200-Jahr-Feier in Kappel Musiker erhalten bei Konzert viel Applaus

Michael Masson

Endlich wieder ein öffentliches Konzert im großem Stil: Die Musikkapelle Kappel füllte mit ihrer neuen Dirigentin zum Jubiläumskonzert die Mehrzweckhalle mit 300 Gästen.

 Kappel - Streng genommen wurde die Musikkapelle Kappel schon vor 202 Jahren gegründet. Doch da Corona 2020 die Feierlichkeiten ausbremste, wurde das Jubiläumskonzert zum 200-jährigen Bestehen nun am Samstag nachgeholt. Feierlich eröffnet wurde das mit Georg Friedrich Händels Feuerwerksmusik-Ouvertüre. Dann führten Tanja Laubis und Heinrich Waldmann durch das weitere Programm.

Den Beginn machte die Musik aus dem Monumentalfilm "Gladiator". Dirigentin Angela Pace geleitete die Kapelle schon hier dramatisch mit ihren sämtlichen Bläser-Registern spannungsgeladen auf’s Beste. Seit anderthalb Jahren dirigiert das musikalische Eigengewächs nun schon die Kapelle – und das auf einem hohen Niveau.

Hoch romantisch ging es mit "Küss mich, halt mich, lieb mich" aus dem DDR-tschechoslowakischen Kult-Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" zu. Dabei glänzte Heike Utz als bezaubernde Sängerin. Dann folgte ein Ausflug in die Musical-Welt mit "Nessaja" und "Ich wollte nie erwachsen sein" aus "Tabaluga oder die Reise zur Vernunft". Den jungen Drachen Tabaluga sang hier Marius Bührle inbrünstig zu den Kapellen-Klängen.

Der Jazz-Vorläufer "Ragtime" wurde in Kappel in der neuen Version von Kees Vlak als "Spider-Rag" intoniert. Als Spinnen-Superheldin "Spider-Girl" sorgte Solistin Jana Gäßler mit ihrem Saxofon für gehörigen Extra-Schwung. Bei Elton Johns sentimentalem "Don’t let the sun go down on me" übernahm Bührle wieder den Gesangspart.

300 begeisterte Zuschauer applaudieren

Auch mit einem dreiteiligen Medley zum Disney-Film "Der König der Löwen" stellte die Kapelle ihr hohes Niveau trefflich unter Beweis: ob bei "Circle of Life" ("Der ewige Kreis") mit Dominik Binnig und Heinrich Waldmann (Gesang) oder  "Endlose Nacht" (abermals Bührle). Bei "Can you feel the love tonight" ("Kann es wirklich Liebe sein") brillierte Rainer Robol, ansonsten Saxofonist, als Sänger mit bemerkenswert großem Ausdruck und warmem Timbre.

Und noch einmal begeisterte Rainer Robol als Solist, dieses Mal an der E-Gitarre mit Carlos Santanas legendärem "Europa" von 1976. Da kamen bei gereifteren Zuhörern manch wehmütige Jugenderinnerungen wieder auf – ebenso wie bei einer dynamischen "80er Kult(tour)" von Thiemo Kraas mit hochkarätiger Popmusik der damals Neuen Deutschen Welle. So waren als Medley etwa "Ohne dich schlaf’ ich heut Nacht nicht ein", "Tausendmal berührt" oder "Rock me Amadeus" zu hören. Der lang anhaltende Schlussapplaus bewies: Die Kappeler Kapelle und ihre Dirigentin sind den hohen Erwartungen der 300 Gäste gerecht geworden.

Zu feiern gab es auch zwei Männer, die sich besonders um die Musikkapelle verdient gemacht hatten: Im kleinen Rahmen war der frühere Dirigent Josef Loosmann schon vor zwei Jahren gewürdigt und zum Ehrendirigenten ernannt worden. Doch am Samstag wurde er nochmals im großen öffentlichen Stil mit donnernden Applaus verabschiedet. 13 Jahre lang hatte Loosmann als Kappeler Musikdirektor gewirkt und dabei die Kapelle auf hohem musikalischen Niveau geformt, wie die stellvertretende Vorsitzende Jacqueline Hecklinger lobte: "Er ist der beste Dirigent, den wir jemals hatten!" Auch Ehefrau Marlene wurde mit auf die Bühne gebeten: Sie habe ihrem umtriebigen Mann stets den Rücken frei gehalten.

Ebenfalls öffentlich wurde die Ernennung des früheren Kapellen-Vorsitzenden Thomas Schaefers zum Ehrenvorsitzenden nachgefeiert. Er war nahezu 20 Jahre in diesem Amt tätig gewesen.

So wird weiter gefeiert

1820 war die Musikkapelle von 18 Männern gegründet worden. Das wird 2022 noch weiter gefeiert werden, insbesondere am 16. bis 18. September mit Jubiläumsfest und Hallengaudi samt Oktoberfest. Aktuell zählt die Kapelle 40 aktive Mitglieder. Dazu kommen 32 Fördermitglieder plus neun Ehrenmitglieder. Der Altersdurchschnitt ist auf 36 Jahre gesunken.

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