Arbeiten auf dem Langenhard verzögern sich Zu windig für Windradbau

Lahr - Die trüben äußeren Bedingungen haben den Windraderbauern auf dem Langenhard einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eigentlich hätten bereits am Montag alle drei Rotorblätter fertig montiert sein sollen – doch daraus wurde nichts.

Wie ein gestrandeter Wal liegt der Windradflügel am Dienstag am Rand der beengten Baustelle auf dem Langenhard. Sein Transport durch Sulz hatte am Donnerstag für großes Aufsehen im Dorf gesorgt (wir berichteten). Die anderen beiden Rotorblätter hätten am Freitag und Montag angeliefert werden sollen, doch da der erste Flügel aufgrund des Windes nicht montiert werden konnte, fehlte der Lagerplatz für die beiden restlichen Riesenteile. Windradflügel Nummer zwei wurde nun am Dienstag nach oben gebracht und soll an diesem Mittwoch gemeinsam mit dem ersten Rotorblatt montiert werden.

Am Dienstagvormittag ist die Lage noch ruhig am Fuß des Windradturms, der in den vergangenen Wochen aus drei riesigen Stahlelementen auf einem Betonunterbau errichtet worden ist. Im diesigen Regenwetter ist die Turmspitze ebenso wie das Ende des 160 Meter hohen Spezialkrans kaum auszumachen, der die Rotorblätter nach oben hieven wird.

Schwindelfreie Männer arbeiten in luftiger Höhe

In einem Baucontainer unterhalten sich Beschäftigte der Spezialfirma CI-Wind mit Sitz im ostfriesischen Aurich, die die Montage und Demontage von Windkraftanlagen übernimmt. Man hätte die Rotorblätter längst montieren können, wenn das Wetter es erlaubt hätte, sagt Mitarbeiter Fabio Eberhardt im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch die Verzögerung sei kein großes Problem. "Die Anlage wird an einer Stelle erbaut, an der Wind weht. Dann kann man sich auch nicht beschweren, wenn der Wind den Aufbau verzögert", stellt er fest. Seine Kollegen und er sind vor drei Wochen angereist, übernachten in einem Hotel in Lahr und arbeiten tagsüber auf der Baustelle. Zu siebt werden sie am Mittwoch die ersten beiden Rotorblätter montieren. Die Wettervorhersage gibt das diesmal her, ist Eberhardt optimistisch.

Drei schwindelfreie Männer, darunter Eberhardt, werden an der Turmspitze in luftiger Höhe arbeiten, die anderen unterstützen sie vom Boden aus. Eberhardt schätzt, dass das Team pro Rotorblatt zweieinhalb Stunden brauchen wird. Der Windkrafttechniker vermittelt im Gespräch nicht den Eindruck, dass ihm die Montage der beiden jeweils 22 Tonnen schweren und 69 Meter langen Rotorblätter eine schlaflose Nacht bereiten wird – für ihn ist es ein Routine-Job.

Im Oktober könnte die 229 Meter hohe Anlage in Betrieb gehen, im November im Normalbetrieb laufen. Betreiber werden dann die Firmen Ecovision und Oekogeno. Auf der Homepage der Ecovision GmbH werden aktuelle Luftbilder vom Windradbau veröffentlicht.

Auf dem Langenhard wird für 5,1 Millionen Euro ein Windrad vom Typ Enercon E-138 errichtet. Ein Windradflügel ist 69 Meter groß, der Rotordurchmesser beträgt somit 138 Meter, die Gesamthöhe 229 Meter. Erwartet wird ein Stromertrag von sieben Millionen Kilowattstunden pro Jahr, das entspricht dem Verbrauch von 3000 Haushalten.

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