Seelbach. Im Seniorenheim St. Hildegard in Seelbach genießt Theodora Isenmann ihren Lebensabend. Am heutigen Freitag feiert sie ihren 101. Geburtstag, zu dem fünf Kinder, zwölf Enkel und zwölf Urenkel gratulieren.

Schicksalsschläge wusste Dora Isenmann, geborene Ascherl, zu meistern. Ihre Momente des Glücks setzte sie in Aquarellen oder Ölgemälden um. In ihrem Zimmer im Seniorenheim dokumentieren eigene Werke ihre Lebensfreude und den Mut, der ihr nie abhanden gekommen ist. Die Leuchtkraft der Blumen und die Schönheit der Natur hat Theodora Isenmann in ihre Bilder geholt. Viele ihrer Bilder zeigen Urlaubseindrücke aus Griechenland, dem Schwarzwald, Lahr und Umgebung sowie Bayern.

Heute freut sie sich nicht nur über die regelmäßigen Besuche der Familie. Ein wichtiger Mensch für sie ist auch ihre beste Freundin und Malkollegin Schwester Eva.

Theodora Isenmann, geboren 1916, erlebte die Auswirkungen von zwei Weltkriegen. In Regenhütte im Bayerischen Wald stand ihre Wiege. Sie war das zehnte und jüngste Kind ihrer Eltern.

Bis zur Hochzeit 1938 mit Josef Isenmann lebte und arbeitete die gelernte Schneiderin als Hausangestellte in einem Adelshaushalt in München. Nach Kriegsausbruch zog sie mit der ersten Tochter zu ihren Schwiegereltern nach Oberharmersbach auf den Bergbauernhof. Bis nach Kriegsende lebte sie auf dem Hof und half in der Landwirtschaft. Persönliche Kontakte vermittelten ihr in den 1950er- und 60er-Jahren eine Anstellung als Näherin im Stofffachgeschäft Ziemann in Lahr.

1950 eröffnete Ehemann Josef in der Lahrer Tramplerstraße seine Schreinerei. Es waren Jahre des Aufbruchs und guter Arbeit. Als 1970 alle Kinder flügge geworden waren, ermunterte ihr Mann sie, ihrem Talent zum Zeichnen und Malen zu folgen. Theodora Isenmann besuchte Malkurse und schuf Werke von großer Aussagekraft.