Corona-Regeln verschärft Für Kippenheimer Pfleger gilt 2G plus

Julia Göpfert
In der Kippenheimer Pflegeeinrichtung Rebenblüte gilt für alle Mitarbeiter 2G Plus. Foto: dec

Was bundesweit erst ab März 2022 gilt, wird in der Kippenheimer Rebenblüte schon seit Dezember erprobt: Für alle Mitarbeiter gilt die 2G-Plus-Regel. Entlassungen gab es in Kippenheim aber keine.

In allen Benevit-Einrichtungen müssen alle Mitarbeiter einen Schutzstatus haben (geimpft, genesen, Antikörpernachweis oder ärztliches Attest) und werden zudem vor jedem Dienstbeginn getestet. "Für diese Entscheidung habe ich von Anfang an aus der Bevölkerung und von Angehörigen, aber auch von Mitarbeitern viel Zuspruch erhalten, was mich sehr gefreut hat", sagt Benevit-Chef Kaspar Pfister.

Und die bisherige Bilanz der Benevit-Einrichtungen scheint ihm Recht zu geben: Hatte das Unternehmen im Oktober und November noch mit mehreren Corona-Ausbrüchen zu kämpfen, sei die Lage derzeit ruhig: "Wir haben an den 29 Standorten der Benevit-Gruppe bei rund 2.500 pflegebedürftigen ambulanten und stationären Kunden eine Covid-19-Erkrankung und von den rund 2.000 Mitarbeiter sind aktuell drei Mitarbeiter aufgrund einer Covid-19-Infektion in Quarantäne. Allen geht es gut und ich gehe davon aus, dass in den nächsten Tagen die Quarantänemaßnahmen beendet werden können. Das Haus Rebenblüte ist coronafrei", berichtet Pfister, fügt aber hinzu: "Wir sind trotzdem hellwach und wissen, dass Omikron kommt."

Zwölf von insgesamt 2.000 Pflegern gingen

Und genau deshalb will Pfister auch nicht bis zur Einführung der bundesweiten 2G-Regel für Pflegekräfte im März warten: "Ich hätte mir das schon im August/September 2021 gewünscht. Gerade in der vierten Welle haben wir gesehen, dass ungeimpfte Mitarbeiter ein hohes Risiko darstellen, sich im privaten Bereich zu infizieren und das Virus unabsichtlich ins Haus tragen – und das trotz Testung vor jedem Dienstbeginn, FFP2-Maske, Desinfektion und aller weiteren Schutzmaßnahmen."

Als Pfister die Einführung der 2G-Regel Mitte November verkündet hatte, hatte er noch mit rund 70 Entlassungen gerechnet, diese Befürchtung ist so aber nicht eingetreten. "Bis jetzt kam es zu zwölf Trennungen, bei rund 2.000 Mitarbeitern weniger als die ›normale Fluktuation‹", berichtet er auf LZ-Nachfrage.

Es ließen sich in der Benevit-Gruppe seit der Ankündigung im November jeden Tag weitere Mitarbeiter impfen, einige Mitarbeiter haben mit Antikörpertests nachweisen können, dass sie genesen sind. "Insgesamt können wir zum aktuellen Zeitpunkt sagen, dass 96 Prozent aller Mitarbeiter einen Schutzstatus haben", fasst Pfister zusammen.

In der Kippenheimer "Rebenblüte" sind es sogar 100 Prozent. Im November war dort noch ein Mitarbeiter freigestellt gewesen. Nun jedoch "haben tatsächlich alle Mitarbeiter einen Schutzstatus. Somit gibt es auch keinen Anlass für eine Freistellung".

Und wie gehen die Mitarbeiter mit der neuen Situation um? "Es gibt den Mitarbeitern natürlich eine große Sicherheit, wenn jeder weiß, der oder die Kollegin mit der man Hand in Hand arbeitet, ist geimpft oder genesen und wird jeden Tag vor Dienstbeginn getestet", berichtet Pfister. Und auch die "in meinen Einrichtungen wohnenden Senioren und ihre Angehörigen wissen das zu schätzen, denn wir tun mehr, als die Corona-Verordnungen der Länder vorschreiben."

"Ich erfahre immer wieder, dass Sicherheit im eigenen Zuhause oft nichts anderes bedeutet, als komplette Isolation mit geringen sozialen Kontakten. Daraus entsteht Einsamkeit, die schwere seelische und auch körperliche Folgen für Senioren haben kann", ist sich Pfister sicher. Er hält das Leben in einer Gemeinschaft, die so geschützt wird, wie es Benevit in allen Einrichtungen umsetzt, für die bessere Alternative. "Einen garantierten Schutz vor Infektion gibt es allerdings nirgends", betont er.