Colmar Vom elsässischen Colmar an die Seine

Colmar/Paris. Die Ratspräsidentin des Departements Haut-Rhin in Colmar, Brigitte Klinkert, macht einen politischen Karrieresprung und wird Mitglied der neuen französischen Regierung unter Staatspräsident Emmanuel Macron. Französische Medien berichteten am Dienstag, dass Klinkert, die dem liberal-konservativen politischen Lager zugerechnet wird und Mitglied der Republikanischen Partei ist, im Arbeits- und Integrationsministerium in Paris als Ministre Deleguée berufen worden ist. Die Position ist mit der eines Staatsministers vergleichbar. Die Berufung Klinkerts stehe demnach mit Macrons Wunsch im Einklang, regionale Politiker zu stärken.

Klinkert wird in Paris im Bereich der Arbeitsmarktpolitik tätig sein und sich vorrangig um die Wiedereingliederung von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt kümmern. "Das wird in den kommenden Monaten sicher ein grundlegendes Thema sein", so die Politikerin. Aber auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wird sie weiter voranbringen wollen: Viele Politiker in der Region hätten diesen Wunsch mit ihren Gratulationen zu ihrer Berufung ins Regierungsamt verbunden. "Und das werde ich auch tun", so Klinkert. Einer derersten Gratulanten aus Baden war der Emmendinger CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Weiß, der Klinkerts Nominierung als Ministerin am Dienstag als "große Chance für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit" rühmte.

Architektin der Euro-Region

Klinkert sei stolz, "unser schönes Elsass", seine Projekte und die kommende Euro-Region Elsass nun in Paris vertreten zu dürfen. Die Euro-Region wurde im vergangenen Jahr beschlossen und gibt dem Elsass regionalpolitische Spielräume. Brigitte Klinkert gilt als Architektin dieser Gebietskörperschaft innerhalb der Region Grand Est in Frankreich, mit der ab 2021 unter anderem die Zusammenarbeit mit der deutschen Region am Oberrhein vorangetrieben werden soll. "Es gibt keine höhere Aufgabe, als seinem Land zu dienen", sagte Klinkert. Ob sie ihr Amt als Präsidentin des Departements Haut-Rhin weiterführen werde, sei derzeit noch offen. "Rechtlich ist das möglich, wir besprechen das noch", erklärte die Politikerin.

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