Abschied nach sieben Jahren Oliver Dewes steht zum letzten Mal an der Seitenlinie des SC Lahr

Felix Gieger
Seit sieben Jahren gemeinsam beim SC Lahr: Kapitän Johannes Wirth und Trainer Oliver Dewes, für den das Gastspiel in Weil am Samstag die letzte Partie an der Seitenlinie des Verbandsligisten ist. Foto: Künstle

Ein Spiel noch, dann ist die Ära von Oliver Dewes beim SC Lahr vorbei. Sieben Jahre lang hat er den Verein geprägt und in der Verbandsliga etabliert. Vom ersten Moment an war er mit Ehrgeiz dabei, wie ein Rückblick in seine Lahrer Anfangszeit zeigt.

Es war Ende Juni im Jahr 2015. Der neu gegründete SC Lahr hatte gerade die Vorbereitung für die Verbandsliga-Saison aufgenommen, da machte der Zweitligist Karlsruher SC an der Dammenmühle Station. Auch für Oliver Dewes, den man als Trainer für den neuen Lahrer Verein ausgewählt hatte, war es das erste Spiel mit seiner neuen Mannschaft. Damals schon mit dabei war Johannes Wirth, mittlerweile Kapitän und absoluter Führungsspieler des SC Lahr.

Er kann sich noch gut an Dewes’ Ansprache vor dem Spiel gegen den KSC erinnern. "Oliver hat vor dem Spiel erklärt, dass er gewinnen will", erzählt Wirth. "Ich weiß noch, dass ich die Aussage belächelt und gedacht habe: ›Da haben wir aber einen ambitionierten neuen Trainer bekommen‹", berichtet der SC-Kapitän im Vorfeld des letzten Saisonspiels in Weil, das auch das Ende der Dewes-Ära darstellt. Der Coach übernimmt bekanntlich den FSV Seelbach.

In sieben Jahren auch einige schwächere Phasen gemeistert

"Letztendlich hat es widergespiegelt, was Oliver auszeichnet. Selbstbewusstsein, Optimismus, Ausstrahlung, immer das beste aus der Mannschaft herausholen wollen und sich vor niemandem oder keiner Situation verstecken", spricht Wirth in den höchsten Tönen über seinen langjährigen Trainer.

Auch Dewes kann sich an das KSC-Spiel noch erinnern, der Lahrer Torschütze Dimitri Holm fällt ihm sofort ein. Nach seiner Kabinenansprache gefragt, muss Dewes etwas länger überlegen. "Ja, klar", sagt er dann zu Wirths Geschichte. "Man soll auch an das Unmögliche Glauben", habe er schon damals seinen Spielern mit auf den Weg gegeben. "Und vor jedem Pokalspiel habe ich gesagt: ›Das ist der schnellste Weg nach Berlin‹", sagt Dewes weiter.

Es sind Zitate und Anekdoten wie diese, die ihn als Trainer perfekt beschreiben. Dass er immer das Maximale mit seiner Mannschaft herausholen will, hat er mehr als nur einmal betont. "Man sollte immer die Einstellung haben, gewinnen zu wollen – aber verlieren zu können. Und das versuche ich vorzuleben. Denn ich tue mir schwer damit, nicht das Maximum zu wollen", sagt Dewes über sich selbst.

Die am Samstagnachmittag im Dreiländereck endende Saison macht da keine Ausnahme, am Ende soll Platz vier stehen. Es wäre die beste Platzierung in der siebenjährigen Vereinsgeschichte des SC Lahr. Dass die Mannschaft dort spielerisch auch hingehört, hat sie zuletzt mehrfach unter Beweis gestellt – auch wenn es immer wieder Schwächephasen gab. "Es wurden viele Höhen und einige Tiefen erlebt – aber die dann umso bemerkenswerter gemeistert. Bestes Beispiel ist diese Saison, in der sehr viele Widerstände bewältigt werden mussten und mit einem Sieg morgen kann trotzdem eine Top-Platzierung erreicht werden", findet auch Wirth.

Auf diese Top-Platzierung hofft auch sein Trainer, beim Telefonat mit ihm am Donnerstagmittag war noch keine große Abschiedsstimmung zu spüren. Ganz ausblenden kann er die Situation freilich nicht. "Sieben Jahre, das ist eine lange Zeit. Ich denke in der letzten Zeit schon öfter an die letzten Jahre zurück", sagt Dewes, nur um dann den Fokus nach vorne zu richten. Denn das, was kommt, kann er beeinflussen.

Ein kurzer Rückblick ganz an den Anfang sei jedoch noch gestattet: Damals – Ende Juni 2015 – endete das Spiel gegen den KSC mit 1:0 für den SC Lahr. Dewes’ "Vorgabe" wurde also perfekt umgesetzt. Auf einen Sieg hofft er auch zu seinem Abschied.

Gegen den als Absteiger feststehenden SV Weil (Anpfiff: 15.30 Uhr) würde dem SC Lahr wohl bereits ein Punkt reichen, um den vierten Platz in der Endabrechnung zu belegen. "Wir wollen das Spiel gewinnen", gibt Dewes vor seinem letzten Spiel die Marschroute vor. Personell muss er jedoch Abstriche machen. Stand Donnerstag hatte er nur neun Feldspieler aus dem Verbandsliga-Kader zur Verfügung. Andreas Bürkle fehlt aus privaten Gründen, Marin Stefotic ist gesperrt. Da die U23 zeitgleich gegen den Abstieg spielt, werden wohl A-Jugendspieler auflaufen.

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