Blaulicht vom 4. Februar Marihuana-Plantage in ehemaligem Kaufhaus

Die Polizei hat eine Drogenplantage entdeckt. Symbolbild. Foto: dpa

VS-Schwenningen: Eigentlich waren die Beamten der Polizei zum Einkaufszentrum s’Rössle in Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) ausgerückt, weil sie im Keller des leer stehenden Gebäudes einen Wasserrohrbruch vermutet hatten. Vor Ort aber stießen sie auf etwas ganz anderes: einen offenen Wasserhahn, aus dem das Wasser bis auf die Straße lief – und eine professionell betriebene Marihuana-Plantage.

Rund 100 Kübelpflanzen befanden sich laut Polizei in dem abgeschlossenen Kellerraum, als die Beamten bereits Mitte Dezember den überraschenden Fund machten. Für die Tat müssen sich ein 35 und ein 29 Jahre alter Mann aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis verantworten, die sich bei ihrer Festnahme in dieser Woche geständig zeigten. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen fand die Polizei mithilfe von Rauschgiftsuchhunden der Polizeihundeführerstaffel Rottweil geringe Mengen an Marihuana und Speed.

"Die Plantage verfügte über Licht, eine Entlüftungs- und Bewässerungsanlage sowie über Wärmebestrahlung für die benötigte Temperatur. Sie war technisch auf dem neuesten Stand", erklärt Renate Diesch, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Tuttlingen. Es gebe zwar Plantagen mit weit mehr als 100 Hanfpflanzen, doch klein sei das Ausmaß im s’Rössle nicht. Welche Menge an Cannabis aus den Pflanzen hätte gewonnen werden können, sei noch unklar. Das könne ermittelt werden, sobald die Pflanzen, die das Kriminalkommissariat VS sichergestellt und abgeerntet hat, getrocknet sind.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Konstanz erließ das Amtsgericht Haftbefehl gegen die zwei Männer. Welche Strafe sie wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz erwartet, wird sich nach weiteren Ermittlungen zeigen. Es müsse unter anderem geklärt werden, ob weitere Täter involviert waren und ob sie geplant hatten, die Drogen weiterzuverkaufen.

Die Plantage existierte offenbar seit Sommer. Durch das große Gebäude und den geschlossenen Kellerraum, so Diesch, sei das aber niemandem aufgefallen. "Es war alles sehr unauffällig" – bis einer der Täter offensichtlich vergaß, den Wasserhahn für die Bewässerung zuzudrehen.

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