Anzeige Auch die Jugend tanzt begeistert mit

red/tk

Die dienstälteste Volkstanzleiterin der Region gibt einen Einblick in ihren tänzerischen Werdegang

Der Grundstein für die bis heute erfolgreiche Kinder- und Jugendarbeit wurde 1980 durch Claudia Ramsteiner gelegt. Heute ist Hildegard Welle dienstälteste Volkstanzleiterin der Region und gibt im Interview einen Einblick in ihren tänzerischen Werdegang.

Sie tanzen schon so lange Volkstanz, ist das immer noch attraktiv? Haben Sie auch Standard getanzt?

Auf jeden Fall! Vor 19 Jahren haben wir einen kleinen Tanzkurs mit Discofox, Cha Cha Cha und Tango ausprobiert, wobei wir viel gelernt haben. Volkstanz ist aber eher mein Ding.

Wie sind Sie zum Volkstanz gekommen? Was ist der Unterschied zu Ihrem »kleinen« Tanzkurs?

Durch das Schäppelmachen, das in unserer Familie eine große Tradition hat, bin ich sehr früh mit Tracht und Brauchtum in Berührung gekommen. Der entscheidende Unterschied zu Standard–Tänzen ist der jeweilige Aufbau. Viele überlieferte Tänze sind in ihrer Form schon seit Ewigkeiten festgelegt. Bei Gruppentänzen ist die Abfolge bekannt. So kann man die Figuren üben und diese zum Schluss zum kompletten Tanz zusammensetzen.

Tanzen Sie auch Tänze aus anderen Gebieten?

Wir tanzen etwa 15 Schwarzwaldtänze. Viele weitere kommen aus dem deutschsprachigen Raum, also aus der Schweiz, aus Österreich oder dem Elsass hinzu. Tänze aus der Jugendbewegung, Handwerkstänze und einige wenige aus Norddeutschland oder aus den ehemals deutschen Sprachinseln ergänzen unser abwechslungsreiches Repertoire.

Wie erklären Sie den Zuschauern , was Sie gerade auf der Bühne zeigen?

Wir sagen die Tänze an – woher sie kommen, welche Geschichte dahinter steckt oder warum wir gerade diesen Tanz tanzen. Der Tanz soll zu unserer Mentalität passen. Grundsätzlich sind Trachten ja historische Kleidungen. Die Frauen tragen Röcke, die Männer Hosen. Ob die Männer lange Wollhosen oder Lederkniebundhosen tragen, ist beim Tanzen nicht so maßgeblich.

Gibt es in der Trachten- und Volkstanzgruppe Hausach-Einbach noch aktive Gründungsmitglieder?

Ja, wir haben unsere Maria Stulz, die seit Anfang dabei ist. Tanzen erhält einfach jung!

Sie haben mit die größten Kindergruppen im Umkreis. Wie schaffen Sie es, 60 Kinder und Jugendliche mit Tracht und Tanzen bei der Stange zu halten?

Dafür bin ich eigentlich nicht unbedingt verantwortlich. Unsere Jugendleiterin Waltraud Schoch ist zuständig für die Kindergruppe ab vier Jahren und freut sich jederzeit über Nachwuchs. Hierbei werden die Tänze eher spielerisch getanzt. Jährlich gibt es ein Hüttenwochenende, das komplett von unserem Gruppenleiterteam organisiert wird und für alle ein Highlight darstellt. Ab acht Jahren werden die Tänze dann anspruchsvoller. In der Jugendgruppe lernen die jungen Menschen Grundschritte und zusätzliche Figuren. Natürlich wird nicht nur getanzt: Spieleabende, Ausflüge oder ein Eis essen gehen runden das Jahresprogramm ab.

Wie sehen Sie die Zukunft der Trachtengruppe?

Es wird zunehmend schwieriger, Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Verein zu halten. Gemeinsame Auftritte, Ausflüge und Aktivitäten fördern immer die Gemeinschaft und stärken untereinander das Zusammengehörigkeitsgefühl. Der Altersunterschied vom Gründungsmitglied bis zum 16-jährigen Mädchen spielt hierbei keine große Rolle. Ich hoffe, wir sind in dieser Hinsicht ein gutes Vorbild.

Was wünschen Sie sich für Samstag?

Einen lauen Sommerabend, viele tanzfreudige Gäste aus Nah und Fern und natürlich eine tolle Stimmung rund um die Stadthalle. Dazu schöne Trachtentänze, tolle Musik und ein Wiedersehen mit guten Freunden.red/tk

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