Bollenbach Keine Extrakosten für die Eigentümer

Der Hochwasserschutz in Welschensteinach ist Thema im Ortschaftsrat gewesen.Foto: Störr Foto: Lahrer Zeitung

Die Hochwasserschutz-Maßnahmen in Welschensteinach werden aktuell durch Mitarbeiter des Haslacher Büros Wald und Corbe mit den Anwohnern abgestimmt. Bisher haben alle Eigentümer den geplanten Vorrichtungen zugestimmt.

Steinach. Ortsvorsteher Xaver Rockenstein blickte in der jüngsten Ortschaftsratssitzung zunächst auf das verheerende Hochwasser im Jahr 2008 zurück, das am Ende als 30-jährliches Ereignis eingestuft wurde. "Sehr früh hat sich herauskristallisiert, dass wegen der Ortslage Welschensteinachs nur lokale Einzelschutzmaßnahmen letztendlich finanzierbar und zielführend sein können", bilanzierte Rockenstein.

Nachdem das Steinacher Rückhaltebecken offiziell in Betrieb genommen wurde, könnten nun die Maßnahmen oberhalb des Gewässerlaufs beginnen. Die erste Begehung habe 2019 durch die Mitarbeiter des Fachbüros stattgefunden, der Bedarf sei ermittelt und durch den Gemeinderat sowie die Förderstelle im RP genehmigt worden.

Das Ergebnis sei in der vergangenen Woche den Gewässer-Anrainern vorgestellt und deren Vorschläge aufgenommen worden. "Der Abschluss der Begehung findet am 10. August im Tannenwaldweg statt", blickte der Ortsvorsteher voraus. Die Kosten werden zu 70 Prozent vom Land getragen und zu 30 Prozent von der Gemeinde Steinach.

Den Eigentümern entstehen keine Kosten, sofern sie die vorgeschlagenen und genehmigten Maßnahmen umsetzen. Ein Abstimmungsgespräch im RP wurde anberaumt, um die Möglichkeit eines Zuschusses in Höhe der genehmigten Maßnahme abzuklären, wenn ein Eigentümer darüber hinausgehend in den Hochwasserschutz investiert. Dabei soll auch geklärt werden, ob bereits privat investierte Kosten nachgereicht und entsprechend gefördert werden können. Noch im laufenden Jahr sei der Beginn der Arbeiten geplant. "Man sieht ein Ziel vor Augen", betonte Xaver Rockenstein.

Im Zuge der Hochwasser-Diskussion wurde auch das Thema Brücken beleuchtet. Ortsrat Christian Schätzle erkundigte sich nach deren Zustand im Gesamten, weil sie gerade im Wasserabfluss eine entscheidende Rolle spielen und der Durchlass durch Anlandungen verschlammt sei.

Xaver Rockenstein verwies auf die relativ regelmäßige Entfernung der Anlandungen im Abstand von drei, vier Jahren. "Das darf entfernt werden, eine Tieferlegung des Baches geht allerdings nicht", betonte er. Die Leistungsfähigkeit des Bachs liege bei etwa acht Kubikmetern, im Falle eines HQ 100 müssten 33 Kubikmeter abfließen – durch Tieferlegung oder Verbreiterung des Bachs ein Ding der Unmöglichkeit. Die Brücken wären immer wieder ein Thema, das Land sei lediglich für diejenigen unterhalb der Landstraße zuständig. Alle weiteren liegen in der Zuständigkeit der Gemeinde und hätten nicht direkt mit dem Hochwasserschutz zu tun.

Der Ortschaftsrat wird im Steinacher Gemeinderat den Antrag auf Überprüfung der Welschen­steinacher Brücken stellen. Außerdem müssen der Langbrunnen und der Allmendbach im Zuge des Hochwasserschutzes betrachtet werden. Ein Dankeschön gelte Simone Muth auf kommunaler Ebene und den Mitarbeitern des Büros Wald und Corbe für die Unterstützung und fachlich fundierte Begleitung.

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