Corona-Testzentren Neue Verordnung verwirrt die Lahrer Kunden

Vincent Kapitel-Stietzel und Felix Gieger
Tester Frank Gassmann (rechts) kümmert sich im die Unterlagen von Getesteten am Testzentrum Klinikum. Foto: Kapitel-Stietzel

Die Zeit der komplett kostenlosen Corona-Schnelltests ist vorbei, viele müssen seit einigen Tagen wieder zahlen. In Lahr verkürzen daher viele der 43 gemeldeten Teststellen ihre Öffnungszeiten.

Lahr - Seit gut einer Woche gilt sie, die neue Corona-Testverordnung. Nur in Ausnahmefällen gibt es noch kostenlose Schnelltests, die anderen werden zur Kasse gebeten (siehe Info). Wie wirkt sich das auf die Lahrer Testzentren und deren Betreiber aus? Die Lahrer Zeitung hat sich umgehört.

So ist die Lage im Testzentrum:

"Hier ist sehr viel los", sagt Frank Gassmann, Tester am Klinikum. Das liege auch daran, dass das Drive-In-Testzentrum in der Geroldsecker Vorstadt nur noch am Samstag und Sonntag von zehn bis zwölf Uhr geöffnet ist. Deshalb kommen die Leute vermehrt zum Klinikum. Zwischen 7.30 Uhr und 13 Uhr wurden dort am Dienstag laut Gassmann 130 Tests abgenommen – inklusive PCR-Tests. "Es ist viel los, aber wir bewältigen das", sagt Gassmann. Auf die Frage, ob sich die Teststationen nach den Regeländerungen noch lohnen, antwortet er: "Bei den ansteigenden Coronazahlen lohnt es sich auf jeden Fall".

Das sagt ein Testzentrum-Betreiber:

"Die Verwirrung und der Stress beim Kunden sind groß", sagt Jonas Kenk. Der Pflegeheimleiter betreibt mehrere Testzentren, unter anderem das am Klinikum. Seit der neuen Testverordnung gäbe es noch keine einheitlich geregelte Dokumentation, jeder Betreiber müsse diese selbst bewältigen. Teilweise würden Leute Konzerttickets oder Handynachrichten mit der Einladung zum Geburtstag der Großmutter als Nachweis für den Drei-Euro-Test vorlegen, so Kenk.

Die Zahlung selbst ist an den von ihm betriebenen Testzentren nur mit Karte möglich: "Wir wollen kein Bargeld im Testzentrum." Schon jetzt sei das Risiko an einigen Stationen groß, wenn diese nur mit einer Person besetzt seien. Benötigt würden die Testzentren noch, findet Kenk. "Es geht um die Standorte – Tests werden noch gebraucht." Lohnen würden sich aber nur noch einige Standorte.

Das sagen Stadt und  Landratsamt:

Insgesamt 43 Lahrer Teststellen sind dem Landratsamt noch als aktiv gemeldet, schreibt die Behörde auf LZ-Anfrage. Wegen der neuen Verordnung habe es noch keine Abmeldung gegeben, die Entwicklung sei nicht absehbar. "Es muss abgewartet werden, wie sich der Testbedarf in der nächsten Zeit entwickelt", so die Behörde. Man stelle derzeit jedoch fest, dass einige Betreiber ihre Öffnungszeiten verkürzen.

Derweil hat die Stadt Lahr ihre Testzentren-Karte aus dem Netz genommen. "In den vergangenen Wochen haben wir festgestellt, dass mehrere Teststationen den Betrieb eingestellt haben, ohne uns darüber in Kenntnis zu setzen", teilte Pressesprecher Nicolas Scherger mit. Man könne derzeit nicht mehr für die Richtigkeit der Angaben garantieren. "Sofern sich abzeichnet, dass sich das Angebot an Teststationen wieder stabilisiert, können wir die Übersicht bei Bedarf schnell reaktivieren", so Scherger.

Info: Die neue Test-Verordnung

Seit dem 30. Juni ist eine neue Testverordnung in Kraft. Kostenlose Tests gibt es ab sofort nur noch für Risikogruppen und andere Ausnahmefälle – etwa für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Braucht man den Test für Familienfeiern, Konzerte oder Treffen mit Menschen ab 60 oder hat man eine rote Kachel in der Corona-Warn-App werden drei Euro fällig. Der Rest zahlt den Normalpreis, der meist bei etwa zehn Euro liegt.

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