Autofahrer brauchen Plakette Straßburg wird zur Umweltzone

(red/ma)
Autofahrer aufgepasst: Wer ab 2022 – wie hier bei Kehl – über den Rhein in den Großraum Straßburg fahren möchte, braucht eine Umweltplakette. Foto: Achnitz

Das Gebiet der Eurometropole Straßburg ist seit Neujahr eine Umweltzone. Fahrzeuge, die die Anforderungen nicht erfüllen, dürfen nicht mehr in den Ballungsraum einfahren – eigentlich. Denn sanktioniert wird erst ab 2023.

Straßburg - Die "Zone à Faibles Emissions" (ZFE) erstreckt sich über das gesamte Gebiet der Eurometropole Straßburg (EMS). Gilt also sowohl für das eigentlich Stadtgebiet, als auch auf den Gemarkungen der übrigen 32 EMS-Mitgliedskommunen, informiert die Stadt Kehl. Das bedeutet, dass Fahrzeuge ohne die französische Umweltplakette Crit’Air oder solche mit der Crit’Air-Plakette 5 dort eigentlich nicht mehr fahren dürfen.

Konkrete Auswirkungen hat dieses Verbot allerdings erst vom 1. Januar 2023 an, erst dann wird sanktioniert, wer mit einem entsprechend alten Fahrzeug mit hohem Schadstoffausstoß auf der französischen Rheinseite unterwegs ist. Die deutschen Umweltplaketten werden in Frankreich nicht anerkannt. Die Fahrverbote gelten nicht auf den Autobahnen und großen Umgehungsstraßen des Ballungsraums Straßburg.

Weil Straßburg zu den Städten mit einer hohen Luftverschmutzung gehört, ist die EMS gezwungen, die Umweltzone einzuführen. So sollen die Vorgaben der Europäischen Union eingehalten werden können. In den kommenden Jahren werden die damit einhergehenden Regeln konsequent verschärft. so dass am Ende nur noch Elektrofahrzeuge und Autos mit der Plakette „Crit’Air 1“ übrig bleiben.

Das Jahr 2022 soll zunächst dazu genutzt werden, die Verkehrsteilnehmer für die neuen Regelungen in der Eurometropole zu sensibilisieren und darüber aufzuklären. Die Stadt hatte zudem angekündigt, den öffentlichen Nahverkehr weiter auszubauen. Die Schonfrist bedeutet konkret: Nur an den Tagen, an denen die Feinstaub- oder Ozonbelastung die zulässigen Grenzwerte überschreitet, ist 2022 die Crit’Air-Plakette zwingend vorgeschrieben. Das galt aber auch bereits vor der Einführung der EMS.

Das ändert sich schließlich am 1. Januar 2023: Dann tritt für Fahrzeuge, die aufgrund ihres Alters oder ihres Schadstoffausstoßes keine Crit’Air-Plakette bekommen oder nur eine graue (Klasse 5), ein Fahrverbot in Kraft. Das gilt auch für Pkw und Lkw, die auf der deutschen Rheinseite zugelassen sind.

Wer sich dann nicht an das Fahrverbot hält, muss mit Sanktionen rechnen. Zugleich beginnt mit dem Jahr 2023 die einjährige sogenannte Sensibilisierungsphase für Besitzer von Fahrzeugen mit einer Crit’Air-Plakette 4. Ab 1. Januar 2024 tritt dann das Fahrverbot für Pkw und Lkw mit der Crit’Air-Plakette 4 in Kraft. Zeitgleich beginnt die Uhr für Pkw mit der Crit’Air-Plakette 3 zu ticken. Deren Halter haben dann ein Jahr Zeit, ihren Pkw oder Lkw durch ein umweltfreundlicheres Modell auszutauschen oder auf andere Fortbewegungsmittel umzusteigen. Am 1. Januar 2025 spitzt sich die Regelung weiter zu: Dann tritt das Fahrverbot für Pkw und Lkw mit der Crit’Air-Plakette 3 in Kraft. Wer sich nicht daran hält, wird dann auch sanktioniert.

Zugleich beginnt die Übergangsphase für Fahrzeuge mit der Crit’Air-Plakette 2, womit das Ende der mit Diesel betriebenen Fahrzeuge auf dem Gebiet der Eurometropole eingeläutet wird. Besitzer solcher Pkw und Lkw haben dann drei Jahre, also bis zum 1. Januar 2028, Zeit, ihre Fahrzeuge auszutauschen.

Allerdings gilt das Dieselverbot gemäß dem Erlass der Präfektur vom 30. Dezember 2021 dann nicht auf dem gesamten Gebiet der EMS, sondern vorerst nur auf dem Gebiet der Stadt Straßburg sowie den Territorien der Kommunen Holtzheim, Ostwald und Schiltigheim. Für die übrigen Mitgliedsgemeinden der Eurométropole ist ein entsprechender Erlass erst zu einem späteren Zeitpunkt angekündigt.

Wer auch künftig Straßburg besuchen möchte, muss eine französische Umweltplakette beantragen. Fahrzeughalter können diese über eine deutschsprachige Webseite unter www.certificat-air.gouv.fr für 3,11 Euro inklusive Porto bestellen. Dafür wird die Zulassungsbescheinigung Teil eins benötigt. Bezahlt wird mit Kreditkarte. Doch Vorsicht: Es gibt Anbieter im Internet, die die Plakette deutlich teurer anbieten, warnen die offiziellen Stellen. Das Luftqualitätszertifikat muss für Kontrolleure von außen gut sichtbar vorne im Fahrzeug angebracht werden.

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