Altdorf Noch immer von der Kunst begeistert, andere zu begeistern

Die Gälfiaßler begeistern mit ihrem Auftritt in Altdorf das Publikum. Foto: Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Altdorf. D’Gälfiäßler gastierten auf ihrer Jubiläumstour "40 Jahre Gälfiäßler – best of" in der Münchgrundhalle. Allerdings hatten nicht viele Altdorfer Platz für die poplären Mundartler in ihrem Terminkalender. Gerade einmal 60 Plätze waren in der Halle besetzt. Enttäuschend auch für den veranstaltenden Musikverein Altdorf. Dieser hatte den Saal in den badischen Farben schön dekoriert – und war auch kulinarisch mit Schäufele, Wurstsalat, Flammen-kuchen, Cocktails und Bibiliskäse bestens vorbereitet.

Wolfgang Spengler nahm es mit Humor, als er die Gäste im "intimen" Kreis begrüßte. Auch die Gälfiäßler ließen sich nicht erschütterten: "Wir spielen vor dem größten Publikum, welches wir in den letzten zehn Jahren in Altdorf hatten." Wissen muss man allerdings, dass die Mundart-Band vor deutlich mehr Publikum zuletzt 1980 beim 80-jährigen Jubiläum des Altdorfer Vereins aufspielte.

Bernie, Herbert und Franz machten den Abend dennoch zu einem Fest. Geniale Musikalität, gepaart mit bissigen Anekdoten und Schauspielkunst begeisterten die Gäste. 150 Instrumente brachten den Gälfiäßlern den Eintrag im Guinness-Buch. Mit dem großteils selbst gebastelten skurrilen Sammelsurium an Tonerzeugern, von Bandleader Franz als tönende Sperrmüllhalde bezeichnet, intonierte das Trio bekannte Lieder des badischen Sprachraums.

Das Publikum ließ sich nicht lange bitten – spätestens beim Refrain wurde jeweils mitgesungen. Dass der Exportschlager aus dem Schuttertal auch über den badischen Tellerrand schaut, bewiesen sie zur Ouvertüre mit der Eurovisionsfanfare, dargeboten mit Gartenschlauch und Trichter.

Das Trio scheute sich vor keinem noch so verkappten Instrument und keiner Institution. Mit Dudelsack, Alphorn, Abwasserrohr, Fahrradklingel, geschnitzter "Gelruewe", wurden Staat und Kirche persifliert – herrlich komisch und pointiert. Trotz 40 Jahre Bühne zeigten die Gälfiäßler überhaupt keine Lethargie oder nachlassende Begeisterung für ihre Kunst zu begeistern.

Das Badnerlied zum Schluss und drei Zugaben, dann schloss sich bei heftigem Applaus der Vorhang für die Künstler. Wer für die Mundartler tatsächlich keinen Platz im Terminkalender frei hatte ein Trost – die Gälfiäßler gastierten am 4. August auf der E-Werk Bühne der Landesgartenschau – dann sogar noch mit den Ehemaligen Wolfgang Miessmer und Klaus Himmelsbach.

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