Noch einmal schlafen, dann soll es in Seelbach rundgehen, verspricht doch die Eulenzunft am kommenden Wochenende mehrere närrische Höhepunkte. Gleich zwei Jubiläen werden gefeiert.

Seelbac h . Bis ans Ende des 19. Jahrhunderts lässt sich die Seelbacher Fasent zurückverfolgen, wie auf der Internetseite der Zunft nachzulesen ist. "Wilde" fastnächtliche Aktivitäten führten demnach 1906 zur Gründung des "Gemütlichkeitsvereins", der sich zur Aufgabe machte, die örtliche Fastnacht abzuhalten. Somit dürfen die Seelbacher nun mit Fug und Recht 111 Jahre organisierte Fasent feiern – ein nicht gerade alltägliches Narrenjubiläum. Damit nicht genug: 1967 war die Geburtsstunde der Eulenzunft, die damit nun gleichzeitig ihr 50-Jähriges begehen kann.

Besucher dürfen sich an diesem Wochenende auf uriges Brauchtum freuen. "Bei uns wird Wert auf eine traditionelle Fastnacht gelegt, die nicht schnellen Trends hinterherjagt und sich nicht an dem allgemeinen Party- und Eventrausch beteiligt", sagt Hanjo Bolanz. Gästen verspricht der Oberzunftmeister der Eulen "eine zünftige, humor- und niveauvolle Fasent".

Los geht’s am morgigen Samstag. Zimmermänner, Eulen und Hexen tragen ab 10 Uhr den Narrenbaum durch die Gemeinde, um ihn auf dem Kirchplatz aufzustellen. Kinder sind aufgerufen, den Baum zuvor ab 9.45 Uhr im Klostergarten mit Selbstgebasteltem zu schmücken. Mit dem Stellen des Baums wird auch Geheimrat Dr. Schmidt befreit, die Symbolfigur der Seelbacher Fasent.

Abends trifft man sich dann zum großen Zunftabend im Bürgerhaus, wo ab 20.11 Uhr Seelbachs Narren auf der Bühne stehen. Das Programm steht unter dem Motto "50 Jahre Eulenzunft – 111 Jahre Fasent Seelbach". Musikalisch umrahmt werden die närrischen Darbietungen von der Egerländer Abteilung des örtlichen Musikvereins.

Die Post abgehen soll auch beim Umzug am Sonntag, 19. Februar, ab 14 Uhr, zu dem rund 2000 Hästräger und Musiker erwartet werden. Die Besucher dürfen sich auf traditionelle Zünfte der schwäbisch-alemannischen Fasent freuen, die sicher eine ausgelassene Stimmung verbreiten werden. Mit dabei sind etwa die Narrenzunft Schiltach, die Strohmannzunft aus Sigmaringendorf oder die Hexenzunft aus Villingen. Natürlich haben auch Zünfte aus der Ortenau ihr Kommen zugesagt. Dazu spielen Musikkapellen und Guggemusiken fröhliche Melodien. Das Narrendorf im Klostergarten ist ab 11.30 Uhr geöffnet und bietet Stärkungen von Crêpes über Flammenkuchen, Baguettes und Schnitzelwecken bis zu Narrenwürsten. Vertreter der Gastzünfte sind ab 12 Uhr zum Zunftmeisterempfang im Rathaus eingeladen.

INFO

Zunftblättli: Eine Tradition der Seelbacher Fasent ist das Zunftblättli, das am morgigen Samstag als Beilage der "Lahrer Zeitung" erscheint. Es informiert auf insgesamt 24 Seiten über Historie und Symbolfiguren der Eulenzunft. Weitere Themen sind etwa die Ernennung von Frank Schwörer zur Ehreneule oder ein Selbstversuch von Matthias Buschert, Redakteur der "Lahrer Zeitung", mit der Karbatsche – der drei Meter langen Peitsche entlocken die "Profis" der Seelbacher Zunft Töne, die an Pistolenschüsse erinnern.