Awo-Vorsitzende meint Menschen in Hornberg driften in die Vereinsamung

In diesem Jahr gibt es keinen Martini- und keinen Weihnachtsmarkt und somit keinen Verkaufsstand, wie im Jahr 2019 mit den AWO-Vorstandsmitgliedern Ingrid Sapia (von inks)und Inge Lehmann. (Archivfoto) Foto: Awo

Wie bei vielen Vereinen fallen auch die kommenden Veranstaltungen der Awo Hornberg aus - so der Verkaufsstand auf dem Martinimarkt und auf dem Weihnachtsmarkt. Der Schwabo hat die Vorsitzende Henriette Haas zu den Folgen befragt.

Hornberg - "Alle Aktivitäten, die Geld gebracht hätten, sind dieses Jahr ausgefallen. Beim ersten Lockdown unser Wald- und Kinderfest und jetzt die Stände auf dem Martinimarkt und auf dem Weihnachtsmarkt", fasst Haas zusammen. Als Alternative für den Martinimarkt wird die Awo ihren Verkaufsstand wetterabhängig entweder vor oder in der Begegnungsstätte öffnen.

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Ebenfalls der Corona-Verordnung zum Opfer fiel die Landessammlung. "Statt der Sammlung von Haus zu Haus hatten wir über die Zeitungen um finanzielle Unterstützung gebeten". Das Ergebnis des Spendenaufrufs sei eine große Hilfe gewesen.

Doch auch die geselligen Aktivitäten haben laut Haas schwer unter der Pandemie gelitten, es konnten beispielsweise nur drei kleine Ausflüge mit öffentlichem Nahverkehr unternommen werden. Der gemütliche Nachmittag mit Mitgliederehrungen wurde auf das kommende Jahr verschoben.

"Die Absage der großen Abschlussveranstaltung im Dezember, die Weihnachtsfeier für alle Senioren in der Stadthalle, ist besonders bedauerlich", informiert Haas. "Uns liegt das Wohl und die Gesundheit unserer Mitbürger sehr am Herzen, daher bleibt uns leider keine andere Wahl als die Weihnachtsfeier abzusagen", teilt Haas mit.

Die Veranstaltung erfreute immer viele älterer Mitbürger. Sie trafen mal wieder alte Bekannte, konnten sich ausgiebig unterhalten und genossen den Kaffee und Kuchen.

Sprach- und Lernhilfe fehlt

Es sei sehr schade, denn gerade die ältere Generation leide unter den Kontaktbeschränkungen, drifte in die Vereinsamung und habe kaum eine Möglichkeit, dem zu entgehen. Hinzu komme die zeitweise Schließung der Begegnungsstätte. Ein Nachmittag mit netten Gesprächen und dem weihnachtlichen Flair in der schön geschmückten Halle und dem Singen vieler Weihnachtslieder hätte allen gut getan.

Doch auch die Kinder seien von der Pandemie betroffen, bedauert Haas. Denn beim ersten Lockdown war die Schule geschlossen und damit konnte auch die Hausaufgabenhilfe der Awo nicht mehr geleistet werden.

Wie sehr diese Sprach- und Lernhilfe den betroffenen Kindern im letzten Schulhalbjahr fehlte, merken die Betreuerinnen laut Haas derzeit. Viele Defizite müssen nachgeholt werden und auch die Verhaltensregeln sind manchem Kind abhanden gekommen, stellt die Vorsitzende der Awo fest.

Was den gesamten Vorstand bedrücke, sei die Tatsache, dass es keine Möglichkeit gebe, im öffentlichen Leben Aktivitäten zur Änderung dieser einschneidenden Maßnahmen anzubieten.

Nachdem der Martinimarkt mit dem Verkaufsstand der Awo ausfällt, bietet der Verein als Alternative am Samstag, 21. November, bei der Begegnungsstätte von 9 bis 12 Uhr seine Waren an. Bei schlechtem Wetter werden die Waren in der Begegnungsstätte unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben verkauft.

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