In Ichenheim soll nach dem Willen der Verwaltung ein Mehrfamilienhaus für Flüchtlinge und Obdachlose entstehen. Dazu wird das Fachwerkhaus an der Hauptstraße 24 abgerissen.

Ichenheim. Die Gemeinde Neuried muss in diesem Jahr 84 Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung aufnehmen. "Derzeit ist in ganz Neuried keine Wohnung frei, in der eine Unterbringung zur Verhinderung von Obdachlosigkeit möglich wäre", heißt es in der Vorlage, die Ichenheims Ortsvorsteher Ralf Wollenbär am Dienstagabend den Mitgliedern des Ortschaftsrats präsentierte.

In diesem Jahr wurden laut Verwaltungsangaben 15 Menschen in der Flüchtlingsunterkunft Viehweiderweg in Altenheim aufgenommen. Zudem hat man für sieben Menschen Platz in zwei Privatwohnungen in der Rheinstraße und in der Heerstraße gefunden. Nach Abzug der bereits Untergebrachten und der freien Plätze in den Wohnheimen Viehweiderweg (zwölf) sowie Hauptstraße 79 (13) bleibt ein Bedarf von 37 Plätzen in Neuried.

Etwa zehn Menschen können noch im Gemeindewohnhaus Vogesenstraße 36/1 in Altenheim unterkommen. "Das Gebäude wird derzeit hergerichtet und in zwei Wohnungen aufgeteilt", so die Verwaltungsvorlage weiter. Die restlichen 27 Plätze sollen unter anderem durch einen Neubau in Ichenheim geschaffen werden.

"Vorgesehen ist das gemeindeeigene Grundstück an der Hauptstraße 24", sagte Wollenbär. Wie Hauptamtsleiter Klaus Person im Nachgang der Sitzung mitteilt, handelt es sich um ein Grundstück mit einer Grundfläche von 1300 Quadratmetern. "Das darauf stehende Fachwerkhaus ist marode. Es wird abgerissen. Wir haben das bereits mit dem Denkmalamt abgeklärt", so Person. Im hinteren Bereich des Grundstücks müsse Platz für ein Regenrückhaltebecken bleiben, aber vorne an der Straße könne das neue Haus entstehen.

Räte diskutieren über die mögliche Größe des neuen Gebäudes

Bei der Sitzung des Ortschaftsrats wollte Lothar Rudolf (CDU) wissen, ob man auch in anderen Ortsteilen nach leer stehenden Wohnungen geschaut habe. Wollenbär erklärte, dass eine Anmietung nicht der beste Weg wäre. Wenn die Gemeinde Eigentümer sei, wäre das bei Sozialwohnungen einfacher. Außerdem sollte nach Altenheim zunächst ein größerer Ortsteil an der Reihe sein, bevor die kleineren mit einer solchen Aufgabe betraut würden.

Kontrovers wurde auch über die Größe des neuen Mehrfamilienhauses diskutiert. So sprach sich Wollenbär für eine Beschränkung auf drei bis vier Wohneinheiten aus. Ralf Kiefer (CDU) sagte hingegen, dass sechs bis acht Wohnungen, soweit möglich, auch gut wären.

Gemeinderat befasst sich am Mittwoch mit den Planungen

Wenn man schon baue, solle man auch an die Zukunft und den Bedarf dann denken. Wollenbär gab zu bedenken, dass eine geringere Zahl von Menschen besser zu integrieren sei. Bei der anschließenden Abstimmung sprachen sich neun Mitglieder für den Neubau mit einer Begrenzung auf drei bis vier Wohneinheiten aus. Kiefer stimmte dagegen.

Weiter geht es im Gemeinderat am Mittwoch, 22. Februar. "Einen genauen Zeitplan zur Umsetzung haben wir noch nicht", erklärt Person gegenüber der "Lahrer Zeitung". In diesem Jahr stehen zunächst die Planungen an. 2018 soll gebaut werden.