Regisseur Ludwig Griesbaum und seine 30-köpfigen MGV-Theatergruppe haben sogar am letzten Tag des Jahres geprobt. Die Gruppe nutzt fast jede freie Minute, um sich auf die drei Aufführungen am kommenden Wochenende vorzubereiten.

Schuttertal. Auf der Bühne in der Schuttertäler Festhalle ist Elena Schätzle als "Schwester Leyla Lipp-Wadenbein" gerade in eine verbalen Auseinandersetzung mit "Professor Oswald Wadenbein" (Julian Klimsch) und "Oberarzt Maximilian von Lurch" (Matthias Ette) verwickelt. Ludwig Griesbaum greift von unten immer wieder in das Geschehen auf der Bühne ein: "Wir machen das noch mal", ruft der Regisseur den Akteuren zu. Schließlich werden die Positionen und Aktionen der Spieler auf der Bühne durchgesprochen, ehe die Szene wiederholt wird. "Jetzt ist es besser", lobt Griesbaum die Spieler auch gleich. Die anderen Darsteller warten derweil mit Rollenbüchern in der Hand auf ihren Einsatz. Griesbaum legt großen Wert auf ein lebendiges Theaterspiel. Jeder Darsteller soll in seine Rolle hineinwachsen und sich mit ihr identifizieren.

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Die passenden Kulissen werden von einem Team aus dem MGV unter der Federführung von Stefan Himmelsbach alle selbst gezimmert. Paul Himmelsbach, Zimmermannauszubildender im ersten Lehrjahr, war maßgeblich für die Planung und Umsetzung eines für das Publikum scheinbar echten Fahrstuhls verantwortlich. Noch sind die nackten Spanwände zu sehen, aber bald werden auch diese von Theatermaler Berthold Mäntele und seinen Helfern den passenden Anstrich erhalten und den Zuschauern so die Illusion einer Klinik vermitteln. Die notwendigen Requisiten für ein Krankenhaustheater zu besorgen war eine Herausforderung. Schließlich konnten die Theatermacher über Beziehungen ausrangiertes Material wie Betten, Rollstühle, Infusionsständer und entsprechende Kleidung aus Kliniken der Region besorgen.

Passende Theaterstücke für das große Ensemble des Männergesangvereins zu finden ist nicht leicht. Doch auch für dieses Jahr ist Griesbaum, der das Theaterspiel bereits seit 18 Jahren leitet, fündig geworden und will dem Publikum mit einem "haarsträubenden" Luststück von Horst Helfrich wieder kurzweilige und amüsante Unterhaltung bieten.

Für Nachwuchs bei den Theaterspielern ist auch schon gesorgt. Die fünf Monate alte Paula sitzt zufrieden auf dem Schoß ihres frischgebackenen Vaters Dennis Schillinger, der ebenfalls auf der Theaterbühne als Schauspieler agieren wird, und scheint das Geschehen in der Halle schon mit einem gewissen Interesse zu verfolgen.

Aufgeführt wird das Stück "Klinik für ästhetische und plastische Chirurgie an der Schutter" am Dreikönigstag ab 14 und 20 Uhr sowie am Samstag, 7. Januar, ab 20 Uhr. Der Vorverkauf für die Abendvorstellungen läuft unter Telefon 07823/29 43 (ab 18 Uhr).