Bürgermeisterwahl in Schwanau Bedauern über Rückzug von Alexander Schindler

Jonas Köhler
Alexander Schindler hat seine Bewerbung um den Schwanauer Rathaus-Chefsessel aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen Foto: privat

Paukenschlag in Schwanau: Bürgermeister-Kandidat Alexander Schindler hat seine Bewerbung zurückgezogen – aus gesundheitlichen Gründen, so der 43-Jährige. Die Nachricht sorgte für Bedauern in der Gemeinde. Der Ruster galt als Favorit.

Schwanau - "Aufgrund einer akuten ärztlichen Diagnose muss ich mit großem Bedauern erklären, dass ich meine Kandidatur nicht aufrechterhalten kann", ließ Alexander Schindler am Sonntagabend in einer Pressemitteilung wissen. "Viele Menschen in Schwanau haben mir unglaubliche Wertschätzung entgegengebracht. Das werde ich nicht vergessen. Ich bedauere sehr, dass meine aktuelle Lage eine Fortsetzung des Wahlkampfes ausschließt. In dieser Situation muss ich allerdings meine Gesundheit in den Mittelpunkt stellen", so der 43-Jährige Verwaltungsfachmann aus Rust weiter.

Mit dem Rückzug Schindlers, der fraktions- und ortsübergreifend als Favorit auf die Nachfolge von Wolfgang Brucker galt, sind nur noch zehn Bewerber im Rennen. Ihren neuen Bürgermeister wählen die Schwanauer am Sonntag, 15. Mai.

Der scheidende Kandidat dankt in der Mitteilung den Menschen in seinem Umfeld, die ihn in den zurückliegenden Wochen unterstützt haben. Gleichzeitig bittet Schindler um Verständnis für seine Entscheidung, die ihm "sehr schwer gefallen" sei. Den verbliebenen Kandidaten wünscht der zweifache Familienvater "alles Gute und dem/der zukünftigen Amtsinhaber/in eine glückliche Hand bei der Entwicklung der Gemeinde, die großes Potenzial hat".

"Ich bedauere es zutiefst", kommentierte die Fraktionssprecherin der SPD im Gemeinderat und Ortsvorsteherin von Nonnenweier, Dagmar Frenk, den Rückzug Schindlers am Montag auf LZ-Nachfrage. Und: "Mir ist bange um Schwanau". Bei den verbleibenden zehn Kandidaten erkenne sie keinen geeigneten Bewerber.

Anders sieht dies Hartmut Läßle (Liste Hartmut Läßle und stellvertretender Ortsvorsteher in Wittenweier). "Ich habe noch nicht mit allen gesprochen, aber es gibt auch Kandidaten, die interessiert und sympathisch sind", sagte er unserer Redaktion. Doch auch er findet es "natürlich schade", dass mit Schindler ein Bewerber geht, der "auf dem Papier die Voraussetzungen" erfülle und der "der absolute Favorit" gewesen wäre. Läßle rechnet nicht damit, dass ein Kandidat bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erhält. Er könne sich vorstellen, dass es Gedankenspiele gibt, nun neue Kandidaten für einen möglichen zweiten Wahlgang anzusprechen. Dies sei in der Kürze der Zeit jedoch nicht so einfach. "Es ist nicht so, dass den Job jeder machen kann". Läßle ist wichtig, dass man "den Kandidaten, die sich ehrlich bemühen, nicht unrecht tut".

Verständnis für die Beweggründe

"Der Rückzug von Herrn Schindler ist mit Sicherheit ein großer Verlust für das Niveau der Schwanauer Bürgermeisterwahl insgesamt. Für die Beweggründe zu seinem Rückzug muss man jedoch großes Verständnis haben", teilt die CDU-Fraktion mit. Das restliche Bewerberfeld zeichne sich dadurch aus, dass alle mehr oder weniger als Quereinsteiger ins Rennen gehen. "Durch fachliche Verwaltungskompetenzen kann sich keiner der Bewerber auszeichnen. Was ja nicht sein muss, aber sicherlich von Vorteil wäre. Unseres Erachtens bedenklich ist, dass Bewerber dabei sind, die man eigentlich nicht wählen kann und man sich die Frage stellen muss, ob diejenigen aus ihrer Kandidatur einen Flachs machen", heißt es in der Stellungnahme weiter. Weitere Aktivitäten bei einem möglichen zweiten Wahlgang, schließt die CDU nicht aus. "Ziel ist es für Alle Schwanauer Bürgerinnen und Bürger am Ende ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen", so die Fraktion.

"Es ist überraschend und schade, aber die Gesundheit geht natürlich vor", sagt Allmannsweiers Ortsvorsteher Michael Krenkel. Auch er rechnet nicht damit, dass am 15. Mai einer der verbliebenen zehn Bewerber die absolute Mehrheit erhält.

Briefwahlstimmen für Schindler bleiben gültig

Ottenheims Ortsvorsteherin Silke Weber (FWV) "tut es sehr weh, dass Schindler seine Kandidatur zurückgezogen hat". Sie hofft auf einen zweiten Wahlgang und dass sich dort dann weitere Kandidaten finden werden. Gleichzeitig habe sie Verständnis für Schindlers Schritt, denn die Gesundheit gehe vor. "Ich wünsche ihm Gesundheit und ein glückliches Leben mit seiner Familie", so Weber, die in Schindler einen Fachmann in Sachen Verwaltung sieht.

"Die Wahl findet wie festgesetzt am 15. Mai statt", erklärte die Gemeinde Schwanau am Montagabend in einer Pressemitteilung. "Die Namen aller elf vom Gemeindewahlausschuss zugelassenen Bewerber verbleiben auf dem Stimmzettel. Die per Briefwahl bereits abgegebenen Stimmen bleiben gültig".

Anteilnahme im Netz

Auf seiner Facebook-Seite erhielt Alexander Schindler nach Bekanntgabe seines Rückzugs viele Genesungswünsche. Einige Nutzer bedauern, dass er nicht mehr kandidiert, zeigen aber Verständnis. "Es ist so schade für uns in Schwanau, aber die Gesundheit geht vor", lautet ein Kommentar. "Es war sicher kein leichter Schritt, zurückzutreten von der Kandidatur", schreibt ein anderer Nutzer. "Sie hätten mit Sicherheit schon im ersten Wahlgang die Mehrheit bekommen", ist sich ein weiterer sicher, der jedoch in die Zukunft blickt: "Ich sehe Sie eines Tages als Bürgermeister von Rust!"

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