Altenheim Betrachter sollen gedanklich reisen

Altenheim - Im Plauderstüble des Neurieder Seniorenzentrum stellt die Altenheimer Künstlerin Birgit Hug ihre Werke aus. Bis März 2019 können die Werke zum Thema "Wege" betrachtet werden.

Musikalisch umrahmt von der Saxofon-Formation "Sax for four", hat am Sonntagnachmittag im Plauderstüble des Seniorenzentrums Neuried die Vernissage zur Ausstellung "Wege, Landschaften, Erinnerungen" mit Werken von der Altenheimer Künstlerin Birgit Hug stattgefunden. "Wir freuen uns, dass wir Ausrichter dieser Ausstellung sein dürfen", freute sich Hausdirektor Jürgen Hammel. Der Titel der Ausstellung würde gut zu einem Haus wie diesem passen: "Lebenslandschaften, Lebenswege und Lebenserinnerungen sind Bestandteile des täglichen Miteinander hier im Seniorenzentrum und immer steht der Mensch mit seinem ganz eigenen Weg im Mittelpunkt."

Sabine Lingner, Mitorganisatorin der Ausstellung, beschreibt die Werke von Hug als "vielfältig". Sie beinhalte Linien, Farben und Pinselstriche aus dem Bauch heraus kreiert. "Nach korrigierenden Abwägungen und entfernter Betrachtung entstehen so Erinnerungen, die auf der Leinwand lebendig werden", so Lingner. Es würden daraus "Wege entstehen", die eben oder holprig verlaufen und zu einem Ziel ohne eindeutige Bestimmung führen. Es gehe um das Unterwegssein in Gedanken, während das Bild betrachtet wird.

Hammel zitierte in seiner Begrüßungsrede Worte von Pierre Stutz aus dem Buch "50 Rituale für die Seele" und dankte allen für ihr Kommen. Auch Künstlerin Hug begrüßte Heimleitung, Bewohner, alle Kunstinteressierte, weitere Künstler, Freunde, Bekannte und Verwandte. Einen Dank sprach sie auch gegenüber dem Saxofonquartett "Sax for four" für die musikalische Begleitung aus. Nicht unerwähnt ließ sie Lingner, die ihr bei der Organisation zur Seite stand.

"Schon 2007 durfte ich als erste Altenheimer Künstlerin hier ausstellen. Für diese Zeitspanne fallen mir viele Dinge ein", erinnert sich die Künstlerin.

2007 hat die Künstlerin zum ersten Mal im Seniorenheim ausgestellt

Sie assoziiert damit "alte Wege, neue Wege, eigene Wege, gemeinsame Wege, Wege des Glücks, des Friedens und Wege des Älterwerdens." Umso treffender sei nun ihre Ausstellung mit dem Titel "Wege, Landschaften, Erinnerungen". Hug ging bei der Vernissage auf drei ihrer Bilder besonders ein. Zunächst stellte sie die "Calla Linde" vor. Was für sie hinter dem Werk stehe, sei Schönheit, Reinheit, Liebe, aber auch Vergänglichkeit und Unsterblichkeit.

Auf einem weiteren Bild ist eine Frau zu sehen, die sich auf eine geschlossene Tür zugeht sowie eine Frau mit Kopftuch. "Ist es nicht so, dass damit sofort eine Religion in den Sinn kommt? Aber könnte ein Kopftuch nicht auch Schutz und Geborgenheit bedeuten?", regt Hug zum Nachdenken an. Wem das zu tiefsinnig sei, der dürfe einfach nur die Bilder betrachten – ohne große Hintergedanken und "Hintertürchen". Denn jedem soll seine eigene Betrachtensweise ermöglicht bleiben. Mit einem irischen Segenswunsch erklärte sie die Ausstellung schließlich für eröffnet.

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