2G oder 3G in Lahr? Wirte wollen niemanden ausgrenzen

Herbert Schabel und Alessandra Hamsch
Emanuela Marraffa von der Cappuccino-Bar am Marktplatz hält an der 3G-Regelung fest, bei ihr haben weiterhin auch Getestete Zutritt. Foto: Schabel

Pandemie : Die meisten Wirte bleiben bei 3G

Ab dem heutigen Freitag gilt ein 2G-Optionsmodell, bei dem Gastronomen und Veranstalter nur noch Geimpfte oder Genesene zulassen können. Bisher galt 3G. Dabei wollen die meisten Lahrer Wirte auch bleiben, wie eine Umfrage unserer Redaktion zeigt.

Lahr - Zwar konnten Gastronomen und Veranstalter in Baden-Württemberg schon zuvor entscheiden, ihr Restaurant oder ihre Halle nur für Genesene und Geimpfte zu öffnen. Abstandsregeln und Maskenpflicht mussten allerdings eingehalten werden. Das ist nun anders, mit der neuen Regelung sind Konzert- und Restaurantbesuche auch ohne Maske möglich – und es fallen dann auch die Beschränkungen bei der Besucherzahl. Doch beim 2G-Modell haben Getestete keinen Zutritt mehr. n Das sagt die Stadt: Auf dem Rathaus rauchten die Köpfe, ohne dass man zu einem Ergebnis gekommen wäre, ob 2G etwa bei Veranstaltungen im Parktheater gelten soll. Verwaltungsspitze, zuständige Ämter und Abteilungen sowie der Stab für außergewöhnliche Ereignisse würden gerade die Option besprechen, "die wir als Stadt für unsere Veranstaltungen wählen möchten", hieß es. Sobald man zu einer Entscheidung komme, werde diese öffentlich gemacht – am Donnerstag war es noch nicht soweit.

Das sagen Gastronomen: "Geimpft, getestet, genesen", ist an der Glastür zur Cappuccino-Bar am Marktplatz zu lesen. Dabei bleibe es, Getestete haben weiter Zutritt, man halte an 3G fest, sagt Inhaberin Emanuela Marraffa. Sandra Naundorf, die Pächterin des Gasthauses Sternen am Hasenberg, betont ebenfalls: "Wir setzen auf 3G, weil wir niemanden ausschließen wollen." Auch das Karpfenstüble in Kippenheimweiler setzt auf das bisherige Modell: "Wir haben erst seit zwei Tagen die Innenbewirtschaftung geöffnet, bei uns gilt die 3G-Regel", so Kellnerin Selmar Ugur. Edgar Stückler vom "Schwanen" in Ichenheim sagt: "Wir setzen die 3G-Regel um, weil es für uns momentan so am einfachsten ist."

Großgastronom Peter Vetter vom Eventhaus Vetter hat andere Voraussetzungen. Er teilt im Gespräch mit unserer Redaktion mit, dass ihm etliche gewerbliche Großkunden die Entscheidung abnehmen – "sie setzen bei ihren Veranstaltungen von sich aus auf 2G, wir passen uns dem an." Dabei sieht er selbst durchaus auch Vorteile der 2G-Regelung – sie erlaube ihm, seine Räume besser auszulasten ("so haben wir Platz für 50 Prozent mehr Gäste"), während seine Kunden dann ohne Mundschutz feiern können – "wie früher", so Vetter. "Der Trend geht zu 2G", ist er sich sicher.

Martin Feger, neuer Chef der Dehoga-Kreisstelle Lahr und Inhaber des "Grünen Baum" in Burgheim, wäre durchaus gewillt gewesen, zu 2G überzugehen. Doch ein Blick in die neue Corona-Verordnung hat ihm gezeigt, dass sein Personal, anders als die Gäste, selbst bei 2G weiter Schutzmasken tragen müsste – eine Anordnung, für die er kein Verständnis hat. Für seine Beschäftigten sei das Maskentragen eine Last, auch die Kommunikation mit den Gästen leide darunter, sagt er. Unter Abwägung aller Gesichtspunkte habe er sich deshalb entschieden, bei 3G zu bleiben – auch wenn er bei 2G ein paar Tische mehr hätte aufstellen dürfen.

Das sagt der Kulturverein: Helmut Dold gastiert am Samstag, 23. Oktober, im evangelischen Gemeindehaus Hugsweier – dann wohl noch unter 3G-Bedingungen, wie Markus Braun mitteilt, Vorsitzender vom veranstaltenden Kulturkeller Koffer. Die neue 2G-Regel sei ganz frisch, man habe im Team noch nicht darüber entschieden, so Braun. Dieser Entscheidung wolle er nicht vorgreifen, deshalb bleibe es wohl vorerst bei 3G. "Alles andere wäre nicht fair."

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