Bühl/Rastatt (red/vk). Die Bundespolizeiinspektion Offenburg hat in den vergangenen Wochen mehrfach Hinweise erhalten, dass Jugendliche im Raum Bühl und Rastatt illegal auf den Puffern von Regional- und Güterzügen mitfahren. Derlei Mutproben seien nicht nur verboten, sondern darüber hinaus auch lebensgefährlich, appellieren die Beamten an die Vernunft der Täter.

Täter halten sich an Scheibenwischern fest

Lokomotiven und Wagen besitzen neben den Kupplungen auch sogenannte Puffer, die eine sichere Verbindung der Zugteile während der Fahrt gewährleisten, erläutert die Polizei in einer Pressemitteilung. Die Jugendlichen stellten sich kurz vor der Abfahrt auf diese Puffer am Ende des Zugs und hielten sich etwa an einem Scheibenwischer fest. Dafür seien diese nicht geeignet. Regionalzüge, so die Polizei weiter, fahren mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern. Aber auch bei langsameren Geschwindigkeiten könne es tödlich enden, vom Zug zu fallen. Darüber hinaus stellten derlei Mitfahrten ein strafbares Handeln dar.

Den Jugendlichen sei die Gefahr oft gar nicht bewusst. Die Bundespolizeiinspektion Offenburg appelliert deshalb eindringlich an die Eltern, ihre Kinder über die Gefahren auf dem Bahngebiet aufzuklären. Auch außerhalb der Schienen drohe durch die Sogwirkung schnell vorbeifahrender Züge, durch die Menschen mitgerissen werden könnten, Gefahr. Zudem führten die Oberleitungen der Züge 15 000 Volt. Bereits eine Annäherung könne zu einem tödlichen Stromschlag führen.

"Das ›Puffersurfer‹ ist im Bereich der Bundespolizeiinspektion Offenburg komplett neu", teilt ein Polizeisprecher auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Zwar kenne man ähnlich leichtsinnige Mutproben wie das "S-Bahn-Surfen" aus Städten, habe aber im ländlichen Raum bislang keine Berührung damit gehabt. Wer im Raum Bühl und Rastatt "Puffersurfer" beobachtet, wird gebeten, sich unter Telefon 0781/9 19 00 umgehend bei der Bundespolizeiinspektion zu melden.