Ausbau der Rheintalbahn Noch keine Lösung für Raststätte Mahlberg-Ost

Michael Masson
Die Stadt Mahlberg fordert, die Raststätte beim Rheintalbahnausbau nach Osten zu verlegen. Quelle: Unbekannt

Beim Ausbau der Rheintalbahn steht die Raststätte Mahlberg-Ost den Gleisen an der Autobahn im Weg. Bürgermeister Benz hofft, dass es nicht zu einer Umfahrung kommt, sondern dass die Raststätte verlegt wird, vor allem wenn es vier Gleise werden.

. Die Stadt Mahlberg hat zum Beginn der konkreten Planungen für die künftigen Rheintal-Bahntrassen massive Änderungen vorgeschlagen. Nach ihrer Ansicht (und mittlerweile auch der von Herbolzheim und Kenzingen) sollen parallel zur A 5 nicht nur zwei Güterzugtrassen, sondern zwei weitere für den Fernverkehr gebaut werden, um die Bestandstrasse ausschließlich für den Personennahverkehr frei zu halten (wir berichteten).

Doch Mahlbergs Bürgermeister Dietmar Benz drückt noch mehr. Nach bisherigem Planungsstand der DB sollen bislang zwei vorgesehene neue Bahngleise parallel zur Autobahn die dortige Raststätte Mahlberg-Ost aus Platzgründen mit einem weiträumigen Bogen auf bisherigem Ackerland umrunden. Das hatte schon zuvor dem Gemeinderat nicht geschmeckt. Er hatte stattdessen längst vorgeschlagen, die Trassenführung auch dort durchgehend direkt an der Autobahn zu belassen. Dies entweder platzbedingt mit einer Tieferlage oder alternativ einer Verlegung der bisherigen Rastanlage etwas weiter Richtung Osten auf ein Gelände, das die Stadt dafür zur Verfügung stellen würde.

Doch in einer kürzlich dem Mahlberger Gemeinderat nichtöffentlich vorgestellten Grob-Planung der DB findet sich nur der Raststätten-Umfahrungsbogen. Dieser soll, wie einer Grafik zu entnehmen ist, zwar für einen bisherigen Feldweg Richtung Kippenheimweiler eine neue Überführungsbrücke bekommen. Doch wie von der anderen Mahlberger Seite her die Raststätte künftig über die neuen Bogen-Gleise angefahren werden könnte, etwa mit Versorgungsfahrzeugen oder Feuerwehr, sei auf der groben Grafik noch nicht erkennbar, moniert der Bürgermeister. Ungehalten ist der auch darüber, dass bei längst erfolgten diversen Kontaktaufnahmen mit der Autobahn Tank & Rast GmbH noch nicht recht klar geworden sei, wer eigentlich als Ansprechpartner im Problemfall zuständig sein könnte. Die "Tank und Rast" habe mitteilen lassen, "derzeit keine Notwendigkeit für eine Verlegung der Raststätte Mahlberg-Ost zu sehen", so Benz.

Unglücklich ist der Bürgermeister auch darüber, dass nach seinem Eindruck derzeit in Sachen Bahntrassen keine ausreichenden Abstimmungen zwischen DB und Autobahnbehörden stattfänden. Ebenso wenig hilfreich findet er nach wie vor, dass ausgerechnet das Eisenbahn- Bundesamt als Planfeststellungsbehörde für das Rheintalbahn-Projekt fungiert- und nicht etwa Landkreise oder Regionalbehörden.

Was die Raststätte auf eigener Gemarkung anbelangt, müsste sie spätestens bei vier neuen Parallel-Gleisen für Güter- und Fernverkehr wohl Richtung Osten verlegt werden. Auch deshalb will Benz erneut Gespräche nicht zuletzt mit örtlichen Bundes- und Landespolitikern aufnehmen, um bei denen über ihre bisherige Unterstützung hinaus nun auch für vier Bahntrassen an die Autobahn ohne Kurve zu werben.

Vom Ortenauer Landrat Frank Scherer erhofft sich Benz dazu ebenfalls Unterstützung, verweist ansonsten auf seinen elfseitigen Offenen Brief in der neu aufgeworfenen Trassenfrage an Friesenheims Bürgermeisterkollegen Fred Kletzin (wir berichteten).

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