Schuttern. Das Bildungswerk Schuttern bietet im Ferienprogramm Anfänger-Schachkurse sowie Aufbau-Schachkurse für Kinder an. Programmleiter ist Fritz Meyer aus Schuttern, der bis 1990 viele Jahre Vorsitzender des Schachclubs Lahr und neun Jahre lang Präsident des Badischen Schachverbands war. Seit 2005 verfügt der 74-Jährige über das Schulschachpatent und fungiert nach wie vor als Turnierleiter im Badischen Schachverband. Wir haben mit ihm über das Spiel der Könige gesprochen.

Herr Meyer, wie sind Sie zum Schachspiel gekommen?

Auf dem Schulweg habe ich mich bei meinen Freunden über die Regeln im Schach informiert. Mit 14 habe ich angefangen und seither nicht mehr aufgehört. Mein erstes Turnier spielte ich in Karlsruhe im Alter von 18 Jahren. Seit meinem 14. Lebensjahr bin ich Mitglied im Schachclub Lahr.

14 Jahre klingt heute eher etwas spät.

In der Tat beginnen Kinder heute schon im Kindergartenalter. Trotzdem ist es nie zu spät, mit dem Schachspiel zu beginnen. Schach lässt sich bis ins hohe Alter erlernen und spielen.

Wer hat Ihnen das Spiel der Könige beigebracht?

Meine Schulkameraden und nicht das Elternhaus. Wenn andere auf dem Sportplatz waren, habe ich lieber Schach gespielt. Sicher liebte ich auch den Fußball, aber das Schachspiel bekam immer den Vorzug – auch verbunden mit der regelmäßigen Teilnahme an Turnieren.

Warum wollen Sie Ihre Leidenschaft weitergeben?

Schach ist ein Spiel, bei dem das Denken vor dem Handeln kommt. Es fördert Kreativität, Ausdauer und Konzentration, weil man immer neue Lösungswege suchen muss. Nicht der andere hat Schuld, wenn ich verloren habe. Schach ist kein Glücksspiel. Gelernt wird Fairplay, die Gratulation gebührt dem Sieger.

Haben Sie Vorbilder?

Eher weniger. Ich zähle mich zu den einigermaßen guten Amateurspielern.

Haben Sie den Eindruck, dass das Schachspielen ein Schattendasein führt?

So würde ich es nicht sagen. Mittlerweile genießt das Schulschach eine hohe Akzeptanz. Heute gibt es sogar Kindergärten, die Schach anbieten.

Was ist das Besondere an diesem Spiel?

Man spielt immer gegen jemanden. Es gibt unendlich viele mögliche Züge. Schach ist ein stetiger Lernprozess, der den Geist herausfordert. Außerdem ist Schach eine sehr preisgünstige Freizeitgestaltung.

Ohne Computertechnik geht aber auch im Schachspiel nichts mehr.

Zwischenzeitlich sind Computerprogramme so gut, dass sich die Schachspiele analysieren lassen. Das mag schon sehr hilfreich sein. Gegen Computer zu spielen, ist aber sehr frustrierend. Ein Gewinnen ist fast unmöglich.

Was möchten Sie mit Ihrem Kurs bei der Jugend erreichen?

Spaß am Schachspiel, und dass Kinder ein hochinteressantes Spiel kennenlernen und sich dabei mit anderen messen.

Wie oft spielen Sie selbst?

Meine Frau sagt: zu viel. Im Jahr spiele ich vielleicht 20 ernsthafte Partien, davon zwei auf Turnieren.

Die Fragen stellte Christine Bohnert-Seidel.

 

Kurse

Anfänger: Dienstag und Mittwoch, 30. und 31. August, 2., 5. und 6. September jeweils von 9 bis 10.30 Uhr

Aufbaukurs: 30. und 31. August, 2., 5. und 6. September von 10.30 bis 12 Uhr

Anmeldung: Fritz Meyer, Telefon 07821/6 11 70

Kosten: Einmalig 12 Euro