Corona-Krise Robert Koch-Institut meldet 560 Corona-Neuinfektionen

Eine Biologielaborantin mit Proben auf das SARS-CoV-2-Virus. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa Foto: dpa

Berlin - Das Coronavirus breitet sich nach Ansicht des Virologen Christian Drosten nicht wie anfangs angenommen gleichförmig aus. "Wir haben wenige Leute, die viele andere Menschen infizieren", sagte er in einem Interview mit dem "Spiegel": "Ein solches Infektionsgeschehen kann man besser kontrollieren."

Das Robert Koch-Institut (RKI) verzeichnet seit vielen Tagen einen Rückgang der Neuinfektionen. Binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland zuletzt 560 Corona-Infektionen. Die Nachverfolgung der Infektionen ist für die Gesundheitsämter nach eigenen Angaben derzeit beherrschbar.

Zunächst hatte das RKI am frühen Freitagmorgen die Zahl von 741 Neuinfektionen angegeben, allerdings seien darin wegen technischer Probleme auch ältere Fälle enthalten, wie eine RKI-Datenexpertin auf Nachfrage erläuterte. Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise 180.458 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI meldete (Datenstand 29.05. 0 Uhr). In den Tagen davor wurden täglich rund 300 bis 600 neue Corona-Fälle gemeldet.

Bislang starben nach RKI-Angaben 8450 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 39. 164.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 900 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag bei 0,85 (Datenstand 29.5. 0 Uhr; Vortag: 0,61). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel mehr als acht weitere Personen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 29.5. 0 Uhr) bei 0,85 (Vortag: 0,78). Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

In Bremerhaven haben sich Dutzende Menschen mit dem Virus angesteckt, die einer Pfingstgemeinde angehören. Knapp ein Viertel der Landkreise verzeichnete keine neuen Fälle mehr innerhalb der letzten sieben Tage.

Die Stadt Regensburg reißt erneut die kritische Grenze für Corona-Neuinfektionen. Bei einer Reihen-Untersuchung waren in einem Ankerzentrum für Flüchtlinge bereits vor einigen Tagen viele Fälle festgestellt worden. Laut RKI-Datenbank ist der bayerische Landkreis derzeit der einzige, der den Schwellenwert von 50 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen überschreitet. Aufgrund von Meldeverzögerungen kann die tatsächliche Lage aber bereits anders sein.

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