15 Flüchtlinge muss die Gemeinde Seelbach im Jahr 2017 in der Anschlussunterbringung aufnehmen. Das hat die Gemeinde jetzt vom Landratsamt erfahren.

Seelbach (red/sl). "Wir sind gut auf die 15 Menschen vorbereitet. Ausreichend Wohnungen stehen zur Verfügung und können kurzfristig belegt werden. Der Arbeitskreis Flüchtlinge hat schon viele Integrations-Angebote und Erfahrungen bei der Eingewöhnung im Ort, die genutzt werden können. Dafür danke ich dem Arbeitskreis unter Leitung unserer Mitarbeiterin Irmgard Berg", so Bürgermeister Thomas Schäfer in einer Mitteilung der Gemeinde. Dies sei das Ergebnis umsichtiger Planungen sowie der frühen Zusammenarbeit mit dem Ortenaukreis, so der Rathauschef weiter. Dem Kreis zu helfen, in der Eisenbahnstraße eine Gemeinschaftsunterkunft zu schaffen, für die er verantwortlich ist, sei deshalb richtig gewesen. "Es hilft uns als Gemeinde bei unserer Aufnahmepflicht jetzt natürlich sehr", hebt der Bürgermeister hervor.

Grundlage für die Zahl der Flüchtlinge für Seelbach ist die einheitliche Aufnahmepflichtquote für alle Ortenauer Kommunen von 2,02 Prozent der Einwohner. Für Seelbach ergibt sich daraus die Zahl von 99 Flüchtlingen, die der Aufnahmequote 2017 zugrunde gelegt wird. Darauf angerechnet wird allerdings sowohl die bereits erfolgte Aufnahme von 36 Flüchtlingen in der Anschlussunterbringung als auch die Kapazität der Gemeinschaftsunterkunft des Kreises in der Eisenbahnstraße, wo 48 Flücht- linge untergekommen sind. Somit werden der Gemeinde insgesamt bereits 84 Personen angerechnet. Seelbach hat also im kommenden Jahr nur noch 15 Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung aufzunehmen.

Schäfers Position: "In frühzeitigen Gesprächen mit dem Landratsamt werden wir darauf drängen, dass möglichst Personen aus der Gemeinschaftsunterkunft in der Eisenbahnstraße hier bleiben können und in die Anschlussunterbringung der Gemeinde kommen." Ein Schreiben mit diesem Inhalt habe man dem Landratsamt bereits vor Wochen geschickt. Diese Menschen seien bereits im Ort, erste Integrationserfolge seien schon zu verzeichnen. "Deshalb macht es ja nur Sinn, dass sie im Rahmen der Quote bei uns bleiben", so Schäfer.

Die meisten der 15 Flüchtlinge sollen in der Unterkunft in der Kirchstraße einquartiert werden, die die Gemeinde 2015 erworben und dafür vorbereitet hat. Obendrein stehen noch gemeindeeigene Wohnungen in der Theodor-Simon-Straße in Seelbach sowie in Wittelbach zur Verfügung, die von der Gemeindeverwaltung seit einiger Zeit für die Unterbringung von Flüchtlingen freigehalten werden. "Diese Wohnungen werden wir noch für das Jahr 2018 brauchen, wenn wir erneut Flüchtlinge aufnehmen müssen. Auch hier ist es wichtig, frühzeitig vorbereitet zu sein und auf eine gesunde Verteilung über die Ortsteile zu achten, damit sich kein Brennpunkt entwickelt, der die Integration nicht fördern würde", stellt Schäfer fest.