Andere Regeln in Frankreich Elsass kein Hochinzidenzgebiet mehr

Nadine Goltz
Während in der Tram FFP2-Masken weiterhin Pflicht sind, können auf der Straßburger Rheinseite OP-Masken oder auch Stoffmasken getragen werden. (Archivfoto) Foto: Stadt Kehl

Frankreich gilt seit Pfingstsonntag nicht mehr als Hochinzidenzgebiet. Damit entfallen einige Regelungen wieder – einige Unterschiede zur Ortenau bestehen aber weiterhin.

Elsass/Ortenau - Das Robert-Koch-Institut hat auf seiner Internetseite veröffentlicht, dass Frankreich seit Sonntag nicht mehr als Hochinzidenzgebiet gilt. "Ich bin sehr froh, dass mit den Lockerungen bei uns und in Frankreich, auch im rheinübergreifenden Alltag wieder etwas mehr Normalität einkehrt", freut sich Oberbürgermeister Toni Vetrano über die Einstufung Frankreichs als einfaches Risikogebiet.

Wer allerdings die Rheinseite wechselt, sollte sich genau informieren: Die Regelungen sind weiterhin nicht deckungsgleich. Die wesentlichen Unterschiede sind:

Maskenpflicht: In Straßburg – und weiteren Städten und Gemeinden im Elsass – gilt die Maskenpflicht auch im Freien. Während in der Tram FFP2-Masken Pflicht sind, können auf der Straßburger Rheinseite OP-Masken oder auch Stoffmasken getragen werden. Die Maskenpflicht gilt an allen öffentlichen Orten sowie im Einzelhandel.

Ausgangssperre: Während in der Ortenau die Ausgangssperre Geschichte ist, gilt sie auf der französischen Rheinseite weiterhin und wurde nur nach hinten verschoben: Von 21 bis 6 Uhr darf nur vor die Haustür, wer dafür einen triftigen Grund hat.

Versammlungsverbot: Im Freien dürfen sich auf der französischen Rheinseite maximal zehn Personen treffen. Eine Unterscheidung nach Geimpften und Genesenen gibt es nicht. In der Ortenau können sich im privaten wie im öffentlichen Raum zwei Haushalte mit maximal fünf Personen treffen; Kinder der beiden Haushalte bis einschließlich 13 Jahre zählen nicht mit; Geimpfte und Genesene auch nicht.

Gastronomie: Im Elsass ist nur die Außengastronomie geöffnet; die Innenräume von Cafés und Restaurants bleiben bis zum 9. Juni weiterhin geschlossen. Nur die Hälfte der sonst üblichen Gästezahl darf bewirtet werden. Maximal sechs Personen dürfen gemeinsam am Tisch sitzen. Im Unterschied zur Ortenau wird kein negativer Corona-Test oder Impfnachweis verlangt. Die Maske muss am Tisch getragen werden, bis das erste Getränke oder Gericht serviert ist; sie muss auch beim Bezahlen aufgesetzt werden.

Einzelhandel: Die Geschäfte sind auf der französischen Rheinseite wieder geöffnet. Einkaufen ist ohne Anmeldung möglich. Ein negativer Corona-Test wird nicht verlangt. Pro acht Quadratmeter Verkaufsfläche darf ein Kunde eingelassen werden. In der Ortenau gilt weiterhin Einkauf nach Terminvereinbarung; die Kontaktdaten der Kunden werden erfasst.

Kultureinrichtungen und Kinos: Kultureinrichtungen und Kinos dürfen auf der französischen Rheinseite wieder öffnen. Nur maximal 35 Prozent der Plätze können belegt werden.

Open-Air-Veranstaltungen: Veranstaltungen im Freien sind auf der französischen Rheinseite wieder möglich. Allerdings dürfen maximal 35 Prozent der Sitzplätze belegt werden; Stehplätze gibt es nicht. Die Zahl der Teilnehmenden ist auf maximal 1000 beschränkt. In der Ortenau sind Theateraufführungen und Konzerte im Freien mit bis zu 100 Zuschauern wieder möglich.

Die Testpflicht entfällt für Grenzpendler. Auch alle übrigen Einwohner des rheinübergreifenden Lebensraum brauchen für die Einreise oder Rückkehr in die Ortenau keinen negativen Corona-Test mehr, wenn sie sich im Rahmen des Grenzverkehrs weniger als 24 Stunden auf der jeweils anderen Rheinseite aufhalten.

Besuche von Verwandten ersten Grades, Ehepartnern oder Lebensgefährten auf der jeweils anderen Rheinseite sind bis zu 72 Stunden möglich, ohne dass eine Test- oder Quarantänepflicht entsteht. Einreiseanmeldung und Quarantänepflicht entfallen ebenfalls. Aber, wer sich bei der Einreise nach Frankreich weiter als 30 Kilometer von seinem Wohnort entfernt, muss weiterhin einen negativen PCR-Test vorweisen können, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Nach Ankündigung der französischen Regierung soll diese Regelung noch bis zum 9. Juni gelten.