43.000 Euro für Flüchtlinge Mahlberg nimmt zu Gerüchten Stellung

Lahrer Zeitung
Mahlberg hat bislang 49 Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen. Foto: Symbolfoto: Aimo-Koivisto/Lehtikuva

49 Flüchtlinge aus der Ukraine leben derzeit in Mahlberg, Die Stadt gab im Gemeinderat nun einen Überblick über die Kosten und nahm zu Gerüchten über eine Wohnung Stellung.

Mahlberg - Knapp 5.000 Euro seien in die "Einfachmöblierung" einer städtischen Wohnung in der Gartenstraße in Orschweier geflossen, um diese für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine bewohnbar zu machen, erklärte Bauamtsleiter Jürgen Kalt auf Anfrage von Stadtrat Jürgen Weber (CDU) in der Gemeinderatssitzung in Mahlberg. Die Summe sei für die Ausstattung einer Küche samt technischen Geräten wie Herd und Spülmaschine sowie in Bett- und Sitzmöbel geflossen, so Kalt. Die Leistungen und Angebote der Stadt für die Flüchtlinge seien aber weitaus größer.

Stadtrat Weber hatte seine Nachfrage damit begründet, dass in Orschweier Gerüchte aufgekommen seien, Mitarbeiter der Stadt hätten "sämtliches Mobiliar aus der Wohnung herausgerissen und durch neues ersetzt, und die schön möblierte Wohnung dann erst an die Flüchtlinge übergeben". Ein Gerücht, das eine Günstlingsdebatte in sich trägt, dem Bauamtsleiter und Bürgermeister Benz gleichermaßen entgegentraten.

Richtig sei vielmehr, so die Stimmen aus dem Rathaus, dass der Vormieter beim Auszug sein Mobiliar nahezu vollständig mitgenommen habe. Die Wohnung sei nicht nur renovierungsbedürftig, sondern sei ohne die angeschaffte Grundausstattung auch nicht bewohnbar gewesen. Bürgermeister Benz erklärte: "Die Flüchtlinge kommen bei uns mit einem Koffer und dem , was sie am Leib tragen, an. Mehr nicht."

49 Flüchtlinge in Mahlberg

Dass es bei den zusätzlichen Kosten, die im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine der Stadt entstehen, seitens der Verwaltung Erklärungsbedarf gebe, mahnte auch Stadtrat Thomas Schwarz (FW) an. Hauptamtsleiterin Tanja Kopp hatte dem Gremium zuvor einen Überblick über die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen gegeben und dabei von Ausgaben der Stadt in Höhe von rund 43000 Euro gesprochen. Bürgermeister Dietmar Benz und Kämmerer Frank Zeller präzisierten, dass mit dieser Summe sämtliche Mehrausgaben der Stadt im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg dargestellt sei. "In dieser Summe enthalten sind auch die Mehrkosten für gefüllte Heizöltanks in den kommunalen Liegenschaften und die Tanks unserer Fahrzeuge. Es geht hierbei also nicht nur um das Anmieten von Wohnraum oder den Kauf von Mobiliar für Flüchtlinge", erklärte der Bürgermeister.

Derzeit lebten in Mahlberg 49 Flüchtlinge aus der Ukraine, die zum Teil in Wohnungen der Stadt, in von der Stadt angemieteten Wohnungen und in Privatunterkünften untergebracht seien, erklärte Kopp. Ob sich die Zahl der in Mahlberg lebenden Flüchtlinge noch erhöhe, sei derzeit nicht klar. Noch in dieser Woche soll sich entscheiden, nach welchem Schlüssel Flüchtlinge den Gemeinden in der Ortenau zugewiesen werden. Im Landratsamt sei hierfür eigens ein Arbeitskreis gebildet worden, der ein Verteilermodell entwickle und dieses am heutigen Freitag vorstellen wolle, informierte Bürgermeister Benz.

Großes Engagement

Unterdessen sei das Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in der Stadt für die Flüchtlinge riesig, berichtete Bürgermeister Dietmar Benz. Es reiche vom Kleiderdepot, über Einzelbetreuung bis hin zu gemeinsamen Veranstaltungen wie dem Kaffeenachmittag. Inzwischen gebe es auch Kontakte zum Europa-Park, mit dem Möglichkeiten ausgelotet werden, die Flüchtlinge in Arbeit zu bringen. Überdies gebe es auch eine Initiative, Kindern im Grundschulalter, die nicht mehr die Möglichkeit haben, in die Kita zu gehen, ein Betreuungsangebot zu machen. Dieses Betreuungsangebot könne es im Jugendzentrum, oder im evangelischen Gemeindehaus geben, so der Bürgermeister.

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