Altenheim Bundesliga kein Muss für Altenheimer Moritz Strosack

Rechtsaußen Moritz Strosack stand bisher bereits viermal im Balinger Bundesliga-Kader. Foto: Klaus Foto: Lahrer Zeitung

"Offiziell habe ich in dieser Saison vier Neuzugänge, die ich in die Mannschaft einbauen muss", sagt Jens Bürkle, seines Zeichens seit Oktober 2017 Cheftrainer beim Zweitliga-Spitzenteam HBW Balingen-Weilstetten. "Doch inoffiziell sind es sogar deren sieben", bezieht der ehemalige Kreisläufer auch explizit die Nachrücker aus der in der 3. Liga beheimateten zweiten Mannschaft, der sogenannten Jung-Gallier, mit ein.

 

Einer dieser internen "Neuzugänge", den der Sportwissenschaftler Bürkle künftig noch näher an die erste Mannschaft heranholen will, ist der Altenheimer Moritz Strosack. Seit einem Jahr ist der baden-württembergische B-Jugendmeister mit der SG Ottenheim/Altenheim in Balingen am Ball. Eigentlich sollte der talentierte Rechtsaußen in der vergangenen Saison zunächst langsam in der dritten Liga Fuß fassen und sich in der Mannschaft etablieren, doch durch die Verletzungen seiner Konkurrenten auf der Rechtsaußen-Position, Fynn Beckmann und René Zobel, spielte sich der 19-Jährige plötzlich fest. Als auch noch Simen Schönningsen in der "Ersten" ausfiel, verhalf Bürkle dem Altenheimer schließlich schon deutlich schneller zu seinem Debüt in der 2. Bundesliga, als er selbst zu hoffen gewagt hätte. Zwei Tore bei der Premiere gegen Rimpar, ein weiteres bei seinem 15-minütigen Kurzeinsatz gegen Aue – ein Einstand, der sich sehen lassen konnte. Viermal stand Strosack bislang insgesamt im Kader. Dreimal wurde er eingewechselt. In der kommenden Spielzeit könnten es durchaus noch mehr Einsätze werden, auch wenn Trainer Bürkle dies seinem Jungspund natürlich nicht versprechen kann: "Er hat mit mir nicht darüber gesprochen. Es gab kein spezielles Feedback. Ich soll jetzt jedenfalls ein- bis zweimal die Woche in der Ersten mittrainieren", so Strosack im Gespräch mit der Lahrer Zeitung.

Integriert in die Mannschaft um ihren unangefochtenen "Leader", den ehemaligen Regisseur der deutschen Nationalmannschaft, Martin Strobel, ist Strosack auf jeden Fall. In Balingen herrschen schließlich flache Hierarchien. Dennoch will Strosack auch in dieser Saison zunächst noch den Fokus auf seine angestammnten "Jung-Gallier" legen, wie er betont. "Natürlich will ich mich erstmal in der zweiten Mannschaft etablieren. Und dann versuchen, auch in der Ersten so viele Einsatzzeiten wie möglich zu bekommen."

Ein Vorteil für Strosack: Trainer Bürkle, der selbst neben seiner aktiven Handballkarriere 15 Jahre lang Jugendmannschaften trainierte, setzt auf junge, kreative Spieler wie den Altenheimer. "Wenn einer meiner Spieler eine geile Idee hat, soll er sie umsetzen. Warum sollte ich ihn in ein taktisches Korsett einengen?" Zwar setze der Trainer gewisse taktische Eckpfeiler, an die sich seine Spieler auch halten müssen, "aber innerhalb deren Grenzen setze ich auf die maximale Kreativität meiner Jungs."

Druck machen will sich Strosack, den Bürkle erstmals im Januar beim Testspiel bei den Kadetten Schaffhausen (ein Treffer des Altenheimers), richtig zur Kenntnis genommen hatte, bei seiner Karriereplanung allerdings nicht: ""Ich schaue erstmal, wie es hier funktioniert. Ich habe keinen Druck, dass ich unbedingt Bundesliga spielen muss", so der Juniorennationalspieler, der ganz nebenbei in Tübingen Sportwissenschaften studiert. Auf Karrieretipps von Cousin Peter, der den Sprung in die Beletage des deutschen Handballs schon vor einiger Zeit schaffte (heute TuS N-Lübbecke, vorher DHfK Leipzig), muss der jüngere Strosack dabei allerdings verzichten: "Die gibt es nicht."

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