Die Modellflugsportgruppe Schutterwald-Müllen hat mit einem Modellflugfest für ihr Hobby geworben. Die Veranstaltung war am Samstag, vor allem aber am Sonntag bestens besucht.

Müllen. Schriftführer Reinhold Schäfer erzählte, wie er zu diesem außergewöhnlichen Hobby gekommen ist: "Ich bin seit 17 Jahren im Verein", sagte er. Durch seinen Vater Otto, der im Zweiten Weltkrieg unter anderem auf dem Flughafen in Danzig stationiert war, sei er zur "Fliegerei" gekommen. Vater Otto, sei allerdings kein Pilot gewesen, sondern hätte zum Bodenpersonal gehört.

Der mittlerweile 70-Jährige Schäfer hat bereits während seiner Schulzeit damit begonnen "primitive Flugzeugmodelle" zu bauen. Als Abschlussarbeit, an der Realschule in Kehl, habe er 1965, im Fach Werken, ein Segelflugzeugmodell konstruiert und dafür die Note eins erhalten. Diese Fähigkeiten habe er weiterentwickelt und so den Beruf des Grafikdesigners erlernt. Stolz ist der Rentner, dass er seine Flugzeugmodelle komplett selbst baut.

Wie sein erstes Model "Der kleine Uhu", den er damals noch ohne Fernsteuerung gebaut hatte. Schäfer hat beobachtet: "Die jüngere Generation, kauft die Flugzeugmodelle komplett fertig." So etwas sei für ihn eher weniger befriedigend. "Wenn man etwas selbst macht, kennt man jedes Detail und hat so einen Aha-Effekt", so Schäfer.

Vor zwei Jahren hat er einen fliegenden VW Käfer gebaut. "Das Fahrzeug fliegt nicht so gut, weil es keine Tragfläche hat", fügt der Schriftführer hinzu. Den fliegenden Bollenhut habe er Anfang des Jahres gebaut. Beide konnten die Besucher fliegen sehen. Zum Modellflugfest, waren Gastvereine aus Küssaberg bei Waldshut Tiengen, Biberach, Kehl und Achern gekommen.

Die Besucher kamen vor allem am Sonntag, aufgrund der tollen fliegenden Modelle, voll auf ihre Kosten. Abschließend bilanzierte der Vorsitzende Roland Lorenz: "Unsere Schau ist bei den Zuschauern sehr gut angekommen. Ich bin mit der Resonanz voll zufrieden." Lorenz besitzt selbst fünf Flugzeugmodelle. Darunter ein Doppel- und ein Dreidecker. "Ich bin einst durch einen Arbeitskollegen zu diesem Hobby gekommen", erzählte der Vorsitzende im Gespräch mit der "Lahrer Zeitung".

INFO

Bei der Mühle fing alles an

 > Die ersten Flugversuche mit einem Modellflugzeug startete Karl Henninger 1969 auf dem Gelände bei der Rohrburger Mühle nördlich von Müllen. Bald danach gesellten sich weitere Modellflugbegeisterte dazu. 1970 pachtete Henninger ein Stück der Wiese von einem ortsansässigen Landwirt. 1975 gründet er einen Verein – die Modellflugsportgruppe Schutterwald-Müllen.

 > Die Modellflugsportgruppe Schutterwald-Müllen hat heute 70 Mitglieder im Alter von 14 bis 90 Jahren. Alle Facetten der Modellfliegerei sind vertreten, vom einfachen kleinen Segler bis zu Großmodellen mit mehr als sechs Metern Spannweite, von Elektro-Modellen bis zu Turbo-Jets. Unterschiedlich sind nach Angaben des Vereins auch die Interessen, einige echte Modellbauer der älteren Generation bauen noch selbst und die jüngeren folgen dem Trend "Buy and Fly" (kaufen und fliegen). Bei aller Individualität – gemeinsam sei allen die Begeisterung für das Fliegen und die gegenseitige Unterstützung.

 > Die Nachwuchsförderung ist dem Verein wichtig. So führen die Jugendwarte Egon Göppert und Dominik Hils im Rahmen der Ferienfreizeiten Schüler aus den benachbarten Gemeinden in die Modellfliegerei ein.