Alternativen kommen an Pfarrer ziehen positive Bilanz von Feiertagsgottesdiensten

Nadine Goltz
Nur wenige Gottesdienste wurden in den Kirchen gefeiert. Die Kirchengemeinden haben Alternativen draußen geschaffen, die gut angenommen wurden. Foto: Bohnert-Seidel

Auch Ende diesen Jahres waren hinsichtlich der Kirchengänge besondere Regelungen vorgeschrieben. Die Pfarrer in der Region ziehen dennoch eine positive Bilanz.

Friesenheim/Schwanau - Gottesdienste waren in diesem Jahr zwar erlaubt, die Abstandsregelung und Maskenpflicht in den Kirchen bestand dennoch. Zum Großteil wurden die Feiern nach draußen verlegt – dort entfiel die Maskenpflicht. "Zu unseren Gottesdiensten an Heiligabend kamen recht viele Menschen", sagt Pfarrerin Marie Jakobi von der Evangelische Kirchengemeinde Ottenheim. Und das, obwohl Regen vorhergesagt war. "Wir haben uns mit Liedern in den Heiligen Abend hineingesungen. Dass es zum Schlusslied doch ein bisschen regnete, war nicht schlimm", so Pfarrerin Jakobi. Zur Christvesper seien dann weniger Menschen gekommen: "Da waren wir rund 80 Personen."

Doch auch mit den Corona-Einschränkungen sei es ein schöner Gottesdienst gewesen. "Anders als sonst, aber schön und erfüllend", so Jakobi. Auch die zwei Weihnachtsfeiertage seien gut angenommen worden: "Die Kirche war, mit dem begrenzten Platzangebot, fast ganz besetzt." Besonders freute sich die Ottenheimer Pfarrerin über die gute Resonanz hinsichtlich des Angebots der Andachten zum Altjahresabend. Anders als üblich – normalerweise ein Gottesdienst – ist dieses Jahr drei Mal eine Andacht angeboten worden. "Da wir am Altjahresabend uns immer etwas zum Mitgeben überlegen, hatten wir dieses Jahr 100 Rosen besorgt und hofften, dass wir nicht zu viele übrig haben würden. Und das Wunderschöne: über die drei Andachten waren etwas mehr 100 Personen da – vom Kleinkind bis zur Senior", so Jakobi.

Zahlreiche coronakonform-angepasste Feiern zu Weihnachten und Silvester waren auch in Friesenheim geboten: "Vom Online-Krippenspiel bis hin zu Familiengottesdiensten im Freien wurden alle Veranstaltungen gut angenommen", zieht Pfarrer Steffen Jelic von der Katholischen Kirchengemeinde Friesenheim Bilanz. Gut 180 Kinder und Familien haben einen weihnachtlichen Gottesdienst im Pfarrgarten in Schuttern mit Gemeindereferentin Bettina Richter-Klahs gefeiert. "Traditionell feiere ich mit den Senioren im Pflegeheim Kursana eine weihnachtliche Feier am Vormittag", so Pfarrer Jelic gegenüber der LZ. Mit dem ökumenischen Weihnachtsgottesdienst auf der Wiese vor der evangelischen Kirche haben die Kirchengemeinden in diesem Jahr einen neuen Akzent gesetzt. "Ums Hirtenfeuer versammelten sich viele Familien und Gläubige, um die Weihnachtsbotschaft zu hören", sagt Jelic. Außerdem konnten sich Familien nach dem Familiengottesdienst am Zweiten Weihnachtsfeiertag vor der Krippe segnen lassen, was gerne angenommen wurde.

"Weihnachten war eine Herausforderung, die wir insgesamt aber sehr positiv erlebt haben, nachdem 2020 die Gottesdienste abgesagt werden mussten", berichtet Pfarrer Rainer Janus der evangelischen Kirchengemeinde Friesenheim. Auch er ging im Gespräch mit der Lahrer Zeitung auf die ökumenischen Gottesdienst ein: "Die Atmosphäre mit Feuer, Kerzen und den Posaunen im historisch geprägten Zentrum zwischen Kirche und Rathaus war wunderschön." Insgesamt sei der Besuch der Gottesdienste unter Coronabedingungen "gut" zu nennen, mehrmals sei man an der Kapazitätsgrenze der Räume gewesen. "Aber es ist im Vergleich zu den Vorjahren im Bereich von 25 bis 40 Prozent der Besucherzahlen", so Pfarrer Janus.

Und was wünschen sich die Pfarrer für das Jahr 2022? "Wieder etwas mehr ›Normalität‹ im Alltäglichen", sagt Pfarrer Jelic. Hinsichtlich der Kirche wünsche er sich, dass hinter allem Schwierigen auch die Botschaft Jesu erkennbar bleibe und sich mehr Menschen für sie begeistern lassen. Für das neue Jahr denke Pfarrerin Jakobi, dass alle Menschen viel dazu beitragen könnten, Gutes zu denken und Gutes zu tun. "Gott möge mit seinem Segen Kraft, auch Durchhaltekraft, manchmal auch Mut oder Gelassenheit dazu geben", sagt sie gegenüber der LZ. Die Hoffnung, dass sich die Sachlage in der nächsten Zeit im Blick auf Corona verbessert, habe Pfarrer Janus nicht. Aber es stimme ihn positiv, dass er immer öfter höre, dass Menschen sich die Kirche ins Haus holten, "beispielsweise durch Fernsehgottesdienste oder auch durch die Predigten, die aus unserer Homepage als Wort zum Sonntag veröffentlicht werden."

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