Alarm im Kinzigtal Waldbrandgefahr nimmt wieder zu

Christina Kornfeld, Aline Fischer und Janosch Lübke
Trockener Waldboden ist eine gute Nährquelle für Brände. Offene Flammen gilt es daher unbedingt zu vermeiden. Foto: Armer (Symbolbild)

Alarm im Kinzigtal: Die Temperaturen steigen an und der Regen bleibt oft aus. Dadurch steigt auch die Gefahr von Waldbränden. Die Feuerwehren sehen sich für eventuelle Einsätze gut gerüstet und könnten auch auf zusätzliche Hilfe zurückgreifen.

Mittleres Kinzigtal – Auch wenn in den vergangenen Tagen wieder Regen eingesetzt hat, sind sich die Einsatzkräfte in Gutach, Hausach und Wolfach einig: Die Gefahr durch Waldbrände ist nicht zu unterschätzen. Schon kleine Feuer können verheerende Auswirkungen haben – besonders in den ländlichen Außenbereichen. Der Schwarzwälder Bote hat nachgefragt, wie die Feuerwehren die aktuelle Waldbrandgefahr bewerten. 

Hausach: "Die momentane Waldbrandgefahr schätze ich als sehr hoch und gefährlich ein. Die Trockenheit und die hohen Temperaturen haben den Boden komplett austrocknen lassen. Das Gras und die Sträucher sind so trocken, dass sie durch eine weggeworfene Zigarette, eine Glasscherbe oder durch ein abgestelltes Auto mit heißer Auspuffanlage sehr leicht zu Brennen anfangen", warnt Adrian Stirm, Kommandant der Feuerwehr Hausach.

Gefahr bestehe besonders im Außenbereich. "In und um die Stadtkerne rum sind die Felder nicht so wahnsinnig groß um großen Schaden anzurichten", so Stirm. Die Feuerwehren seien auf die Gefahr allerdings gut vorbereitet. "Die Feuerwehren Steinach, Hofstetten, Haslach, Wolfach und Schiltach haben erst im vergangenen Spätjahr an einer Vegetationsbrand- Schulung in Hausach teilgenommen. Diese Schulung war speziell auf Vegetation und Waldbrände ausgelegt. Hier wurden uns Tipps für das richtige Vorgehen bei einem Wald- und Flächenbrand gezeigt aber auch welche Ausrüstung wirklich Sinn ergibt", erzählt Stirm. Daraufhin hätten die meisten Feuerwehren ihre Ausrüstung aufgestockt. Bei größeren Bränden sei eine Lösch-Unterstützung per Hubschrauber oder Flugzeug möglich. "Diese ergeben meinens Erachten erst bei größeren Bränden Sinn, da hier auch eine wahnsinnige Logistik dahinter steckt. Wir sind aber bei Waldbränden auch schon durch den Polizeihubschrauber unterstütz worden, da der von oben einfach eine bessere Übersicht hat."

Wolfach: "Je nach Witterung kann die Waldbrandgefahr in Wolfach von niedrig bis hoch reichen. Bis zum Wochenende war diese auf Grund des geringen Niederschlags hoch, aufgrund des danach vorkommenden Regens ist sie wieder gesunken", sagt Simon Springmann, Pressesprecher der Wolfacher Feuerwehr. Ob eine Evakuierung der Bevölkerung notwendig sei, müsse vom jeweiligen Einsatzgeschehen abhängig gemacht werden.

Für den Fall eines Waldbrands sieht er die Wolfacher Wehr ebenfalls gerüstet. "In den vergangenen Jahren haben wir den Fuhrpark der Feuerwehr Wolfach bei Neubeschaffungen auf die Wolfacher Topographie ausgelegt und mit entsprechenden Fahrgestellen ausgerüstet. Weiterhin wurde mit der Beschaffung des neuen Gerätewagen Logistik auch weitere spezielle Waldbrandausrüstung wie Waldbrandrucksäcke beschafft. Je nach Einsatzlage können regional und überregional Spezialfahrzeuge angefordert werden. Auch die Anforderung von Löschhubschraubern ist grundsätzlich möglich. Die Alarmierung erfolgt dann über die entsprechende Leitstelle, welche entsprechend passende Spezialgeräte hinzuziehen kann."

Seine Tipps, um Waldbrände zu verhindern, sind einfach: "Nicht im Wald und bei Feldern rauchen und kein offenes Feuer machen. Außerdem nicht mit Autos und deren heißen Katalysatoren auf Wald-, Wiesen-, und Ackerflächen fahren." 

Gutach: »Die Waldbrandgefahr ist aktuell nicht zu unterschätzen, da die warmen Temperaturen und der beständige Wind den Boden sowie die Vegetation austrocknen. Man kann dies  deutlich an den vielen vertrockneten Wiesen und Hängen erkennen«, sagt Stefan Herr, Kommandant der Gutacher Feuerwehr.

Die Ausrüstung sieht er kritischer als seine Kollegen. "Wenn die ersten Schadensereignisse da sind, werden wir relativ schnell feststellen, dass wir nicht genügend ausgerüstet sind. Ein Wald oder Vegetationsbrand kann sich relativ schnell auf eine große Fläche ausbreiten, was einen als Feuerwehr mit der normalen Ausrüstung dann erst mal recht hilflos aussehen lässt. Ein weiteres Problem bei solchen Brand-Ereignissen wird die Wasserversorgung sein. In der Gutach war schon Mitte Juni der Wasserstand auf eine Minimum abgesunken. Ich will mir nicht vorstellen, wie das Ende August aussehen könnte."

Hornberg: "In den Tälern liegt oft ein Teil der Fläche im Schatten, darum ist es nicht so trocken wie beispielsweise in Brandenburg. Aber natürlich ist bei uns die Waldbrandgefahr gegeben, bisher haben wir Glück gehabt", sagt Kommandant Uwe Bähr.

Die Feuerwehren müssten immer wieder um Ausrüstung kämpfen, das Verständnis darüber sei oft nicht da. So sei eine leichtere Schutzausrüstung nötig.

Die Gefahr von Waldbränden wird in den kommenden Tagen sinken. In Haslach werden beispielsweise vom heutigen Dienstag an bis zum Wochenende immer wieder Regenschauer erwartet. Dadurch steigt auch der Pegel in den Flüssen für die Wasserversorgung der Wehren.

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