Bürgermeisterwahl in Schwanau Das sind die wichtigsten Ziele der Kandidaten

Nadine Goltz
Die Hausarztsuche für Schwanau ist für ein paar Kandidaten das erste Projekt, was angegangen wird, würde es am Sonntag, 14. August, zu einem Wahlsieg kommen. Foto: Ulmer

Zehn Kandidaten haben sich vorgenommen, Bürgermeister von Schwanau zu werden. Die LZ wird den Wahlkampf mit einer Serie begleiten und hat zunächst nachgefragt, welchem Ziel die Bewerber als Erstes nachgehen würden, sollten sie gewinnen.

Schwanau - Noch immer ist der Chefsessel der Schwanauer Verwaltung unbesetzt. Das soll sich aber mit der Bürgermeisterwahl am Sonntag, 14. August, ändern. Insgesamt zehn Kandidaten haben sich für das Amt beworben: Ulrich Weide, Dennis Boyette, Dirk Steinhart, Marco Gutmann, Steffan Ostermann, Haydar Sahin, Mischa Mack, Martin Häfele, Nicole Rebscher und Alexander Volkmann hoffen auf die Stimmen der Schwanauer.

Die Lahrer Zeitung wird den zehn Bürgermeisterkandidaten in den kommenden Wochen bis zur Wahl die Möglichkeit bieten, sich den Bürgern näher vorzustellen. Im ersten Teil der LZ-Serie soll es um die Ziele gehen, die als Erstes angegangen werden, würde es am 14. August zu einem Wahlsieg kommen. Bis auf Nicole Rebscher haben sich alle der Frage angenommen.

Die Ziele der Bewerber gehen auseinander. Ein paar verfolgen bereits konkrete größere Projekte, andere wollen zunächst einmal "klein" anfangen und die Mitarbeiter der Verwaltung – von Rathaus bis hin zu Forst und Bauhof – näher kennenlernen. Mehrfach wurde sich die Hausarztsuche als Ziel gesteckt, die so schnell wie möglich behoben werden sollte. Manchen Kandidaten ist es ein großes Anliegen, zunächst einmal mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, um zu erfahren, was die Schwanauer brauchen und was sie beschäftigt. Dazu ist unter anderem eine Erhebung in Form eines Fragebogens geplant. Für einen Bewerber steht ganz klar die Förderung der Digitalisierung im Fokus, ein anderer will sich zunächst den Gewerbeeinnahmen und deren Steigerung widmen. Für einen Bewerber stehen die Jüngsten der Gemeinde an erster Stelle – so sollen möglichst schnell mehr Angebote für Jugendliche realisiert werden.

Wer von den Bürgermeisterkandidaten einen weiteren Eindruck erhalten möchte und am Mittwochabend zur offiziellen Vorstellung der Bewerber nicht in der Ottenheimer Rheinauenhalle anwesend sein konnte, kann dies über die Homepage der Gemeinde www.schwanau.de tun. Die Kandidaten haben sich an diesem Abend zunächst selbst und dann ihr Wahlprogramm vorgestellt und sich im zweiten Teil den Fragen der Bürger gestellt. Die Verwaltung hat den kompletten Abend aufgezeichnet, sodass die Bürger sich die Veranstaltung auch von Zuhause aus ansehen können.

Ulrich Weide: "Bei allem Tatendrang wird meine erste Aufmerksamkeit meinen Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung gelten (Rathaus, Ortsverwaltungen, Bauhof, Forst, Kläranlagen). Die dringlichsten Themen werde ich sicherlich von ihnen genannt bekommen. Auch die Vorstellung bei Behörden wie Landratsamt und Nachbargemeinden ist aus diesem Grund wichtig."

Dennis Boyette: "Ich erstrebe als neutraler Bürgermeister eine Einbindung Ihrer Ansichten in unserer Politik. Nicht meine Ziele stehen im Fokus, sondern Ihre! Mittels einer wissenschaftlich fundierten Erhebung Ihrer ›Wehwehchen‹ ermögliche ich ein ›Wir sind Schwanau‹. Die anonymisierte Fragebogen-Erhebung wird sowohl digital als auch schriftlich durchführbar sein."

Dirk Steinhart: "Das erstes Ziel als neuer Bürgermeister ist die Hausarztfrage für die Zukunft anzugehen. Hier drängt die Zeit! Ich plane die Gründung einer Arbeitsgruppe aus Teilen der Verwaltung und notwendigen externen Partnern, um zum einen die Rahmenbedingungen für interessierte Mediziner zu ermitteln und zum anderen eine Anwerbestrategie zu entwickeln."

Marco Gutmann: "Das erste Ziel, sollte ich gewählt werden,  ist ganz klar, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde kennenzulernen. Neben den  Ortschafts- und Gemeinderäten sind sie es, mit denen ich die gemeinsamen Ziele für Schwanau angehen möchte. Die gute Zusammenarbeit ist unabdingbar für einen erfolgreichen Start in diese verantwortungsvolle Aufgabe."

Steffan Ostermann: "Werden mich die Schwanauer am Sonntag, 14. August, zu ihrem neuen Bürgermeister wählen, werde ich mit dem Gemeindeausschuss versuchen, ein neues Baugebiet und ein Industriegebiet auf den Weg zu bringen. Damit soll ermöglicht werden, dass mehr Personen und finanzielle Mittel in die Schwanauer Gemeindekassen fließen können."

Haydar Sahin: "Ich werde die Digitalisierung fördern. Die Digitalisierung bringt Chancen und Herausforderungen mit. Die Verwaltung wird ein attraktiver Arbeitgeber, weil die Mitarbeiter von zu Hause arbeiten können. Herausforderungen: wir müssen Prozesse systematisieren, Standardisieren und pflegen. Das Wichtigste wird sein, dass wir das System gegen Attacken schützen."

Mischa Mack: "Sollte ich der neue Bürgermeister werden, würde mein erstes Ziel in Richtung der Jüngsten der Gemeinde gehen: Ich würde mehr Angebote für Jugendliche, einen sicheren Rückzugsort zum Beispiel in Form eines Jugendclubs sowie einen Jugendrat schaffen, damit die Jugend sich selbst mehr in der Gemeinde einbringen kann. Die Jugendlichen sind die Bürger von morgen."

Martin Häfele: "Mein erstes Ziel wird es sein, die Hausarztsuche zum erfolgreichen Abschluss zu bringen. Wir leben in einer der schönsten Regionen Deutschlands, mit sehr kurzen Wegen einer infrastrukturellen und wirtschaftlich starken Region. Da bin ich mir absolut sicher, dass es viele Ärzte/Ärztinnen gibt, die sich genauso wie wir, in unsere Region verlieben."

Alexander Volkmann: "Mein erstes Ziel wird es sein, alle Mitarbeiter der Gemeinde kennenzulernen und mir einen Überblick über die aktuelle Situation der Gemeinde Schwanau zu verschaffen. Auf Basis dieser Auswertung würde ich dann die Prioritäten für die kommenden Wochen legen, die bestenfalls mit den Themenfeldern aus meinem Wahlkampf übereinstimmen."

LZ-Serie

Die Lahrer Zeitung begleitet die Schwanauer Bürgermeister erneut in Form einer Serie. Die Kandidaten werden samstags und mittwochs bis zur Bürgermeisterwahl am Sonntag, 14. August, über verschiedene Themenbereiche befragt. In der ersten Folge ging es nun um die ersten Ziele im Falle eines Wahlsiegs. Am Mittwoch, 3. August, wird es um die persönlichen Fähigkeiten der Kandidaten gehen. Die Lahrer Zeitung hat bei allen zehn Bürgermeisterkandidaten nachgefragt, allen standen die gleiche Anzahl an Zeichen zur Verfügung. Nur die einzige Frau im Bewerberfeld, Nicole Rebscher, hatte sich der Fragen nicht annehmen wollen.

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