"Das ist der Horror" Lahrer Clubs kämpfen mit Lockdown

Jonas Köhler
Die Lahrer Clubs hoffen, dass bald wieder gefeiert werden kann, wie hier im Herbst im Mensch Meier. Foto: Citystuff Media

Keine Gäste, kein Umsatz, aber laufende Kosten: Die Pandemie macht Lahrer Clubs weiterhin das Leben schwer. Doch die Betreiber geben sich kämpferisch und wollen mit einem starken Sommerprogramm die Verluste wieder reinholen.

"Es ist der Horror", fasst Sebastian Class, Geschäftsführer der Firma Badischen Entertainment, die Lage seiner Diskotheken in Lahr zusammen. Seit Ende November ist mit der zweiten Corona-Alarmstufe ein regulärer Betrieb nicht mehr erlaubt. Es ist der dritte Lockdown für die Clubs "Mensch Meier" und "Fräulein Fröhlich". Und dennoch: "Wir werden nicht kampflos aufgeben", antwortet Class auf die Frage der LZ, ob die Diskotheken ihren Betrieb aufrecht erhalten können.

"Wir hatten zwei Möglichkeiten: Entweder wir ziehen den Stecker, oder wir machen weiter", erläutert Class. Die endgültige Schließung habe durchaus zur Debatte gestanden. Dies wäre ein schwerer Schlag für das Unternehmen gewesen, das erst 2019 gegründet wurde. "Wir haben viel Zeit, Geld und Herzblut reingesteckt", betont Class diesbezüglich. Man wolle nicht so schnell das wieder einreißen, was man gerade erst aufgebaut habe.

"Wir wollen die Zeit der Schließung nutzen"

Also gelte es, die Erfahrungen der vergangenen Jahr zu nutzen und mit Corona zu planen. Der Geschäftsführer rechnet damit, dass die Pandemie das Geschehen noch einige Jahre bestimmen wird. Im Januar des vergangenen Jahres hatten die Lahrer Clubbetreiber gegenüber der LZ noch über Perspektivlosigkeit geklagt. Class rechnet damit, dass sich die Lage zwar bald entspannen wird und die Clubs wieder aufmachen dürfen, spätestens im Dezember aber wieder dicht sind.

"Alle Fest- und Teilzeitmitarbeiter sind in Kurzarbeit. Außerdem haben wir rund 100 Minijobber abgemeldet. Jeder von ihnen kostete uns rund 1500 Euro, nur weil er angemeldet war", schildert Class weiter die finanzielle Situation. Um weiter über die Runden zu kommen, habe die Badische Entertainment GmbH nun weitere Staatshilfen beantragt. Class ist zudem optimistisch, dass die ersten Hilfen von März und April 2020 nicht zurückgezahlt werden müssen.

Trotz aller Schwierigkeiten sei die Entscheidung gefallen, dass es weitergehen soll. Mehr noch: "Wir sind voll im Angriffsmodus", sagt Class und meint damit: "Die Zeit der Schließung wollen wir jetzt nutzen und vollen Fokus auf den Sommer legen." In der Sommersaison soll, so es die Pandemie zulässt, möglichst viel Umsatz gemacht werden, um auf den nächsten Lockdown vorbereitet zu sein. "Wir haben viel vor", verspricht Class.

Mit der coronabedingten Schließung klarkommen müssen nicht nur das Fräulein Fröhlich und das Mensch Meier, auch im "Cube Club" in der Tullastraße muss weiterhin auf das Feiern verzichtet werden. Betreiber Raphael Martzloff hatte diesen Lockdown schon im November vergangenen Jahres im Gespräch mit unserer Redaktion befürchtet und seinen Unmut geäußert. Schließlich habe es im "Cube Club" keinen einzigen positiven Corona-Fall gegeben.

Zur aktuellen Lage, erklärt Martzloff auf LZ-Anfrage, möchte man sich jedoch nicht äußern.

Zum dritten Mal geschlossen

Der Lockdown seit Ende November ist bereits die dritte Schließungsphase für Clubs und Diskotheken seit Beginn der Pandemie. Im Sommer 2020 war ein Betrieb mit festen Plätzen an den Tischen möglich. Im vergangenen Sommer durfte dann auch wieder die Tanzfläche genutzt werden. Zunächst mit der 3G-Regel und – im Falle des Mensch Meier – einer eigenen Testmöglichkeit. Im November dann noch mit 2G und zuletzt mit Maskenpflicht.