Bis zu 4500 Impfungen täglich Kreis will vier Impfzentren einrichten

Marco Armbruster

Der Kreis will in der Ortenau vier Impfzentren errichten. Dafür hat er beim Land die Mittel beantragt. 4500 Impfungen täglich wären so möglich. Der "Impfstützpunkt" in Offenburg soll durch ein Zentrum mit 18 Impfstraßen ersetzt werden.

Ortenau - Abhilfe soll nun die Wiedereinführung der Impfzentren schaffen: Zur "optimalen Abdeckung des Ortenaukreises mit Impfangeboten" beantragte das Landratsamt am Mittwoch beim Sozialministerium insgesamt vier stationäre Impfzentren. Das hatte den Landkreisen Mitte November eingeräumt, den Bedarf an zusätzlichen Impfkapazitäten zu melden.

Wo sollen die neuen Impfzentren entstehen?

Die könnten in Haslach, Lahr, Oberkirch und Offenburg eingerichtet werden, teilt das Landratsamt mit. Dabei will der Kreis in Offenburg erneut auf die Zusammenarbeit mit der Messe Offenburg bauen. Dort könnte wieder die Messehalle 1 genutzt werden. Für das Kreisimpfzentrum in Lahr ist die Rheintal- oder Großmarkthalle vorgesehen, während in Oberkirch auf die Infrastruktur im ehemaligen Krankenhaus zurückgegriffen werden kann. Auch für Haslach gibt es bereits Angebote der Stadtverwaltung.

Wie groß sollen die Zentren werden?

In Offenburg soll ein Kreisimpfzentrum mit 18 Impfstraßen und einem Zehn-Stunden Betrieb eingerichtet werden. Zur Erinnerung: Das ehemalige Zentrale verfügte zu Hochzeiten über zwölf Impfstraßen. In den anderen Städten sollen jeweils sechs Impfstraßen – nach Möglichkeit ebenfalls in einem Zehn-Stunden-Betrieb – eingerichtet werden. Mehr als 4500 Impfungen täglich wären möglich

Wann kann es losgehen?

Mit den Vorbereitungen kann    gestartet werden, sobald die Finanzierungszusage des Sozialministeriums vorliegt. Die Prüfung der Anträge wurde noch für diese Woche zugesichert, heißt es aus dem Landratsamt. Bis zum ersten Piks wird es dann jedoch noch dauern: »An allen Standorten könnten wir innerhalb von zwei Wochen die bereits bestehenden Strukturen wiederaufbauen und neue Kreisimpfzentren schaffen – und diese auch personell ausstatten«, erläutert Diana Kohlmann, Projektleiterin Impfen im Ortenaukreis, am Mittwoch.

Wieso braucht es nun doch Impfzentren?

Derzeit gebe es viele kleingliedrige Angebote vor Ort. Diese seien sinnvoll, könnten die Nachfrage nach Impfungen aber nicht erfüllen – Schlangen und Wartezeiten sind oft die Konsequenz (siehe info). Die Kapazität des "Impfstützpunkts" liegt etwa bei rund 400 Impfungen am Tag – nicht einmal ein Zehntel der geplanten Impfzentren. "Für uns ist es daher zwingend erforderlich, stationäre Kreisimpfzentren aufzubauen, damit möglichst schnell ein großes Impfangebot geschaffen werden kann", so Kohlmann.

Wer wird die Impfzentren betreuen?

Bei der personellen Ausstattung setzt der Ortenaukreis auf seinen bewährten Mitarbeiterpool innerhalb des Landratsamts. Zusätzlich kann zumindest teilweise auf das bereits Anfang 2021 eingestellte Personal zurückgegriffen werden. Vonseiten der Ärzteschaft besteh eine große Bereitschaft im Kreisimpfzentrum mitzuarbeiten, heißt es. Auch gebe es wieder das Angebote der Malteser und des Deutschen Roten Kreuzes, die bereits die Mobilen Impfteams unterstützen.

Was wird aus den »Impfstützpunkten«?

Die Organisation mit dem von mobilen Impfteams getragenen "Impfstützpunkten" binde in der aktuellen Situation zu viel Zeit und Personal und sei trotz aller Bemühungen nicht ausreichend, konstatiert Kohlmann am Mittwoch und erklärt gegenüber unserer Zeitung: Wenn in der Messehalle 1 tatsächlich 18 Impfstraßen eingerichtet werden können, würde der Offenburger "Impfstützpunkt" aufgelöst werden. "Zwei nebeneinanderliegende Angebote würden keinen Sinn machen", so Kohlmann. Falls die Impfzentren kommen, könnten die mobilen Teams ihre freie Kapazität wieder in die Fläche bringen. Denn auch bei Einrichtung zusätzlicher Impfzentren sollen weiterhin Vor-Ort-Termine angeboten werden. Infos dazu gibt’s weiterhin im Netz auf www.ortenaukreis.de/corona.

Was liegt der Unterschied zwischen »Stützpunkt« und »Zentrum«?

"Ein Stützpunkt ist eine lokale Aktion eines mobilen Impfteams", erläutert Dezernentin Kohlmann. Der kann durchaus längere Zeit an einem Ort aktiv sein – aber eben auch wandern. Die Zentren waren fest eingerichtet und sollen es wohl auch in Zukunft wieder sein.

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