"Animal SOS" in Hofstetten Wohnzimmer wird zur Pflegestelle

Helena (von links) und Hannah Lauble unterstützen ihre Mutter Annette bei der ehrenamtlichen Arbeit für Tiere in Not, mit auf dem Foto ist Hündin Ella. Foto: Jehle

Hornberg/Hofstetten - Die private Hofstetter Tierschutzinitiative Animal SOS hilft seit nahezu 20 Jahren Tieren in Not. Annette Lauble aus Hornberg hat mit ihren Töchtern die Leitung der Organisation übernommen.

Die tierliebende Familie unterstützt Isabelle Obert, die Initiatorin der Einrichtung, schon seit vier Jahren aktiv und regelmäßig bei der Tierschutzarbeit.

"Nachdem Isabelle dieses Jahr Mama geworden ist, braucht ihr Söhnchen ihre volle Aufmerksamkeit", erzählt Lauble im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Obert kümmere sich jedoch weiterhin um die Finanzen, während die Laubles die Leitung der Tierschutzinitiative übernommen haben.

Mutter Annette ist mit Herz und Seele dabei. Ein Leben ohne Tiere kann sie sich nicht vorstellen und "Fellnasen" aller Art wie Hunde, Kaninchen und Meerschweinchen begleiteten sie von jeher.

Von den ersten drei Katzen hat sie gleich zwei behalten

Die Liebe zu Katzen hat sie relativ spät entdeckt. "Ich habe mich immer als Hundemenschen gesehen und dachte, ich kann Katzen nicht lesen", erinnert sich Lauble. Mittlerweile hat sich diese Haltung grundlegend geändert und von drei der ersten Pflegekätzchen hat sie zwei behalten.

Schon als Jugendliche hat Lauble davon geträumt, mit Tieren zu arbeiten. Allerdings war es ernüchternd, als im Elternhaus darüber diskutiert wurde. "Der nächste Zoo war weit und mit 15 Jahren hatte ich natürlich auch keinen Führerschein, um Tierarzthelferin in einer Praxis zu lernen", erinnert sich Lauble.

Vergessen hat sie ihren Traum aber nie und vor vier Jahren wurde er wahr. Ihre vier Kinder waren den Kinderschuhen entwachsen und Lauble fing als Quereinsteigerin beim Kleintierzentrum Kinzigtal an zu arbeiten. Menschlich habe es gleich zwischen ihr und Isabelle Obert, die dort ebenfalls arbeitete, gepasst.

Eins der wichtigsten Anliegen Laubles ist es, die Population verwilderter Katzen auf Bauernhöfen durch Kastration in Schach zu halten (siehe Infokasten). "Die wahllose Vermehrung kranker Katzen hat gefährliche Krankheiten selbst in abgelegenen Täler verbreitet, wo sie andere verwilderte Katzen aber auch Freigänger aus Privathaushalten bedrohen", beschreibt Lauble dieses enorme Problem.

Hündin Ella absolviert Ausbildung bei Rettungshundestaffel

In der Leitungsfunktion kümmert sie sich um sämtliche Fragen die per Telefon, Facebook oder E-Mail eintrudeln. Bei ihr daheim werden die Tiere aufgepäppelt und das Wohnzimmer wird zur Pflegestelle. Ehemann Eberhard sieht es gelassen. "Er wusste ja, wen er heiratete vor mehr als 30 Jahren", schmunzelt Annette Lauble.

Derzeit absolviert sie mit ihrer Hündin Ella die Ausbildung zum Mantrailer bei der Malteser Rettungshundestaffel Freudenstadt. Außerdem gilt es noch die neun Kaninchen in "Bunnytown", die ihren Wohnsitz in einem Häuschen nebenan haben und Katze Esther zu "bekuscheln".

Bei ihren vielfältigen Aufgaben wird Lauble von ihren drei Töchtern unterstützt. Tochter Hannah, examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, beaufsichtigt den Gesundheitszustand der Tiere und deren medizinische Pflege. Dazu gehört unter anderem Schmerzmittel verabreichen und regelmäßiges Wiegen der Tiere.

Ihre Zwillingsschwester Helena studiert in Freiburg - aufgrund der Pandemie derzeit ausschließlich online. Sie dokumentiert, wie die Fundtiere gedeihen und hält Gewichts- sowie Wachstumsentwicklung schriftlich fest.

Angewiesen auf Spenden

Die dritte Tochter Sarah schließlich ist für die Öffentlichkeitsarbeit wie Homepage und Jahresberichte zuständig. Sie leistet in Berlin einen Bundesfreiwilligendienst bei ProVeg, einer internationalen Ernährungsorganisation, ab und zu muss daher derzeit auf ausgiebige Schmuserunden verzichten.

Die private Tierschutzinitiative Animal SOS finanziert sich hauptsächlich über Spenden und freut sich über jede Unterstützung.

Animal SOS Hofstetten unterstützt finanziell die Kastration von Hofkatzen oder wild lebenden Katzen. Ausgeliehen werden können Transportboxen und Lebendfallen. Infos bei Annette Lauble unter Telefon 0163/ 6 67 66 57 oder per E-Mail an info@animal-sos-hofstetten.de.

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