Bildungszentrum Haslach Rektor Terglane bleibt wohl am BZ

Spricht von einem "Bauchgefühl": Rektor Christof Terglane geht nicht davon aus, dass er das Haslacher Bildungszentrum verlassen wird. Archivfoto: Reinhard Quelle: Unbekannt

Gemeinderat: Rektor des Bildungszentrums spricht von "Bauchgefühl" / Bericht über Schulstart

Christof Terglane bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit Rektor des Bildungszentrums Haslach, auch wenn er einen Wechsel angestrebt hatte. Das erklärte er am Dienstagabend in der Gemeinderatssitzung.

Haslach Die beiden Konrektorinnen Silke Nitz und Katrin Knapp haben Rektorenstellen in Freiburg übernommen. In den Sommerferien war bekannt geworden, dass alle drei Köpfe des BZ-Führungsteams sich aus der Hansjakobstadt weg beworben hatten.

Inzwischen geht Terglane aber davon aus, dass er selbst dem Bildungszentrum erhalten bleibt. Auf Nachfrage aus dem Gemeinderat gab er an, das sei ein "Bauchgefühl". Gehört habe er von der Stelle, bei der er sich beworben hat, noch nichts – allerdings sei die Wahrscheinlichkeit seiner Einschätzung nach sehr gering, dass auch er Haslach verlassen werde.

Dem vorangegangen war Terglanes Bericht über den Start ins aktuelle Schuljahr am Bildungszentrum, das Grund-, Werkreal- und Realschule abdeckt. "Mit Corona haben wir natürlich immer noch zu tun", sagte Terglane. "Zum Glück aber nicht mehr in Sachen Fernunterricht."

Trotzdem lässt das Thema die Schule nicht los und stellt sie vor Herausforderungen. Aktuell machen die Pausen Schwierigkeiten. Denn während Kontaktbeschränkungen im Privaten so gut wie keine Rolle mehr spielen, dürfen verschiedene Schülergruppen sich auf dem Pausenhof eigentlich immer noch nicht durchmischen. Diese sogenannte Kohortenbildung "ist fast nicht mehr machbar", so Terglane.

Die Corona-Tests bleiben noch mindestens bis zu den Winterferien, weiß man im BZ mittlerweile. Diese seien mit enormem Aufwand verbunden, berichtete der Rektor – und ebenso "enormen Kosten".

Die Digitalisierung am Bildungszentrum schreitet indes weiter voran. Zunächst werden jetzt digitale Endgeräte für die Lehrer zur Verfügung gestellt. Wenn dann noch die Grundschule bis zu den ersten Klassen mit digitalen Tafeln ausgestattet ist, "haben wir unser Ziel erreicht".

Zusätzlich engagiert das Haslacher Bildungszentrum sich in einem der Trios, die das Land Baden-Württemberg im Projekt "Bildung in der digitalen Welt in der Realschule" gebildet hat. Bei diesen soll es laut Terglane darum gehen, einen intensiveren Fokus auf die Frage zu legen, was der Einzug digitaler Medien in den Unterricht überhaupt bedeutet. Auf der Internetseite des Bildungsministeriums heißt es: "Ziel ist es, die lernförderlichen Potenziale der digital vernetzten Welt für die Realschulen verstärkt zu nutzen." Die Schulen kooperieren eng, im Trio mit Haslach sind die Einrichtungen in Wolfach und Gengenbach im Boot.

Und auch in anderer Hinsicht stellt sich in Haslach die Frage, wie das Lernen der Zukunft aussehen soll. Am Bildungszentrum stehen umfassende bauliche Maßnahmen an wie die Sanierung des Gebäudes F, die Erneuerung der Schulküche, Akustikmaßnahmen in den Fluren und im Treppenhaus, Ausstattung der Kooperationslernräume oder die Sanierung der Turnhalle. In diesem Zusammenhang müsse über die Ausrichtung der Schule beziehungsweise der Lernkultur nachgedacht werden. "Wenn wir das angehen, legen wir uns auf die nächsten 30 bis 40 Jahre fest", machte Terglane deutlich. Die Frage, wie das Lernen der Zukunft aussehen solle, sei zentral.

Bei der Vorstellung der Schülerzahlen (siehe Info) hatte Terglane bemerkt, er hoffe, dass die Mühlenbacher Werkrealschule erhalten bleibe. Joachim Prinzbach (FW) wollte wissen, warum. Terglane befand, eine Wahlmöglichkeit in diesem Bereich sei wichtig. Diese werde den Kindern genommen, wenn es nur noch eine entsprechende Schulform am Ort gebe.

Insgesamt besuchen das Haslacher Hansjakob-Bildungszentrum derzeit 719 Schüler. Das bedeutet einen kontinuierlichen Rückgang während der vergangenen Jahre. Terglane hofft, dass dieser Trend sich jetzt langsam wieder umkehrt. Die Zahl der Grund- und Realschüler hat sich leicht erhöht, an der Werkrealschule gehen die Anmeldungen weiter zurück. Dass die neue Werkrealschul-Klasse sich aus 22 Schülern zusammensetzt, freut den Rektor, denn die Erhaltszahl liegt bei 16. Die Ganztagsschüler dagegen sind dem BZ durch Corona regelrecht weggebrochen. Weiterer Befund: Die meisten Abgänger wechseln aufs Gymnasium (Realschule) oder die Berufsfachschule (Werkrealschule). Das konnte Terglane sich noch nicht erklären – Fakt sei, dass die Abgänge in Richtung Ausbildung dramatisch abgenommen haben.

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