Amateurfußball im Ortenaukreis Rückblick auf ein Jahr Corona-Pandemie

Am Donnerstag war es eine Vermutung, am Freitag, den 13. März 2020 ein Fakt: Der Amateurfußball kam durch Corona zum Erliegen. Ein Jahr mit versuchten Re-Starts und erneuten Abbrüchen im Sport ist vergangen. Wie geht es nun weiter?

"Amateurfußball ausgesetzt - Sport kommt zum Erliegen" – so lautete damals die Schlagzeile unserer Zeitung. Im Fußball wurde der Spielbetrieb zunächst bis zum 31. März 2020 ausgesetzt, auch das Training wurde gestoppt. Bereits vorher wurde die Handball-Saison ausgesetzt, damals wurde noch der 19. April als mögliches Datum für einen Wiedereinstieg diskutiert. Doch Corona war keine kurzfristige Notlage, sondern entpuppte sich als langfristige Pandemie. Ein Rückblick ins Corona-Jahr – und ein Ausblick, der derzeit noch wenig Hoffnung macht.

Die Abbrüche:

Nach vielen Wochen des Bangens folgte Ende Juni im Fußball der Schlussstrich: Die Saison 2019/20 wurde abgebrochen. Meister und Aufsteiger wurden per Quotientenregelung festgelegt. In der Bezirksliga kam nur der Erste durch, eine Relegation gab es nicht, ebenso wenig wie Absteiger. Besonders hart davon getroffen wurde der FSV Seelbach, der als Zweiter auf dem besten Weg in die Landesliga war. Die genommene Aufstiegschance war der Hauptgrund, weshalb der damalige Trainer Domenico Bologna zurücktrat.

Im Handball folgte nach der Aussetzung schon im April ebenfalls der Abbruch. Es gab keine Absteiger und ebenfalls eine Quotientenregelung für den Aufstieg. So schaffte beispielsweise der TuS Ottenheim den Sprung von der Landes- in die Südbadenliga. Auch die Frauen des TuS Schutterwald stiegen auf.

Die Hoffnung:

Im Sommer gingen die Infektionszahlen zurück und viele Lockerungen wurden möglich. Die neue Fußballsaison begann in der Region ganz regulär im August – und im September freute sich der SC Lahr über einen 2:0-Derbysieg gegen den Offenburger FV.

Im Herbst schöpften auch die Handballer wieder Hoffnung und starteten in ihre neue Spielzeit. Nach einer sich unendlich anfühlenden Spielpause von sechs Monaten kämpften die Mannschaften wie gewohnt um jeden Punkt. Corona war allerdings noch nicht aus der Welt, was sich nicht nur daran zeigte, dass auf den Tribünen "Desinfektions-Teams", natürlich mit Maske, im Einsatz waren.

Die Rückschläge: 

Auf die Hoffnung im Sommer folgte die Ernüchterung im Herbst. Neun Spiele lang durfte der SC Lahr um Punkte kämpfen und sich auf einen guten zweiten Platz in der Tabelle schieben, Ende Oktober war allerdings in der Verbandsliga wie im übrigen Amateurfußball wieder Schluss.

Ende Oktober wiederholte sich die Geschichte der vorherigen Spielzeit auch im Handball. Zunächst wurde die Saison 2020/21 ausgesetzt und im Februar diesen Jahres erneut abgebrochen.

Die Ungewissheit:

Und wie geht es nun weiter? Im Fußball läuft alles auf einen Stichtag hinaus. Wenn ab dem 9. Mai wieder gespielt werden darf, könnte die Vorrunde inklusive einer Relegation noch beendet und als Saisonergebnis gewertet werden. Im Handball werden in der 3. Liga und der Oberliga noch Aufsteiger gesucht. Der Modus steht noch nicht fest, eine Aufstiegsrunde könnte Anfang April starten. Der TV Willstätt und die SG Köndringen/Teningen haben bereits Interesse daran bekundet.

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