Der Forstwirtschaftsbetrieb könnte trotz schlechter Marktsituation und einer geringeren Holzernte ein Plus von 60 900 Euro erwirtschaften. Bürgermeister Thomas Geppert sprach von einem "respektablen Gesamtergebnis".

Wolfach . Die Einnahmen der Forstwirtschaft sind 2016 weitaus geringer ausgefallen als noch im Jahr zuvor. Dies teilte die Wolfacher Forstbezirksleiterin Silke Lanninger bei der jüngsten Gemeinderatssitzung mit. Sie gab auch einen Ausblick auf die Einnahmen und Ausgaben im kommenden Jahr.

Im Vergleich zu den erfolgreichen "fetten" Jahren 2010 und 2011, in denen über 300 000 Euro für knapp 9000 Festmeter Holz eingenommen wurde, lag das Jahr 2016 mit circa 60 900 Euro und 7000 Festmetern deutlich unter diesem Niveau. Ursprünglich war die Forstverwaltung von 8600 Festmetern und 164 700 Euro ausgegangen.

"Wie kann man mit so viel Holz so wenig verdienen, fragen Sie sich jetzt sicherlich", sagte Lanninger zu den Wolfacher Räten. Dies sei vor allem der schlechten Waldentwicklung geschuldet. 2010/11 hätten die Förster noch aus dem Vollen geschöpft.

Neben den geringen Holzerlösen habe es zudem ein Überangebot auf dem Holzmarkt gegeben, infolgedessen die Preise zusammengebrochen wären. Die Wolfacher Forstverwaltung konnte die Buchen dann nicht wie angedacht für 50 Euro pro Festmeter, sondern lediglich für 35 Euro verkaufen – was einen Gesamtverlust von 15 000 Euro zufolge hatte.

Die Gründe für die Verluste lagen ferner in der Vielzahl der zu bewältigenden Aufgaben. Zum Beispiel gab es die Rodungsaktion an der B 294. Dort mussten die Forstarbeiter den Herlinsbachwald in steiler Hanglage vom Dickicht und umgefallenen Stämmen befreien, die eine Gefahr für die Straße darstellten.

Diese Arbeiten, so Lanninger, seien extrem schwierig gewesen, denn das Gebiet zu betreten und dort zu arbeiten, sei kaum möglich gewesen, ohne dass dabei Steine losgetreten wurden. Lanninger sprach von einer "tickenden Zeitbombe", die nun glücklicherweise reibungslos beseitigt werden konnte. Allerdings hat dies auch seinen stolzen Preis und habe wenig verwertbares Holz eingebracht. Die Aufwendungen lagen bei 20 000 Euro und der erhoffte Gegenwert blieb aus.

Ähnlich sah es laut Lanninger auch nach dem "Entrümpelungshieb" am Similishof aus: hohe Unternehmerkosten und aufwendige Sicherungsmaßnahmen, aber wenig Ertrag.

Profis von Stadt gewünscht

Die anberaumten 120 Arbeitsstunden der Förster wurden dann doch im Laufe des Jahres auf 400 ausgedehnt, weil die Stadt für gewisse Arbeiten "fachkräftige" Profis verlangte, so Lanninger.

Für 2017 ist nun geplant, eine Fläche von 99 Hektar zu bewirtschaften und für einen Ertrag von 8300 Festmeter Holz zu sorgen. Davon werden 3500 Festmester durch das bewährte Team aus den drei Forstwirten und einem Auszubildenden bewältigt werden. 4100 Festmeter werden an externe Unternehmer vergeben und 300 Festmeter fallen für Brennholz in Selbstwerbung an. Nur 400 Festmeter sollen laut Lannigers Prognose nicht verwertbar sein, wie beispielsweise das Kronenholz. Hinzu kommen 1300 Festmeter aus dem Vorjahr, die für 58  500 Euro verkauft werden sollen.

Für den neuen Bestand wird an vier Orten gerodet: am Vorstadtberg (3430 Festmeter), Siechenwald (2955 Festmeter), Liefersberg (1100 Festmeter) sowie Hirzebel (815 Festmeter). Bei einem Preis von 69,66 Euro pro Festmeter könnten dann Holzerlöse von insgesamt 578 200 Euro möglich werden. Zusätzlich würde durch Jagdpacht und weitere Einnahmequellen Geld verdient werden, sodass am Ende des Jahres 2017 ein Haushaltsplus von 598 900 Euro bestünde.

Neben den Ausgaben von 438 700 Euro für Personal, Externe, Sachkosten und Verwaltungskosten, ergäbe sich somit ein positiver Ertrag von 160 200 Euro.

2017 ist aber nicht nur ein Jahr der Kosten, sondern auch ein Jahr der Taten. So stehen die Projekte wie die Naturverjüngung (26 Hektar), die Kultursicherung (2,3 Hektar), der Wildschutz (6,5 Hektar), die Bekämpfung des Japanknöterichs (0,8 Hektar), die Jungbestandspflege (4,7 Hektar) sowie die Wertästung von 120 Tannen an.

Preisstabilität erhofft

Insgesamt betrachtet sei mit einem positiven Betriebsergebnis für 2017 zu rechnen. Die Verkehrssicherung wie am Herlinsbachwald sei weiterhin ein wichtiges Thema. Auch die Nachhaltigkeit der Wälder soll gewahrt werden. Nun ruhen die Hoffnungen auf einer stabilen Holzmarktlage 2017 und einem nassen Frühjahr, das verhindert, dass zum Beispiel der Borkenkäfer sein Unwesen in den Wolfacher Wäldern treibt.

Die Räte nahmen die Bilanz zustimmend zur Kenntnis. Bürgermeister Thomas Geppert sprach von einem "respektablen Gesamtergebnis" und befand "auf einem guten Weg" zu sein. Die Planzahlen für 2017 werden dem Haushaltsplan zugrunde gelegt.