottenheim zu ziehen. Abschließend sprach sich das Gremium einstimmig für den Standort Nonnenweier für die Grundschule Schwanau aus.

Geplant war eine öffentliche Infoveranstaltung am Mittwoch, 1. Dezember, in der Burkhard-Michael-Halle. Diese wurde jedoch aufgrund der derzeitigen Lage abgesagt. Die Veranstaltung unter Bedingungen der 2 G-Plus-Regelungen mache laut Bürgermeister Brucker keinen Sinn. Die Veranstaltung und Beschlussfassung durch den Gemeinderat wurde daher auf das Frühjahr verschoben.

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