Am Damm entlang wandern, über die Steine der Fischtreppe springen oder sich durch den Wald zum Badeplatz kämpfen. Ranger Michael Georgi hat nicht nur den Kindern gezeigt, was das Naturschutzgebiet Taubergießen zu bieten hat.

Rheinhausen. "Es wird abenteuerlich wie im Kino, nur dass ihr das selbst erlebt", so erklärte Georgi den Teilnehmern zu Beginn der Tour. Ein Versprechen, das der Ranger ohne Probleme geben kann, weiß er doch genau wovon er spricht. Bereits zum 21. Mal zeigt er Ferienkindern die Geheimnisse des Naturschutzgebiets Taubergießen, dieses Mal unterstützt von seiner Kollegin Helen Uhl.

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Zunächst ging es dabei am Leopoldskanal auf dem Damm entlang, dessen Aufgabe es ist, vor Überflutungen zu schützen. Wie dieser gepflegt wird, wurde deutlich, als eines der dafür notwendigen Mähgeräte vorbeifuhr. Durch das Mähen werde zum einen gewährleistet, dass das Gras dick wachse, zum anderen könne man so Löcher und Schäden am Damm leichter finden und ausbessern, erklärten Georgi und der Fahrzeugführer gemeinsam.

Danach ging es weiter zur Fischtreppe. Dort zeigte sich, dass an dieser nicht nur die Fische hochspringen können. Auch die Kinder kletterten auf den Steinen im Leopoldskanal herum und bespritzten sich gegenseitig mit Wasser, um Abkühlung zu bekommen. Manche begaben sich auch auf die Suche nach Muscheln oder prüften mit ins Wasser geworfenen Stöcken die Fließgeschwindigkeit.

Abkühlung versprach auch ein Bad bei der Sandbank an der Schlut , das den Abschluss der Tour bildete. Doch zuvor galt es noch, ein Abenteuer zu bestehen und sich den Weg zum Badeplatz freizukämpfen. Im Wald kletterten die Kinder über Wurzeln, sprangen über Bodenlöcher und schlängelten sich an Ästen und Bäumen vorbei. "Es ist gar nicht so leicht, den Brennnesseln auszuweichen", verriet die achtjährige Lara, die sich dann aber doch erfolgreich ihren Weg zum kühlen Nass erkämpfte. Gemeinsam spielten die Kinder in der Schlut, trieben an den von Georgi mitgebrachten Rettungsringen oder ließen kleine Boote fahren, bevor sich die Truppe wieder wohlbehalten auf den Heimweg machte.

INFO

Auenwald und Leopoldskanal

Bei den Fischtreppen im Leopoldskanal erfuhren die Teilnehmer, dass das Naturschutzgebiet Taubergießen durch die Oberrheinkorrekturen im 19. und 20. Jahrhundert verändert worden war. Durch den Ausbau hatte der Rhein an Dynamik verloren, dem Auenwald fehlten die notwendigen Überschwemmungen, er drohte abzusterben. Stattdessen lagerte sich Schlamm in den Flussarmen ab und auch die Fische hatten Probleme ihre Laichplätze aufzusuchen und sich zu vermehren. Der Bau der Fischtreppe ist eine Renaturierungsmaßnahme, die diesen Auswirkungen entgegen wirken sollte. Michael Georgi erzählte, dass er selbst vor 21 Jahren die 4,20 Meter hohe Betonschwelle im Taubergießen, die sogenannte "Jamborschwelle", niedergerissen und stattdessen die Fischtreppen errichtet hatte. Mit drei Baggern sei man dafür rund sieben Monate im Einsatz gewesen, um mehr als 4000 Quadratmeter Zyklopensteine zu verbauen. Ein Einsatz, der sich gelohnt hat: Dank dieser Maßnahme können die Fische sich mittlerweile wieder frei im Leopoldskanal bewegen.