Bürgermeisterwahl in Schwanau So haben sich die Kandidaten bei der Vorstellung geschlagen

Jonas Köhler

Neun Kandidaten, acht Minuten Redezeit, mehr als 200 Zuschauer. Die Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Schwanau haben sich am Mittwoch in der Rheinauenhalle den Schwanauern vorgestellt und für ihre Stimme geworben.

Ottenheim - Auch wenn auf dem Stimmzettel elf Bewerber stehen, standen am Mittwochabend nur neun Kandidaten auf der Bühne. Alexander Schindler hat, wie berichtet, am Sonntag seinen Rückzug erklärt, und Nicole Rebscher, einzige Frau unter den Kandidaten, "ließ sich entschuldigen", erläuterte Wahlausschussleiter Patrick Fertig. Zunächst sah es so aus, dass auch Frank Tschany fehlen würde, doch dieser traf mit etwas Verspätung noch ein.

Durch den Abend führte Jürgen Fleckenstein, Professor für Kommunalwissenschaften an der Hochschule Kehl. Er freute sich, dass auch viele junge Menschen in die Halle gekommen waren und dass die Vorstellung in Präsenz stattfinden konnte, denn nur so bekomme man einen wirklich guten Eindruck. Fleckenstein moderierte die einzelnen Kandidaten an, die acht Minuten Zeit hatten, sich den Schwanauern vorzustellen. Während ein Kandidat sprach, mussten die Mitbewerber den Saal verlassen.

In den Pausen zwischen zwei Bewerben unterhielt Fleckenstein das Publikum mit Fakten zur Wahl. So erklärte er, dass am Sonntag, 15. Mai, ein Kandidat "50 Prozent plus eins" der Stimmen braucht, um direkt gewählt zu werden. Bekommt niemand die absolute Mehrheit, geht es am 29. Mai in einen zweiten Wahlgang, bei dem die einfache Mehrheit ausreicht. Für diesen Fall gibt es eine neue Bewerbungsfrist für neue Kandidaten. Diese läuft bis Mittwoch, 18. Mai, 18 Uhr.

Stimmen für Schindler zählen

Auch wenn Alexander Schindler, der von vielen als Favorit  für  den Wahlsieg gehandelt worden war, seinen Rückzug erklärt hat, bleibt er auf dem Stimmzettel  – und für ihn abgegebene Stimmen zählen, erläuterte Moderator Jürgen Fleckenstein. Schindler werde die Wahl dann nicht annehmen. Zudem erklärte Fleckenstein den Schwanauern, dass diese die Möglichkeit haben, in der zwölften Zeile – einer Leerzeile – einen eigenen Kandidaten zu benennen. Dieser müsse allerdings wählbar sein, das heißt zwischen 25 und 67 Jahre alt  und EU-Staatsbürger sein. Zudem müsse dieser Kandidat zweifelsfrei betitelt werden, beispielsweise mit der Adresse. »Hans Müller reicht nicht«, so Fleckenstein. Bei der OB-Wahl in Freiburg hätte auf diese Weise Christian Streich, Trainer des SC Freiburg, mehrere Stimmen bekommen. 

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