Auf Initiative des Neurieder Jugendgemeinderats ist vor neun Jahren die Taschengeldbörse ins Leben gerufen worden. Seitdem vermittelt die Gemeinde an 14- bis 18-Jährige kleine Hilfstätigkeiten in Haus und Garten.

Ichenheim. "Ich habe in meinem großen Garten jede Menge Unkraut", erklärte Ida Fäßler im Gespräch mit der "Lahrer Zeitung". Wie die Seniorin berichtet, hätte sich bereits vor zwei Jahren, mit Marcel Held einen Schüler engagiert, um ihr das Unkraut zupfen oder auch das Straßenkehren abzunehmen. Auf die Taschengeldbörse sei die 83-Jährige im Amtsblatt aufmerksam geworden.

Mittlerweile kommt Dennis Hillig jeden Samstag in den Trutenweg, um diese Arbeiten zu verrichten. Der 14-Jährige sagt: "Ich verdiene somit 40 Euro zu meinem Taschengeld in Höhe von zehn Euro im Monat dazu. Ich gebe das Geld zum Teil für Süßigkeiten aus, möchte aber bereits für einen Autoführerschein sparen."

Taschengeldjobs sind einfache Tätigkeiten. Es gibt keinen zeitlichen Rahmen, sie sind versicherungsfrei und nicht steuerpflichtig. Fünf Euro pro Stunde, sind von der Gemeinde Neuried als Entlohnung empfohlen. Beim Besuch der "Lahrer Zeitung" ist auch der Vater von Dennis dabei. Klaus-Dieter Hillig meint: "Ich finde es gut, dass Dennis das macht. Es ist eine sehr gute Schule als Vorbereitung für das Berufsleben."

Hillig führt in Ichenheim einen Stickerei-Druck-Betrieb. Auch Sven, der Zwillingsbruder von Dennis, verdient sich zusätzliches Taschengeld bei einem Transportunternehmen in Ichenheim dazu. Freilich, ist der Vater auch davon begeistert.

"Ich muss die Straße kehren und Unkraut zupfen und dies alle 14 Tage," beschreibt der Realschüler Sven den Aufwand. Er wolle dieses Geld ebenfalls für persönliche Dinge sparen. Sven weist darauf hin, dass sich derzeit 14 Schüler Taschengeld in Neuried über die Taschengeldbörse verdienen. Eine Möglichkeit bestehe darin, sich über eine eigene Gruppe auf Facebook anzumelden. Allerdings können sich junge Jobsucher auch an die Gemeindeverwaltung in Altenheim wenden. Dort sind Anmeldebögen auf dem Bürgerbüro des Rathauses erhältlich. Bei Fragen rund ums Thema Taschengeldbörse können sich Schüler an Kathrin Ringwald unter Telefon 07807/9 71 40 wenden.

INFO

Geld für Kinder

> Eine gesetzliche Regelung darüber, ob Eltern ihren Kindern Taschengeld geben müssen und wie viel, gibt es nicht. Taschengeld ist aber wichtig, damit Kinder und Jugendliche frühzeitig lernen, mit Geld umzugehen. So müssen sie selbst entscheiden, was sie sich leisten können und was nicht, und tragen dafür auch die Verantwortung.

> Die Höhe des Taschengeldes richtet sich danach, welche Ausgaben die Kinder davon bestreiten sollen und über welches Einkommen die Eltern verfügen. Dabei sollte das Taschengeld altersgemäß gestaffelt werden. Jüngere Kinder bis zum zehnten Lebensjahr können selten einen ganzen Monat finanziell planen, daher ist zunächst eine wöchentliche Auszahlung sinnvoll. Orientierungswerte gibt der Beratungsdienst Geld und Haushalt des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes in Anlehnung an die Empfehlung von Jugendämtern.