Anzeige Abschied vom Café Edelweiß

Haben zum Erfolg des Cafés Edelweiß beigetragen (von links): Simone Watter, Carmen Wöhrlin, Jürgen Bischler, Ralf Jäger, Olga Lucjunas und Sigrid Rothenberger. Fotos: Arbandt Foto: Lahrer Zeitung

Am 30. Juni geht eine Ära zu Ende: Das Café Edelweiß schließt seine Pfoten für immer. Das Gastwirtpaar Carmen und Ralf ist dankbar für die besondere Zeit. Die über mehrere Generationen geführte Gaststätte wird in Hugweier fehlen.

Die über mehrere Generationen geführte Gaststätte wird in Hugweier fehlen. Als Carmen Wöhrlin 1996 von ihren Eltern Albert und Ruth Puntel das Café Edelweiß übernahm, schrieb Ortsvorsteher Hansjakob Schweickhardt zur Neueröffnung: "Das Café ist als gastliche Stätte mit vielen zufriedenen Gästen ein Aushängeschild und Markenzeichen unseres Stadtteils. Würde es verloren gehen, wäre Hugsweier nicht mehr das, was es ist." Die Vorahnung des Ortsoberhaupt wird nun Wirklichkeit: Am 30. Juni wird die einzige Hugsweierer Gastwirtschaft ihre Pforten schließen.

Dies ist für einen Ort mit einer beachtlichen Tradition in Sachen Gastwirtschaften –­ bis 2002 gab es noch das Gasthaus "Sonne", zuvor den "Löwen" und die "Krone" – ein bedeutender Verlust. Hier setzen die Bemühungen der örtlichen Initiative "DORV" mit ihrem Geschäftsführer Peter Winkels ein, die im Zuge einer dörflichen Rundumversorgung auch einen Treffpunkt für gesellige Kontakte schaffen will. Die Stadt Lahr hat mit dem Kauf des Cafés Edelweiß bereits einen wichtigen Beitrag für eine mögliche Realisierung dieses "DORV"-Projekts geleistet. Jetzt ist die Bevölkerung gefragt, die mit Anteilscheinen in Höhe von jeweils 100 Euro die finanzielle Basis für die ersten Schritte des Projekts sichern kann.

Zur Geschichte des Cafés: Albert und Ruth Puntel errichteten in den 1960er-Jahren im Mittelweg ein geräumiges Wohnhaus und richteten 1967 das Café Edelweiß ein. Obwohl es im Ort noch weitere Gasthäuser gab, fand die neue Einkehrstätte ihre Gäste. Nach zehn Jahren entschloss sich das Ehepaar zu einem Neubau mit zwei modernen Kegelbahnen in der Hauptstraße. Eine richtige Entscheidung, wie sich bald herausstellte. Dazu kam, dass die örtlichen Gasthäuser im Laufe der Jahre ihre Betriebe einstellten und letztlich nur das auch von vielen Auswärtigen stark frequentierte Café übrig blieb.

1996 übernahm die älteste Tochter Carmen das Lokal und baute es zu einem beliebten Treffpunkt aus. Das Restaurant fand immer mehr Freunde; wusste es doch mit gastfreundlichen Öffnungszeiten, einer guten badischen Küche – von Jürgen und seit zwölf Jahren von Olga geleitet – und frisch gezapften Bieren zu punkten.

Hier war man gerne zu Gast, wurde von der Chefin oder von der seit acht Jahren tätigen, sehr engagierten Simone schnell und freundlich bedient. Bei guter Witterung lud die schattige Terrasse zum Verweilen ein. Und nicht nur zur Kaffeezeit wurden die von der Hauskonditorin Sigrid gebackenen und viel gelobten Torten und Kuchen serviert.

Es gab viele gute Gründe zur Einkehr ins Café Edelweiß: Der Seniorenstammtisch kam jeden Dienstag, die Damenriegen des Turn- und Sportvereins ließen ihre Übungsstunden ausklingen und viele Jahrgangstreffen fanden den passenden Rahmen. Viele Kegelfreunde waren auch gern gesehene Gäste Auf zwei vollautomatischen Kegelbahnen, die von Erich Schaub gewartet wurden, suchten viele das sportliche Vergnügen.

Und so können Wirtin und Besitzerin Carmen und ihr Lebensgefährte Ralf zum Ende ihres Restaurationsbetriebes eine positive Bilanz ziehen. Dabei ist es ihnen ein besonderes Anliegen, allen ihren Mitarbeitern und Helfern für den oft außergewöhnlichen Einsatz zu danken. Dazu gehören Simone Watter, Olga Lucjunas, Jügen Bischler, Sigrid Rothenberger, Erich Schaub und Franz Schmidt sowie Harald Rieth und Hansjörg Bertsch.

Am 30. Juni wird der Betrieb letztmalig geöffnet haben. Dabei soll nach 19 Uhr aber die Schlussrunde eingeläutet werden und die Bestände, wie die Wirtin es nannte, "leergetrunken" werden. Am Tag darauf ist dann noch ein Flohmarkt geplant, bei dem Interieur und Gegenstände erworben werden können.

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