Schweighausen. Geisberger Geisenmeckerer und Ankele-Hexen ziehen am "Schmutzigen Dunschdig" vormittags mit Kindern und Schülern zum "Gizig rufen" durch das Bergdorf – das wird der Auftakt für die heiße Phase der Fasent. Dorfbewohner und Gäste in Schweighausen dürfen sich an den närrischen Tagen wieder auf ein buntes Programm freuen.

Am Abend des "Schmutzigen", Punkt 19.11 Uhr, geht es weiter im Dorf, wenn die Musikanten des Musikvereins aufspielen und die Hemdglunker losziehen, begleitet von den einheimischen Narrenzünften sowie der Vereinsgemeinschaft. Ab 20 Uhr treffen sich alle Narren bei freiem Eintritt zum Hemdglunker-Ball im Schützenkeller, für den der Schützenverein ein Programm vorbereitet.

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Raus aus den Alltagsklamotten und rein in die Cowboykluft heißt es dann am "Fa­sentfridig", 24. Februar, denn ab 19.58 Uhr veranstaltet der Frauenbund in der Bergdorfhalle einen närrischen Abend unter dem Motto: "Der Wilde Westen". Mit dabei ist die Tanzkapelle "Sommerwind" (Eintritt: sechs Euro).

Ein närrisches Frühstück bietet der Kronenwirt am "Fasentsunndig" ab 9 Uhr an (Anmeldungen unter Telefon 07826/3 50 erbeten. Abends steigt dort der Hausball, bei dem freier Eintritt gilt.

Der Rosenmontag gehört den Kindern

Der "Rosemändig" gehört den Kindern, denn im "Linke Elsiß" startet um 14 Uhr der Kinder-Umzug bis zur Bergdorfhalle, wo dann bei der Kinderfasent Spiel und Spaß mit den Geisberger Geisenmeckerern angesagt ist.

Ein weiterer Höhepunkt in Schweighausen ist die "Stroßefasent in und um das Sportheim und im Dachschuppen" am "Fasentzischdig" ab 16 Uhr. Diese Veranstaltung wird von den Ankele-Hexen und der KJG organisiert. Doch bereits um 19.11 Uhr wird es Zeit, die Taschentücher zum Trocknen der Tränen zu richten, startet doch beim Sportheim der Trauerzug zur Fasent-Verbrennung. Die "Stroßefasent" endet aber erst in den späten Abendstunden.

Ohne die beiden örtlichen Fasentzünfte, die seit 40 Jahren bestehenden Geisberger Geisenmeckerer und die 1990 gegründeten Ankele Hexen, wäre es nur halb so närrisch und halb so schön zur "Fasentszitt" im Bergdorf.

Am letzten Januarwochenende feierten die Geisenmeckerer ihr Jubiläum mit einem großen Umzug und "Berg un Tal-Treffen" ausgiebig. In der Chronik der dorfältesten Narrenzunft ist zu erfahren, weshalb sie den Namen Geisenmeckerer trägt: Das Gelände, auf dem Schweighausen heute liegt, wurde einst als Weideplatz benutzt und nach und nach besiedelt. Der Ortsname kommt von "Schweige", der Weide, und von "Hausen", der Ansiedlung.

Der Geisberg diente Taglöhnern Anfang des 20. Jahrhunderts als Weide für die Geisen. Die Geis sei damals also die "Kuh der armen Leute" gewesen. Eine Überlieferung besagte: "Die Geisen meckerten ungestraft gegen jeden, der etwas zu sagen hatte."

Diese alte Sitte griffen im Winter 1976/1977 die beiden Geisberger Brüder Adolf und Roland Fischer auf. Das Narrenhäs, einer verwitterten "Berggeis" nachempfunden, nahm Form und Farbe an und wurde in der eigenen Schneiderwerkstatt der Brüder Fischer auf dem Geisberg gefertigt. Nach dieser Idee der Brüder Fischer entstanden somit die Geisberger Geisenmeckerer, die sich 1977 beim Fa­sentumzug in Schweighausen erstmals mit rund 40 Geisen präsentierten und jeden "anmeckerten".