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Colmar Colmar, wie es trinkt und klingt

Man sieht nur noch Hände: Die Colmarer Weinmesse zieht jedes Jahr Hunderttausende Besucher an, auch wegen der Top-Konzerte, wie hier diese Woche bei Pop-Sänger Sting in der Messe-Arena mit 10 000 Fans. Foto: Braun

Erneut ein Besuchererfolg ist auch in diesem Jahr die Weinmesse im französischen Colmar, mit ihrem Mix aus Kultur und Konsum. Sie hat noch bis Sonntag offen.

 

Colmar. Eine der ungewöhnlichsten Veranstaltungen im nahen Frankreich geht an diesem Wochenende zu Ende: Die Weinmesse "Foire aux Vins d’Alsace" in Colmar. Eine Schau dieser Art, mit einer Kombination aus Popfestival, Weinfest und einer bunten Konsumgütermesse, ist weit und breit nirgends zu finden. Und das schon seit 70 Jahren, heuer feiert die Colmarer Weinmesse ihren runden Geburtstag.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass insgesamt wieder deutlich mehr als 200 000 Besucher in die französische Stadt strömen werden, um eine doch leicht skurrile Mischung aus Kultur, Kommerz und Spaß zu erleben. Höhepunkt der elftägigen Schau war Anfang dieser Woche das Konzert von Sting, der gemeinsam mit seinem Sohn Joe Sumner auf der Bühne der ausverkauften Messe-Arena stand. Ein Konzert nicht nur für Nostalgiker, aber gerade für jene besonders genial, denn der Pop-Barde lieferte ein fantastisches Programm seiner besten, oft legendären Pop-Klassiker ab. Viele davon noch aus Zeiten, als Sting der "Police"-Chef war. Einen Hit nach dem nächsten jagte er durch das restlos gefüllte Halbrund, das seit Langem ausverkauft war. Zwei Stunden Vollgas durch die Sting-Hymnen wie "Englishman in New York", "Message in a bottle" und "Fragile". Die Fans wollten den topfitten 65-Jährigen gar nicht mehr gehen lassen.

Mussten sie letztlich aber doch. Und dann beginnt auch an diesem Abend, was das Zusammenspiel dieser ungewöhnlichen Messe ausmacht: Die zehntausend Besucher strömen nach Hause, werden aber auf dem Weg zum Auto von der Konsumgütermesse gebremst. Da stehen wie bei bekannten heimischen Verbrauchermessen hallenweise Stände mit Waren aller Art. Lederjacken gibt es zu kaufen, Massagesessel, Whirlpools, schwere Motorräder und natürlich Autos, Elsässer Spezialitäten, Süßigkeiten bergeweise und vor allem: Weine.

Die Weinmesse ist bekannt dafür, all das zu kredenzen, was Elsässer Winzer aus den Trauben ihrer Region zaubern. Schrecklich süße Dessertweine bis hin zu köstlich trockenen Tropfen. Für jeden ist etwas dabei – und die meisten Messebesucher nutzen die Zeit vor und nach dem täglichen Kulturprogramm am Abend, um lustvoll zu bummeln, zu shoppen – und im Freundeskreis zu trinken. Die Weinmesse ersetzt im Nachbarland, was auf deutscher Rheinseite die Weinfeste sind. Da geht es mitunter hoch her.

Popsänger Sting, selbst ein begeisterter Winzer, ließ sich auf der Messe von Fachleuten die Vorzüge der elsässischen Weine erklären, die Böden und Sorten, den Anbau, die Tricks. Probiert hat er die Weine ganz sicher auch. Aber wohl erst nach seinem schweißtreibenden Auftritt.

INFO

"Foire aux Vins"

Die Weinmesse auf dem Messegelände Colmar hat noch bis morgen, Sonntag, geöffnet: am heutigen Samstag ab 10 Uhr, Sonntag ab 11 Uhr. Teile des Freigeländes ohne Gastronomie sind bis 21.30 Uhr geöffnet, die Hallen länger. Bei Eintritt vor 13 Uhr ist die Ganztageskarte kostenfrei (sonntags 4,50 Euro), zwischen 13 und 17 Uhr kostet der Einritt 4,50 Euro, nach 17 Uhr 7 Euro. Weitere Infos: unter www.foire-colmar.com.

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